Empfang für die Einsatzkräfte von Kaprun

Schausberger überreichte zehn Einsatzkräften Landesauszeichnungen

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.12.2000
 
Medium: Landeskorrespondenz
LK · Die Brandkatastrophe am Kitzsteinhorn habe besondere Anforderungen an die Einsatzkräfte gestellt und von diesen seien auch besondere Leistungen erbracht worden. Nur durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Behörden, Einsatzorganisationen, freiwilligen Helferinnen und Helfern, der Politiker und der Medien sei es gelungen, dieses Unglück, soweit es überhaupt möglich war, zu bewältigen und alle gestellten Anforderungen zu erfüllen. Die ganze Welt hat nach Kaprun geblickt. Heute noch schreiben Menschen aus allen Teilen der Erde, dass sie das Unglück bedauern und ihr Mitgefühl ausdrücken und die enormen Leistungen der Einsatzkräfte würdigen. Dies betonte Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger heute, Montag, 18. Dezember, in der Salzburger Residenz bei einem Empfang für die verdienstvollen Einsatzkräfte von Kaprun. Zugleich überreichte der Landeshauptmann an zehn verdienstvolle Einsatzkräfte Auszeichnungen des Landes. An dem Empfang, zu dem das Land Salzburg und die Gemeinde Kaprun eingeladen haben, haben rund 1.000 Personen teilgenommen.
"Mehr als eintausend Einsatzkräfte waren allein am Samstag, 11. November, in Kaprun, um die eingeschlossenen Passagiere der Kapruner Bergbahn zu retten. Leider war es uns nicht vergönnt, das auch zu tun. Wenn man kommt, um zu retten, und nur mehr feststellen kann, dass man nichts mehr retten kann, ist der Einsatz besonders schwierig. Trotz der guten Ausbildung und der modernen Ausrüstung hat man nichts mehr für die Rettung der Opfer im Tunnel tun können. Ich habe aber auch viele freiwillige Helferinnen und Helfer gesehen, die gekommen sind, und aus ihrer Überzeugung heraus geholfen haben und bis an ihre physische und psychische Belastbarkeitsgrenze gegangen sind. Als Landeshauptmann von Salzburg danke ich allen für ihre besonderen Leistungen in Kaprun. Ich danke Ihnen aber auch für die so wichtige Arbeit, die Sie während eines ganzen Jahres täglich leisten," so Schausberger.
Das tragische Seilbahnunglück habe Helferinnen und Helfer mobilisiert, wie kaum ein Ereignis zuvor. Folgende Zahlen geben einen kleinen Eindruck dessen, was geleistet wurde: So standen insgesamt mehr als 1.500 Helferinnen und Helfer oft über mehrere Tage hinweg im Einsatz. 346 Rot-Kreuz-Leute - darunter 25 Notärzte - halfen ehrenamtlich. Auf 575 Mann bezifferte die Feuerwehr ihre Einsatzstärke allein am ersten Tag, insgesamt waren 771 Feuerwehrleute mit 129 Fahrzeugen 4.531 Stunden in Kaprun im Einsatz. Zwölf ehrenamtliche Bergretter zählten zu den ersten Helfern im Tunnel. 270 Kräfte der Exekutive (Gendarmerie, Polizei, Sicherheitsdirektion), sorgten einerseits dafür, dass auf Grund des großen Medienandrangs Kaprun nicht im Chaos versank, andererseits unterstützten sie die Experten der Kriminalabteilung bei der Untersuchungsarbeit im Tunnel. Das Bundesheer hatte bis zu 150 Mann und sechs Hubschrauber im Einsatz. 75 Kadersoldaten aus Hochfilzen, St. Johann, dem Militärkommando Salzburg und der Kaserne in Tamsweg, die sich freiwillig gemeldet hatten, waren bei der Bergung im Tunnel eingesetzt.
Rund 80 Personen aus dem Kapruner Gebiet haben sich prompt und freiwillig gemeldet, um bei der Jugendherberge für die Betreuung der Telefon-Hotline, der EDV-Einrichtungen sowie für die Betreuung und Verpflegung der Helfer und Angehörigen zur Verfügung zu stehen. 45 Psychologinnen und Psychologen haben die Angehörigen und Einsatzkräfte betreut. Unermüdlich standen 50 Bedienstete der Gemeinde und der Gletscherbahnen Kaprun von Anfang an im Einsatz.
An die 700 Journalisten und Medienvertreter, unter ihnen Fernsehteams von mehr als 100 internationalen Fernsehanstalten, aus aller Welt waren in Kaprun und berichteten vom Unglück. Bis zu 150 Kameras wurden gezählt. Zwei Millionen Zugriffe innerhalb von acht Tagen wurden auf der Homepage des Landes Salzburg im Internet registriert, wo die Listen der Opfer und der Überlebenden online abzurufen waren.
Ehrenzeichen und Verdienstzeichen des Landes vergeben
Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger zeichnete Major Franz Lang (Landesgendarmeriekommando Salzburg) sowie Univ.-Prof. Dr. Edith Tutsch-Bauer (Institut für Gerichtsmedizin) mit dem Silbernen Ehrenzeichen des Landes Salzburg aus. Goldene Verdienstzeichen des Landes erhielten Oberst Friedrich Bieler (Truppenübungsplatz Hochfilzen), Oberarzt Dr. Reinhold Fartacek (Landesnervenklinik Salzburg), Dr. Markus Masoner (Facharzt für psychotherapeutische Medizin) und Erika Scharer (Gemeinderätin und Sozialreferentin in Kaprun).
Das Silberne Verdienstzeichen des Landes Salzburg überreichte der Landeshauptmann an Oberbrandinspektor Herbert Buchner (Ortsfeuerwehrkommandant-Stellvertreter in Kaprun), RR
Christoph Faistauer (Bezirksrettungskommandant Pinzgau) und August Koller (Bergrettung Kaprun). Den Ehrenbecher des Landes Salzburg erhielt Chefinspektor Reinhold Nimmrichter (Bundespolizeidirektion Salzburg). E259-20
Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Ehrung der Einsatzkräfte anbieten.
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