Hohe Landesauszeichnung für Gernot Friedel

Schausberger zeichnete den "Jedermann"-Regisseur mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes aus

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.08.2001
 
Medium: Landeskorrespondenz
LK · Als Anerkennung für 18 Jahre künstlerische Arbeit für die Salzburger Festspiele zeichnete Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger gestern, Dienstag, 28. August, am Abend, auf der
Jedermann-Bühne den scheidenden "Jedermann"-Regisseur, Gernot Friedel, mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes aus. Insgesamt sind es weit mehr als 100 Vorstellungen gewesen, die Friedel in den 18 Jahren als Regisseur des "Jedermann" betreut hat. Durch seine erfolgreichen Inszenierungen habe Friedel Tausende Festspielfreunde nach Salzburg gelockt und habe damit großen Anteil am Erfolg unserer Festspiele. Dafür gebühre ihm der Dank des Landes, so Schausberger.
Gernot Friedel hat im Jahr 1984 in der Nachfolge von Ernst Haeusserman, dem er zuvor zehn Jahre lang als Regieassistent zur Seite gestanden war, die Regie beim "Jedermann" übernommen und die Inszenierung Jahr für Jahr aufgefrischt. Im Jahr 1990 hat er das Stück erstmals neu inszeniert. Jedermann, damals war es Helmut Lohner, kam dabei aus dem Publikum im Straßenanzug. Die nächste Neuinszenierung 1995 mit Gert Voss in der Titelrolle hat wieder zurück in ein historisches Ambiente geführt. Dabei hat Gernot Friedel nicht auf alte Traditionen zurückgegriffen, sondern sich bewusst wieder auf die allgemein gültige, zeitlose Dimension des Textes konzentriert.
Gernot Friedel wurde am 26. Februar 1941 in Klagenfurt geboren, wuchs in Innsbruck auf und absolvierte ein Studium am Mozarteum und am Max Reinhardt-Seminar in Wien. Es folgte ein erstes Hineinschnuppern in die Theaterwelt als Regieassistent am Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen. Seine erste eigene Inszenierung war Martin Walsers "Zimmerschlacht" mit Susi Nicoletti und Curd Jürgens in Wien. Weitere frühe Inszenierungen waren "Alpenkönig und Menschenfeind" in Wien, "Medea" in Bremen, "Richter in eigener Sache" in Berlin und "Einen Jux will er sich machen" in Zürich.
Als Fernsehregisseur drehte Gernot Friedel zahlreiche Dokumentar- und Spielfilme für ORF, ZDF, WDR, ARD und ARTE. Weiters führte er bei verschiedenen Fernsehfilmen Regie. Am Theater in der Josefstadt nahm er sich darüber hinaus bekannten Stücken wie den "Bockerer" und den "Sunny Boys" an, dazu kamen "Othello darf nicht platzen" in den Kammerspielen und "Dantons Tod" in der Volksoper. F171-11
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