Landesauszeichnungen verliehen / Lebensretter geehrt

Schausberger bei einem Festakt in der Salzburger Residenz

Salzburger Landeskorrespondenz, 09.04.2002
 
Medium: Landeskorrespondenz
LK · Es sei stets persönlicher Einsatz und selbst auferlegte soziale Verantwortung, die zu jenen Leistungen führen, die ihr Äquivalent in den folgenden Ehrungen fänden. Es sei ein Einsatz der im Einzelfall bis zur Rettung eines Menschenlebens unter Gefährdung des eigenen Lebens gehen könne. Das sagte Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger am Montag, 8. April, Abend bei einem großen Ehrungsfestakt in der Salzburger Residenz.
Das Goldene Ehrenzeichen des Landes Salzburg erhielten Präsident des Salzburger Landesgerichtes Dr. Walter Grafinger aus Salzburg und Nationalratsabgeordnete a.D. Annemarie Reitsamer aus St. Gilgen.
Präsident Dr. Walter Grafinger wurde in Hallein geboren. Nach Abschluss des Studiums der Rechtswissenschaften erfolgte 1969 die Ernennung zum Richter beim Oberlandesgericht Linz mit Tätigkeiten bei mehreren Gerichten in Salzburg. Im Jahr 1975 kam er zum Landesgericht Salzburg und steht diesem seit 1994 als Präsident vor. Dass die Rechtspflege und die Justizverwaltung in diesem großen Gerichtshofsprengel gut funktioniert, ist nicht unwesentlich dem unermüdlichen, umsichtigen und engagierten Einsatz von Präsident Grafinger zu verdanken. Besonders hervorzuheben ist sein Einsatz bei der Bewältigung großer Verfahren wie dem WEB-Komplex und den Unglücksfällen im Tauerntunnel oder in Kaprun.
Annemarie Reitsamer gehörte von 1990 bis 2001 als Salzburger Abgeordnete dem Nationalrat an und war ab 1994 bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Parlament Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales. Ihr Bemühen galt den sozialen Anliegen der Bevölkerung, insbesondere der Vollbeschäftigung und der eigenständigen Alterssicherung. Darüber hinaus engagierte sie sich auch auf kommunaler Ebene für die Belange der Bevölkerung. Besondere Verdienste hat sich Nationalrätin a.D. Annemarie Reitsamer auch durch ihren ehrenamtlichen Einsatz und für ihr soziales Engagement für Behinderte und ältere Menschen erworben.
Das Silberne Ehrenzeichen des Landes Salzburg ging an Konsul Komm. Rat Ing. Gebhard Klaus Hinteregger aus Salzburg, Komm. Rat Ing. Horst Loos aus Bischofshofen, LAbg. a.D. Othmar Nacovsky aus Seekirchen sowie Ministerialrat Prof. Dipl.-Ing. Dr. Gerhard Poschacher aus Wien.
Komm. Rat Baumeister Ing. Klaus Hinteregger trat 1968 in die Hinteregger & Söhne Baugesellschaft ein, wo er zunächst als Techniker, dann als Bauleiter beschäftigt war und seit 1978 Geschäftsführer ist. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Auszuzeichnende die Baugesellschaft, die rund 600 Personen beschäftigt, zu einem der leistungsfähigsten Fachunternehmen im Untertagebau und Tunnelbau, aber auch im Kraftwerksbau sowie im Eisenbahnbau entwickelt. Neben seiner Tätigkeit als erfolgreicher Unternehmer stellt Kommerzialrat Hinteregger seine Fachkenntnisse auch der industriellen Interessensvertretung zur Verfügung. Seit 1992 ist er auch Honorarkonsul der Tschechischen Republik.
Nach Abschluss des Ingenieurstudiums trat Ing. Horst Loos in den väterlichen Betrieb, die Firma Eisenwerk Theodor Loos in Gunzenhausen/Deutschland ein. Dabei war er zunächst vor allem für den technischen Verkauf in Österreich verantwortlich. Kommerzialrat Loos übernahm 1962 nach Gründung der Kessel Loos KG in Bischofshofen die Geschäftsführung und baute das Unternehmen zu seiner heutigen Bedeutung auf. Loos-Produkte, insbesondere Heiz- und Heißwasserkessel, werden heute in 140 Länder exportiert. Ing. Loos hat sich auch in der Interessensvertretung viele Jahre hindurch engagiert.
LAbg. a.D. Othmar Nacovsky wurde in Wien geboren, war zunächst Facharbeiter in einer Schuhfabrik und wechselte dann in den Postdienst, wo er zuletzt bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand im Jahr 1992 als Abteilungsleiter im Bahnhofspostamt tätig war. Sein besonderes Engagement galt und gilt der Politik: Als Postgewerkschafter, Gemeindemandatar, Bezirksvorsitzender der Flachgauer SPÖ und schließlich als Abgeordneter zum Salzburger Landtag von 1982 bis 1992. Dort war er unter anderem Mitglied im Raumordnungs-, Verkehrs- und Umweltausschuss sowie im Landwirtschafts- und Unvereinbarkeitsausschuss.
Ministerialrat Prof. Dr. Poschacher wurde in Bruck an der Glocknerstraße geboren und promovierte an der Universität für Bodenkultur in Wien. 1968 begann seine Laufbahn im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, in der er sich stets für Salzburger Anliegen eingesetzt hat. So war ihm die Zucht des Pinzgauer Rindes als autochthone Rasse stets ein besonderes Anliegen; damit hat er sich in Züchterkreisen große Anerkennung erworben. Prof. Poschacher wird unter anderem für sein Engagement für Salzburgs Bauern und für die Förderung Salzburger Erzeugnisse geschätzt und tritt auch oft als kompetenter Gastreferent bei Veranstaltungen in Salzburg auf.
Das goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg erhielten Dr. Wolfgang Aigner aus Wals-Siezenheim, Dipl.-Ing. Dieter Gebhart aus Oberalm, Dr. Sigrid-Maria Größing aus Großgmain, Hans Georg Keplinger aus Salzburg, Vizepräsident Komm. Rat Ing. Gerhard Köberl aus Salzburg, Oberamtsrat i.R. Josef Papp aus Mittersill und Hon. Prof. Medizinalrat Dr. Martin Pfeiffer aus Salzburg.
Dr. Wolfgang Aigner wurde in Salzburg geboren und beendete 1969 das Medizinstudium an der Universität Innsbruck. Die Ausbildung zum praktischen Arzt erfolgte im LKH Salzburg, danach war er in der Landesnervenklinik und im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder tätig. 1975 eröffnete Dr. Aigner seine Praxis als praktischer Arzt in Wals, wo er seit diesem Zeitpunkt als Vertragsarzt für alle Krankenkassen und als Sprengelarzt für Wals-Siezenheim und Großgmain tätig ist. Im Jahr 1994 wurde Dr. Aigner vom zuständigen Ministerium die Bewilligung zur Ausbildung von Ärzten zum Arzt für Allgemeinmedizin erteilt.
Dipl.-Ing. Dieter Gebhart war nach Tätigkeiten im Bereich des Steinkohle- und Kupferbergbaus sowie als Betriebsleiter der Gipswerke Moldan von 1989 bis 1998 Betriebsleiter der Marmor Industrie Kiefer in Oberalm. 1998 übernahm er mit einem Partner das traditionsreiche Unternehmen von der Heidelberger Zement AG und trug dazu bei, dass die Firma mit ihren rund 45 Arbeitnehmern für die regionale Wirtschaft erhalten blieb. Mit bedeutenden Investitionen wurde mittlerweile die technische Leistungsfähigkeit des Unternehmens verstärkt, um eine rationellere Verarbeitung des gewonnenen Steinmaterials zu gewährleisten.
Dr. Sigrid-Maria Größing absolvierte ihr Geschichtsstudium in Wien und begann im Jahr 1964 die Lehrtätigkeit an der Handelsakademie in Mödling. In der Folgezeit unterrichtete sie noch an der HTL Salzburg und am Gymnasium Vaterstetten bei München. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes beendete sie ihre Lehrtätigkeit und begann als freie Schriftstellerin tätig zu werden. Dr. Größing hat sich vor allem auf die menschlichen Seiten historischer Persönlichkeiten spezialisiert und bringt diese in Buchform. So hat sie u.a. bereits mehrere Bücher über die Habsburger veröffentlicht. 1993 promovierte sie an der Universität Salzburg zum Doktor für Geschichte.
Hans-Georg Keplinger engagiert sich seit seiner frühesten Jugend in der Landesgruppe der Salzburger Pfadfinderinnen und Pfadfinder, deren Präsident er seit dem Jahr 2000 ist. Im Jahr 1984 wurde er zum Vorsitzenden des Salzburger Jugendbeirates gewählt. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Entstehung des Jugendschutzgesetzes 1984, des Jugendförderungsgesetzes 1985 und des Jugendgesetzes 1999 mitverantwortlich. In seine Ära fielen auch die drei Landesjugendfeste mit jeweils mehr als 4000 Besuchern in der Salzburger Altstadt. Im Vorjahr schied Keplinger aus der Funktion des Vorsitzenden des Jugendbeirates aus.
Kommerzialrat Ing. Gerhard Köberl absolvierte eine Ingenieursausbildung für Installationstechnik an der HTBLA Pinkafeld. Der Auszuzeichnende, der selbst Inhaber eines Technischen Büros ist, gehört seit dem Jahr 1973 dem Fachausschuss für Technische Büros in der Kammer der gewerblichen Wirtschaft an. Seit dem Jahr 2000 ist er Mitglied des Aufsichtsrates der Salzburger Parkgaragengesellschaft und seit neun Jahren Vizepräsident des Freien Wirtschaftsverbandes Salzburg. Kommerzialrat Ing. Köberl hat sich in den verschiedensten Funktionen in den Dienst der Allgemeinheit und insbesondere der Wirtschaft gestellt.
Oberamtsrat i.R. Josef Papp wurde in Stuhlfelden im Pinzgau geboren. Mit 1. Juli 1964 trat er in den Salzburger Landesdienst ein und legte auch die Beamtenmatura ab. Im September 1986 wurde Oberamtsrat Papp zum leitenden Sachbearbeiter des Jugendamtes der Bezirkshauptmannschaft Zell am See bestellt. Mit 1. Jänner des Vorjahres erfolgte die Bestellung zum Gruppenleiter der Jugendwohlfahrt der BH Zell am See. Oberamtsrat i.R. Josef Papp hat sich im Rahmen seines Dienstes große Sachkenntnisse im Bereich der Jugendwohlfahrt erworben. Mit Ablauf des 31. Juli 2001 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Hon. Prof. Medizinalrat Dr. Martin Pfeiffer wurde in Horn in Niederösterreich geboren. Er studierte an der Universität Prag Medizin und wurde dort 1945 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Seine praktische Ausbildung absolvierte er an der Landesfrauenklinik Salzburg und erhielt 1951 die Zuerkennung des Titels „Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe". Im selben Jahr eröffnete er seine Facharztpraxis in Salzburg, in der er bis 1987 tätig war. Bis 1997 führte er noch eine Privatpraxis. An der Universität Salzburg war er auch als Lehrbeauftragter tätig und gab sein erworbenes Wissen auch in zahlreichen Arbeiten und Seminaren weiter.
Das Silberne Verdienstzeichen des Landes Salzburg ging an Obmann Ing. Thomas Bubendorfer aus St. Johann im Pongau.
Ing. Thomas Bubendorfer wurde in Schwarzach im Pongau geboren, besuchte die Höhere Technische Lehranstalt für Hochbau in Salzburg und legte die Sägefacharbeiterprüfung ab. Seit 20 Jahren ist der Auszuzeichnende Obmann der Bürgergarde St. Johann und führt diese Aufgabe zur besten Zufriedenheit aus. Ing. Bubendorfer nimmt stets an allen Versammlungen, Ausrückungen und Veranstaltungen im Bereich des Bezirksverbandes der Pongauer Schützen teil. Von 1964 bis 1978 war Ing. Bubendorfer als Gemeindevertreter und Gemeinderat in St. Johann tätig, von 1978 bis 1989 hatte er den Posten des 1. Vizebürgermeisters inne.
Das Abzeichen des Landes Pro Caritate erhielt Poldi Radeschnig aus Niedernfritz.
Poldi Radeschnig war 22 Jahre lang, von 1979 bis 2001 Ortsleiterin der Frauenbewegung von Hüttau-Niedernfritz und hat sich in dieser Zeit große und bleibende Verdienste um ihre Heimatgemeinde erworben. Besonders hervorzuheben ist ihr sozial-karitatives Engagement. So wurden durch ihren Einsatz zahlreiche Veranstaltungen und Projekte durchgeführt, bei denen namhafte Geldbeträge erwirtschaftet werden konnten. Dieses Geld wurde dann sofort an Not leidende oder in Not geratene Familien weitergeben.
Lebensretter geehrt
Die Lebensrettungsmedaille des Landes erhielten August Koller aus Kaprun sowie Revierinspektor Manfred Pumhösel aus St. Pölten.
August Koller und Franz Schwabegger haben am 20. August 2000 im Bereich des Kitzsteinhornes (Kammerkees) eine deutsche Staatsbürgerin in einer äußerst schwierigen und gefährlichen Bergungsaktion aus einer 20 Meter tiefen und zwei Meter breiten Gletscherspalte retten können. Die Deutsche war auf dem Gletschereis ausgerutscht, über den Hang geglitten und anschließend in die Gletscherspalte gestürzt, wo sie schwer verletzt liegen blieb. Der Begleiter der Deutschen holte daraufhin Hilfe. August Koller und Franz Schwabegger, der die Lebensrettungsmedaille des Landes bereits zu einem früheren Zeitpunkt erhalten hat, konnten die Abgestürzte aus der Gletscherspalte befreien.
Revierinspektor Manfred Pumhösel war im Zuge des European Economic Forums 2001 von der Bundespolizeidirektion St. Pölten der Bundespolizeidirektion Salzburg zugeteilt worden. Am 3. Juli 2001 war er mit der Sicherung des Hotels Sacher Salzburg betraut, als er gegen 3.50 Uhr eine Person beobachten konnte, die zielstrebig an der gegenüberliegenden Seite des Flusses ins Wasser der Salzach ging. Kurz darauf trieb der Mann leblos im Fluss. Revierinspektor Pumhösel zögerte keinen Augenblick und sprang sofort in die hohen Wasserstand führende Salzach, schwamm auf die treibende Person zu und konnte diese unter Mobilisierung der letzten Kraftreserven ans Ufer ziehen. Nach erfolgter Bergung konnte der Mann erstversorgt werden und war nach kurzer Zeit wieder ansprechbar. G69-11
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