Hoch qualifiziertes wissenschaftliches Personal als Standortfaktor

Christian-Doppler-Preis 2001 an fünf Salzburger Wissenschafter verliehen / Internationaler Wettbewerb bei der Forschung

Salzburger Landeskorrespondenz, 04.06.2002
 

LK Ÿ "Im internationalen Wettbewerb der Regionen und Standorte zählt das Vorhandensein von Forschungseinrichtungen und hoch qualifiziertem wissenschaftlichen Personal zu den oft ausschlaggebenden Kriterien, wenn Standortentscheidungen zu treffen sind". Dies erklärte der Leiter der Präsidialabteilung des Landes, Hofrat Dr. Peter Mittermayr, heute Dienstag, 4. Juni, in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger bei der Verleihung des Christian-Doppler-Preises 2001 an fünf Salzburger Wissenschafter/innen in der Christian Doppler-Forschungs- und Gedenkstätte am Makartplatz.

Die fünf Preisträgerinnen und Preisträger erhalten ein Preisgeld von je 2.180 Euro. Einreichungen waren in fünf Sparten möglich. Die meisten Bewerber reichten in der Sparte Biowissenschaften ein. In der Sparte Chemie, Mathematik und Physik wurde Dipl.-Ing. Mag. Bernhard Seiwald (Kuchl) für seine Diplomarbeiten "Monte Carlo-Simulation von Flugzeitspektren in einem TOF-REMPI" und "Global Modeling for Sunspot Numbers" ausgezeichnet. In der Sparte Geowissenschaften erhielt Mag. Dr. Waltraud Winkler (Salzburg) den Christian-Doppler-Preis für ihre Dissertation über "Fossil resins (amber) and their sedimentological environment - new investigation methods and their application in mineralogy, gemology, archeometry and industry". Die Preisträger in der Sparte Biowissenschaften heißen Mag. Dr. Günter Lepperdinger (Arnsdorf) mit der Habilitationsschrift "HYALURONAN", Mag. Dr. Harald Esterbauer (Salzburg) mit seiner Veröffentlichung "Nature Genetics" mit den Titel "A common polymorphism in the promoter of UCP2 is associated with decreased risk of obesity in middle-aged humans" sowie Dr. Robert Lindner (Salzburg) mit seiner Dissertation "The Population Biology of the common Guillemot, Uria aalge".

Das Land Salzburg hat im Juni des Vorjahres das Wissenschafts- und Forschungsleitbild des Landes beschlossen. Grundidee dieser Studie sei es gewesen, dass das größte Wirtschaftswachstum heute weltweit in den forschungsintensiven Branchen erzielt wird, so Mittermayr. Auch das Land Salzburg stehe in diesem internationalen Wettbewerb der Regionen und habe dabei eine sehr gute Position zu verteidigen. "Das ist keine leichte Aufgabe für ein kleineres Bundesland, das zwar nach wie vor auf hervorragende Eckdaten und Kennzahlen verweisen kann, doch gerade im Wissenschafts- und Forschungsbereich neben einer Reihe von Stärken auch erkennbare Schwächen aufweist. So gibt es in unserem Land leider nur wenige größere forschungsintensive Unternehmen, es fehlen eine Medizinische, eine Wirtschafts- bzw. Technische Universität, und so manche Forschungseinrichtung ist am nationalen und internationalen Maßstab gemessen zu klein dimensioniert, um auf Dauer wettbewerbsfähig zu sein", machte Mittermayr deutlich. Um so wichtiger sei es, die Leistungen an den Naturwissenschaften in Salzburg zu dokumentieren und sie dynamisch weiter zu entwickeln. "Die Weichen dafür sind jedenfalls gestellt", so Mittermayr.

Ob Diplomarbeit, Dissertation oder sonstige eigenständige wissenschaftliche Arbeit; die bisher mit dem Christian-Doppler-Preises ausgezeichneten Arbeiten würden zeigen, dass Wissenschaft und Forschung nicht praxisfern sein müssen, sondern sehr wohl auch konkrete Lösungsansätze und Diskussionsvorschläge für die "außeruniversitäre Welt" beinhalten können.

Internationales Doppler-Symposion im Oktober 2003

Das Jahr 2003 wird zum 200. Geburtstag des Salzburger Physikers als besonderes Gedenkjahr begangen werden. So wird ein großes internationales Symposion im Oktober 2003 stattfinden. Ein Standardwerk über Dopplers Leben und seine Anwendungen wird herausgegeben werden. Die Christian-Doppler-Gedenkstätte soll entsprechend adaptiert und modernisiert werden. Geplant ist auch eine Fernsehdokumentation über Christian Doppler.

Technologieland Salzburg

Seit dem Jahr 1972 schreibt die Salzburger Landesregierung alle zwei Jahre einen Christian Doppler-Preis für wissenschaftliche und technische Leistungen und Erfindungen aus, der in fünf Sparten vergeben wird. Mit dem Neubau der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Salzburger Universität, der Errichtung eines Technologiezentrums und dem Ausbau und der Entwicklung der Computerforschung entstand ein neues Salzburg-Bild, das das bisherige Kulturgepräge überlagerte. Salzburg nützt heute die Chance mit einer Präsenz im Umfeld der Naturwissenschaften eine bedeutende internationale Position zu erringen. "In dieser Situation wird sich Salzburg seiner bislang im Schatten des kulturellen Erbes stehenden Naturwissenschaftlichen Tradition bewusst. In diesem Zusammenhang war es hoch an der Zeit, dass in Salzburg Schritte gesetzt werden, um des Lebens und Wirkens des weltberühmten Physikers Christian Andreas Doppler in gebührender Forum zu gedenken", sagte Mittermayr.

So wurde auf Initiative des im Jahr 1987 gegründeten Christian Doppler-Fonds im Jahr 1990 im Haus der Natur eine Dopplersonderschau eingerichtet. Eine Reihe von Symposien zum Doppler-

Prinzip und zahlreiche weitere Aktivitäten fanden statt. Schließlich konnte im Jahre 1998 die
Christian Doppler-Forschungs- und Gedenkstätte in seinem Geburtshaus am Makartplatz errichtet werden. G106-60

 

Franz Neumayr wird den Redaktionen Fotos von der Doppler-Preis-Verleihung anbieten.