Landesregierung vergibt Verdienstzeichen

Beim Festakt in der Residenz wurden zahlreiche verdienstvolle Personen ausgezeichnet

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.06.2002
 

LK Ÿ Es seien stets persönlicher Einsatz und selbst auferlegte soziale Verantwortung, die zu den ehrungswürdigen Leistungen führten, betonte Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger kürzlich bei einem großen Ehrungsfestakt in der Salzburger Residenz, unabhängig davon, wo die Ausgezeichneten auch tätig seien, in der Wissenschaft, der Wirtschaft, im Bildungsbereich, in der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitswesen, in der Sozialarbeit, in Kultur, Sport, Politik oder einem der vielen anderen Tätigkeitsfelder der Gesellschaft.

Das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg ging an Dipl.-Ing. Rainer Herbrich (Salzburg), Bruno Kurz (Hallein), Ernst Langthaler (Salzburg), Dr. Sigrun Loos (Salzburg), Mag.
Ingeborg Lovcik (Elsbethen), Dipl.-Tierarzt Adolf Polivka-Treuensee (Wals-Siezenheim),
Günther Pumberger (Eberschwang), Hans Reindl (St. Veit im Pongau), Josef Schößwendter (Saalfelden), Pfarrer Mag. Günter Ungar (Salzburg), Mag. Egon Voithofer (Mittersill) sowie Dipl.-Ing. Johann Waltl (Zell am See).

Rainer Herbrich graduierte im Jahr 1978 an der Universität Innsbruck zum Diplomingenieur für Bauwesen. Im Anschluss trat er in das Ingenieurbüro seines Vaters ein. Im Jahr 1983 legte Dipl.-Ing. Herbrich die Ziviltechnikerprüfung ab und übernahm ein Jahr später die alleinige Geschäftsführung des Ingenieurbüros, welches heuer sein 50-jähriges Bestandsjubiläum feiert. Unter der Leitung von Dipl.-Ing. Herbrich hat das Ingenieurbüro zahlreiche wichtige Bauvorhaben in Salzburg betreut, unter anderem zahlreiche Gebäude in den Landeskrankenanstalten, die Tieferlegung der Lokalbahn sowie die Aufstockung des Flughafens.

Bruno Kurz, gelernter Betriebselektriker, absolvierte in der Halleiner Papierfabrik seine Ausbildung und war dort insgesamt 38 Jahre beschäftigt. 1995 trat Bruno Kurz bei den Gaissauer Bergbahnen als Prokurist und Geschäftsführer ein. Er hat dem Skigebiet ab dieser Zeit zu einer besonderen Belebung verholfen und kann auf eine sehr erfolgreiche Bilanz verweisen. Ende Mai 2002 trat Kurz in dieser Funktion in den Ruhestand. Das zweite Leben des Bruno Kurz gehörte schon immer dem Sport. Als Fußballer spielte der jetzige Obmann des SC Reyer sechs Jahre bei Austria Salzburg und im Jahr 1968 erfolgte gar eine Einberufung ins Österreichische Nationalteam.

Bereits im Jahr 1974 fand der ehemalige SAFE-Angestellte Ernst Langthaler bei Sanierungsarbeiten im Haus seiner Familie in der Salzburger Steingasse eigenartige Ziegelformen, die vermuten ließen, dass uraltes Hafner-Werksmaterial wie Kacheln und Modeln an Stelle von üblichen Bauziegeln verwendet worden waren. Ernst Langthaler holte in mühevoller Kleinarbeit 160 Modeln und Kacheln aus dem Mauerwerk und ließ die Fundstücke wissenschaftlich untersuchen und bestimmen. Für seine wertvolle Dokumentation "Alt-Salzburger Hafnerkunst - Die Strobl-Werkstätte in der Steingasse" erhielt er 1998 einen Sonderpreis der Salzburger Kulturgüter.

Dr. Sigrun Loos studierte in Salzburg Kunstgeschichte und Archäologie und war ab dem Jahr 1978 als Kustodin im Rupertinum verdienstvoll tätig. Zum einen war sie Mitinitiatorin der Gründung der Einrichtung als Mitarbeiterin von Friedrich Welz und entscheidend am Aufbau der Sammlung beteiligt. Ebenso ist ihr die Erweiterung der Sammlung von Blättern von Oskar
Kokoschka sowie der Bestand von Zeichnungen und Entwürfen zu Mozarts "Zauberflöte" zu verdanken. Bis zum Übertritt in den Ruhestand im Jahr 2000 hat Loos auch maßgeblich an den Sommerausstellungen des Rupertinums mitgewirkt.

Mag. Lovcik studierte Kunstgeschichte in Salzburg. Im Jahr 1970 erlangte sie die Konzession für das Fremdenführergewerbe. Bei fast allen Staatsbesuchen der vergangenen Jahre wurde Mag. Lovcik für die Führungen eingesetzt. Mit besonderem Fachwissen hat sie zahlreiche bekannte und berühmte Persönlichkeiten auf die Schönheiten und historischen Hintergründe der Stadt Salzburg und ihrer Sehenswürdigkeiten hingewiesen. Darüber hinaus hat sie sich insbesondere für die Belange der Fremdenführer und dabei für die Ausbildung des Fremdenführernachwuchses verdient gemacht.

Tierarzt Adolf Polivka-Treuensee hat 1976 das Studium der Veterinärmedizin an der Universität in Wien mit dem Diplom abgeschlossen. Als Korpsveterinär ist er nicht nur für die Betreuung, Auswahl und Einsatz der Militärtiere, sondern insbesondere auch für die Lebensmittelkontrolle und Überwachung der Küchenhygiene innerhalb des Bundesheeres verantwortlich. Seit 1977 ist er auch als praktischer Tierarzt in Wals tätig. In der Schlachttier- und Fleischuntersuchung ist Dipl.-Tierarzt Polivka-Treuensee auch mit der Durchführung amtlicher Agenden betraut.

Günther Pumberger war 23 Jahre lang Bürgermeister seiner Heimatgemeinde
Eberschwang, steht seit zehn Jahren dem oberösterreichischen Gemeindeverband vor und ist auch Vizepräsident des österreichischen Gemeindebundes. Als Obmann der Inn-Salzach-Euregio hat er ausgezeichnete Beziehungen zur EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein aufgebaut und die Anliegen Salzburgs stets unterstützt. Auch im Ausschuss der Regionen hat Präsident Pumberger immer wieder großes Engagement gezeigt und das Land Salzburg in diesem Gremium häufig vertreten.

Hans Reindl war nach dem Kriegsdienst viele Jahre als Buchhalter tätig und trat 1983 in den Ruhestand. Seit 1979 widmet sich Hans Reindl freiberuflich mit großem Engagement dem Journalismus. Er hat dazu beigetragen, dass zahlreiche persönliche und festliche Anlässe in seiner Heimatgemeinde St. Veit und im Pongau in lokalen und landesweiten Zeitungen verbreitet wurden. Zudem hat er über viele Ereignisse aus den Gemeinden, der Wirtschaft und Kultur berichtet, und das niemals reißerisch, sondern er stellte stets positive Ereignisse in den Vordergrund. Hans Reindl ist auch Mitglied des Pongauer Hilfswerks und des Speedway-Clubs St. Johann.

Josef Schößwendter ist seit einem Arbeitsunfall im Jahr 1996 unterschenkelamputiert und hat als Behindertensportler bereits zahlreiche herausragende Leistungen erbracht. So gelang ihm beispielsweise im Jahr 1988 bei den Paralympics in Nagano/Japan ein sehr guter sechster Platz im Slalom. Noch besser erging es ihm im Jahr 2000 bei den Weltmeisterschaften in Crans Montana, wo er im Super-G den hervorragenden zweiten Platz eroberte. Seinen bislang größten sportlichen Erfolg erreichte Josef Schößwendter bei den diesjährigen Paralympics in Salt Lake City, wo er die Silbermedaille im Super-G holte.

Nach dem Theologiestudium in Marburg an der Lahn und Wien war Pfarrer Mag. Günter Ungar in Jenbach und Gmunden tätig. Im Jahr 1993 kam er nach Salzburg. Mag. Ungar, der nicht nur in der Seelsorge, sondern auch in Bau- und Finanzierungsfragen viel Erfahrung mitbrachte, betreute das Bauvorhaben in Salzburg-Gneis und war maßgeblich für dessen Fertigstellung im Jahr 1999 verantwortlich. Damit waren auch die Voraussetzungen für die eigentliche Gemeindearbeit und den seelsorgerischen Gemeindeaufbau geschaffen, denen sich Ungar, der im September in den Ruhestand tritt, nunmehr mit Nachdruck widmet.

Gemeindeoberrat Voithofer leitete mehr als 37 Jahre lang die Geschicke der Gemeindeverwaltung der Marktgemeinde Mittersill. Mit 1. April dieses Jahres ist er in den Ruhestand übergetreten. Er trat bereits im Alter von 15 Jahren in den Dienst der Marktgemeinde ein und legte - nach einer kurzen Tätigkeit in der Privatwirtschaft - in Folge zahlreiche Prüfungen ab. Daneben war er auch Mitglied der Dienstprüfungskommission und stellvertretender Vorsitzender und Mitglied der Standesbeamten-Dienstprüfungskommission. Lange Jahre war Mag. Voithofer auch Ortskommandant der Feuerwehr Mittersill sowie Geschäftsführer der RHV Oberpinzgau Mitte.

Hofrat Dipl.-Ing. Waltl hat sich als Bezirksarchitekt von 1964 bis 1992 im Pinzgau besondere Verdienste erworben. Viele alte und wertvolle Bauten konnten auf Grund seines Einsatzes und seiner Beratung vor dem Abbruch gerettet werden. Ebenso hat Hofrat Waltl maßgeblich an der Sanierung und Revitalisierung der Burg Kaprun sowie an der Renovierung der Bezirkshauptmannschaft und des Schlosses Rosenberg in Zell am See mitgewirkt. Auch hat er ganz wesentlich dazu beigetragen, dass das bereits verfallene Schloss Mattsee gerettet wurde. Den Bürgermeistern des Pinzgaus stand Waltl als Sachverständiger und Bezirksarchitekt immer mit Rat und Tat zur Seite.

Das Silberne Verdienstzeichen des Landes Salzburg erhielten Adelbert Pointl aus Wals-Siezenheim, Kurt Schell aus Eugendorf, Monika Thonhauser aus Salzburg und Peter Wörgötter aus Saalfelden.

Adelbert Pointl wirkt bereits seit vielen Jahren verdienstvoll im Österreichischen Alpenverein (ÖAV). So war er im Jahr 1977 Mitbegründer der Bergwanderergruppe der Alpenvereinssektion Salzburg und leitete diese 17 Jahre lang. In dieser Zeit hat er unzählige Berg- und Weitwanderungen mit seiner Gruppe organisiert und durchgeführt. Daneben war er auch als Wegreferent für Weitwanderwege im Vorstand der Sektion Salzburg und Beirat für Weitwandern im Vorstand des Landesverbandes tätig. Adelbert Pointl, der all diese Leistungen ehrenamtlich erbringt, hat auch mehrere Bücher heraus- bzw. mitherausgegeben.

Kurt Schell wurde in Siebenbürgen geboren und steht seit seinem Eintreffen in Österreich im ehrenamtlichen Dienst der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Österreich. Zunächst war er als Obmann der Siebenbürger Sachsen in Vöcklabruck tätig und hat nach der Übersiedelung nach Salzburg neben seiner Aufgabe als stellvertretender Obmann auch seine langjährige Erfahrung in der Sozialhilfe eingebracht. Bis heute nimmt er trotz seines offiziellen Ausscheidens als Sozialreferent diese Aufgabe gerne wahr und ist stets zum Wohle des Vereins und der Belange seiner Mitglieder tätig.

Monika Thonhauser beschäftigt sich seit vielen Jahren mit verschiedenen textilen Techniken und ist seit 1978 als Kursleiterin in verschiedenen Einrichtungen der Erwachsenenbildung tätig. Nach spezieller Ausbildung im Klöppeln im In- und Ausland gilt sie heute als Expertin auf diesem Gebiet in Salzburg. Monika Thonhauser ist Autorin von mittlerweile sechs Folgen der Salzburger Klöppelspitzenreihe, für die sie eine eigene "Klöppelanleitung" entwickelte, welche in vier Sprachen übersetzt wurde und auch weit über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet.

Peter Wörgötter hat sich im Landesverband Salzburg des Österreichischen Alpenvereins insbesondere als Landesalpinwart seit vielen Jahren besondere Verdienste erworben. Alljährlich organisiert er auf der Rudolfshütte einen Skitourenlehrgang, die im Durchschnitt von mehr als 100 Teilnehmern besucht wird und als eine der wichtigsten Veranstaltungen dieser Art angesehen werden kann. Zur Vermeidung von Unfällen beim Bergsteigen veranstaltet Peter Wörgötter, der bereits fünf Achttausender bestiegen hat, jedes Jahr einen Sicherungs- und Kletterkurs im Klettergarten in Weißbach bei Lofer. G117-41

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