Impuls für mehr Arbeitsplätze im ländlichen Raum

W. Eisl: Maßnahmen-Mix Schlüssel für hohe Beschäftigungsquote Blachfellner: Weniger Arbeitslose bei Sachgüterproduktion

Salzburger Landeskorrespondenz, 03.10.2003
 

LK Ÿ Der Schlüssel zu einer hohen Beschäftigungsquote bzw. einer geringen Arbeitslosigkeit liege in der Mischung aus verschiedenen Maßnahmen. Ein Patentrezept oder eine Einzelmaßnahme allein greifen nicht. Vielmehr müssen wirtschaftspolitische, budgetpolitische, bildungspolitische und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen optimal ineinander greifen. "Die heute vorgestellte Initiative ist ein Baustein aus diesem Maßnahmenpaket", erklärte Wirtschaftsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Eisl heute, Freitag, 3. Oktober, bei einem gemeinsamen Informationsgespräch mit dem für den Arbeitsmarkt verantwortlichen Landesrat Walter Blachfellner. Präsentiert wurde dabei eine Arbeitsmarktinitiative für die Regionen, die vom Sozial- und Wirtschaftsressort gemeinsam entwickelt wurde, und für die 280.000 Euro reserviert sind.

Das Land Salzburg werde künftig mehr Eigeninitiative bei der Schaffung von Arbeitsplätzen in den Regionen ergreifen müssen und sich nicht auf die EU-Strukturfondsgelder der Europäischen Union verlassen können, da diese künftig vor allem den neuen Mitgliedsländern der EU zugute kommen. Es sei daher wichtig, dass Salzburg selbst neue innovative und regionalpolitische Beschäftigungsanreize für Betriebe entwickelt, so Blachfellner.

"Obwohl das Land Salzburg vergleichsweise gute Beschäftigungs- und Arbeitslosenzahlen aufweist, wurde auch in finanziell schwierigen Zeiten alles unternommen, um Impulse für den Arbeitsmarkt zu setzten", sagte Eisl und nannte als Beispiele die Impulsprogramme der Landesregierung oder die hohen Ausgaben für investive Maßnahmen in den Landeshaushalten. Auch seien die Gelder für aktive Arbeitsmarktpolitik in Salzburg so hoch wie noch nie und seien in den Jahren 2003 und 2004 noch um eine Million Euro aus Sondergeldern aufgestockt worden.

Für Eisl ist eine hohe Beschäftigungsquote und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eines der Hauptanliegen dieser Landesregierung: "Dies lässt sich nicht nur im Regierungsprogramm nachlesen, sondern wurde und wird über die gesamte Legislaturperiode umgesetzt." Ein Motto der Regierungserklärung im April 1999 war "Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren". Dies werde auch mit der heutigen Initiative umgesetzt, so der Wirtschaftsreferent.

Zusätzliche Arbeitsplätze in der Sachgüterproduktion

Die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze in der Sachgüterproduktion im ländlichen Raum - das ist das Ziel der neuen Förderungsaktion des Landes, welche mit einem Förderungsbudget von 280.000 Euro aus HYPO-Geldern dotiert ist. Rund 50 Arbeitsplätze können so neu geschaffen werden, erhofft sich Blachfellner. Sollte sich diese Art der zielgruppenspezifischen Einstellförderaktion in geographisch benachteiligten Regionen bewähren, kann sich Blachfellner auch ein längerfristiges Projekt vorstellen.

Der Landesrat betonte, dass gerade in der Branche "Sachgütererzeugung" eine rückläufige Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist. So sei im September 2003 die Arbeitslosigkeit in der Sachgüterproduktion um drei Prozent gesunken. Ein weiterer Vorteil dieser Branche bestehe darin, dass Arbeitslose aus der Sachgüterproduktion auch in anderen Branchen leichter unterkommen.

Mehr Beschäftigung innergebirg

Insbesondere Betriebe in den Regionen innergebirg, wie die Bezirke Zell am See, St. Johann und Tamsweg sowie das Lammertal, sollen in den Genuss der Förderung kommen. Für die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze für 19- bis 25-jährige oder über 45-jährige Arbeitskräfte kann ein Zuschuss im Ausmaß von 6.000 Euro pro Vollzeitbeschäftigungsverhältnis ab 35 Stunden pro Woche bzw. 3.000 Euro pro Teilzeitverhältnis mit mindestens 20 Stunden pro Woche zur Verfügung gestellt werden, erläuterte Landesrat Blachfellner.

Voraussetzung für die Förderung ist weiters, dass sich die Gesamtzahl der im Betreib beschäftigten Arbeitnehmer/innen dauerhaft zumindest für ein Jahr erhöht.

Dauerarbeitsplätze im ländlichen Raum

Warum Betriebe mit Sachgüterproduktion gefördert werden sollen, begründete Blachfellner damit, dass die Sachgüterproduktion in höherem Ausmaß die Chance auf ganzjährige Dauerarbeitsplätze bietet und eine höhere Wertschöpfung beispielsweise verglichen mit dem Handel ermöglicht. "Dauerarbeitsplätze sind gerade in den ländlichen, vom Tourismus bzw. saisonal geprägten Innergebirgsregionen des Landes wichtig", stellte Blachfellner klar.

Daher wurde die Initiative auch auf wachsende Unternehmen, insbesondere solche, die in größerem Umfang investieren, ausgerichtet. Die ländlichen Gebiete weisen ein enormes Arbeitsplatzdefizit auf - also mehr Arbeitskräfte - als Arbeitsplätze. Als Folge davon ergeben sich hohe Pendlerquoten in den Zentralraum, wies Blachfellner auf die daraus entstehende Verkehrsproblematik hin.

Gewinn für beide Seiten

Für den Landesrat stellt diese Einstellförderungsmaßnahme sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die Arbeitgeber - also die Betriebe - einen Gewinn dar. Für die Beschäftigten bedeutet ein Arbeitsplatz in der Sachgüterproduktion einen sicheren Job und den Vorteil, dass durch die regionale Ansiedlung die oft hohe Anfahrtszeit zum Arbeitsplatz wegfällt. "Für die Arbeitgeber bedeutet die Anstellung neuer junger Mitarbeiter, dass das neueste Know-how in die Betriebe gelangt. Das wiederum kann kreative Potenziale aktivieren, die vorher kaum oder gar nicht genutzt worden sind", so Blachfellner. Ältere Arbeitslose über 45 Jahre hingegen könnten ihre langjährigen Erfahrungen einbringen. 192-60b