Christian-Doppler-Preise des Landes vergeben

Burgstaller überreichte die Preise für wissenschaftliche Arbeiten in Dopplers Geburtshaus am Makartplatz

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.06.2004
 

(LK)  Die Christian-Doppler-Preise für wissenschaftliche Arbeiten 2003 wurden heute, Montag, 21. Juni, von Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller in der Forschungs- und Gedenkstätte Christian Dopplers Geburtshaus am Makartplatz 1 an die Preisträger übergeben. Die Salzburger Landesregierung schreibt diesen Preis alle zwei Jahre für besondere wissenschaftliche und technische Leistungen bzw. Erfindungen aus. Der Preis soll die persönliche und berufliche Karriere der Ausgezeichneten fördern, so die Landeshauptfrau. Vergeben wurden heute vier Preise zu je 2.180 Euro an folgende Preisträger:

In der Sparte technische Wissenschaften und Umweltschutz wurde Univ.-Prof. Dr. Bernhard Lendl für sein Patent eines Verfahrens zur Überwachung von biotechnologischen Prozessen ausgezeichnet. Sieger der Sparte Chemie, Mathematik und Physik ist Univ.-Prof. Dr. Andreas Uhl, der die Auszeichnung für neun verschiedene Veröffentlichungen erhielt. In der Sparte Biowissenschaften wurden Dr. Wolfgang Dämon für seine Veröffentlichung "Corticoide Pilze des Bundeslandes Salzburg“ sowie Mag. Thomas Felder ausgezeichnet. In der Sparte Geowissenschaft wurde diesmal kein Preis vergeben.

Kriterien für die Vergabe des Doppler-Preises waren u. a., dass die Bewerber das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, dass sie im Bundesland Salzburg geboren oder seit mindestens fünf Jahren hier ihren Wohnsitz haben müssen bzw. dass deren Forschungen oder wissenschaftliche Arbeiten für Salzburg bedeutsam sind. Die wissenschaftlichen Arbeiten mussten in den vergangenen fünf Jahren entstanden sein.

Christian Doppler wurde als Sohn einer Steinmetzfamilie am 29. November 1803 in Salzburg geboren. Auf Grund seiner schwachen körperlichen Konstitution war er den Anforderungen des Steinmetzberufes jedoch nicht gewachsen und studierte in Wien und Salzburg. Danach lehrte er in Prag am Polytechnischen Institut Mathematik und Physik. 1841 wurde er zum Ordentlichen Professor für Mathematik und Physik an der Universität Prag berufen.

Sein Hauptwerk "Über das farbige Licht der Doppelsterne“, in dem er den so genannten Doppler-Effekt vorstellte, veröffentlichte er 1842. In seiner Zeit als Professor in Prag publizierte er mehr als 50 wissenschaftliche Arbeiten über Physik, Mathematik und Astronomie. Während der Wirren des Jahres 1848 (Märzrevolution) zog er mit seiner Familie nach Wien und wurde 1850 von Kaiser Franz Josef zum Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Wien berufen. Er war hier der erste Professor für Experimentalphysik. Der Familienmensch Doppler wurde stets von seiner hochintelligenten Frau unterstützt. 1853 starb Christian Doppler in Venedig an den Folgen einer Lungenerkrankung, eine damals typische Steinmetzkrankheit.

Erst nach seinem Tod wurde die Bedeutung seiner Erkenntnisse für die Naturwissenschaften erkannt: In der Astronomie, Raumfahrt, Medizin oder Physik ist die Anwendung des Doppler-Effektes heute nicht mehr wegzudenken. Dopplers Geburtshaus befindet sich am Makartplatz 1, wo heute die Doppler-Forschungs- und Gedenkstätte untergebracht ist. An seinem 100. Geburtstag wurde im Vorjahr in Salzburg eine Gedenktafel aufgestellt. Der Doppler-Fonds soll den Namen und sein Wirken bekannter machen. i117-11F

Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Überreichung der Christian-Doppler-Preise anbieten.

Mit der heutigen Landeskorrespondenz I erhalten die Redaktionen Detailinformationen zu den Arbeiten der Doppler-Preisträger.