Naturdenkmal Kaiserbuche nicht zu retten

Eisl: Baumscheiben der 220 Jahre alten Buche fürs Museum / "Kaiserbuchen-Nachwuchs" entwickelt sich gut

Salzburger Landeskorrespondenz, 13.08.2004
 

(LK)  Die in der Nacht auf heute durch einen Sturm teilweise entwurzelte und am Stamm geknickte Kaiserbuche auf dem Haunsberg kann nicht mehr gerettet werden. Dieses Ergebnis brachte heute, Freitag, 13. August, ein Lokalaugenschein von Vertretern der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung und der Naturschutzabteilung des Landes. Der 1779 zur Erinnerung an einem Besuch von Kaiser Josef II. gepflanzte Baum wird zerschnitten und aufgearbeitet. Einzelne Baumscheiben des wohl berühmtesten Salzburger Baumes werden der Gemeinde Obertrum bzw. Heimatmuseen zur Verfügung gestellt, berichtete Naturschutz-referent Landesrat Sepp Eisl.

Die Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung hat mit heutigem Tag die Erklärung zum Naturdenkmal widerrufen. Dies ist naturschutzrechtlich die Voraussetzung, dass der Baum gefällt bzw. aufgearbeitet werden darf. Die Kosten für die Aufarbeitung sowie für die Renovierung der leicht beschädigten Kaiser-Franz-Josef-Jubiläumskapelle in unmittelbarer Nachbarschaft trägt das Land.

Bereits im Herbst des Vorjahres wurden vorsorglich in unmittelbarer Umgebung des Baumes fünf Ableger der Kaiserbuche gepflanzt, da der mehr als 220 Jahre alte Baum vom Baumpilz befallen war und weitere Schäden aufgewiesen hat. Dieser "Kaiserbuchen-Nachwuchs“ entwickle sich sehr gut. Möglicherweise wird einer dieser jungen Bäume in einigen Jahren an die Stelle gesetzt, wo bis heute die ursprüngliche Kaiserbuche stand, so Landesrat Eisl weiter.

Die Kaiserbuche hat beim Umfallen die daneben stehende und erst im vergangenen Jahr renovierte Kapelle leicht beschädigt. Die geringen Schäden am Dach sowie an der Gedenkstele für Kaiser Josef II. werden demnächst behoben, teilte Bezirkshauptmann Hofrat Mag. Reinhold Mayer mit. Diese Jubiläumskapelle wurde am 18. August 1898 anlässlich des 50-Jahre-Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Josef geweiht und im Jahr 2002/03 mit einem Aufwand von rund 43.000 Euro renoviert.

Die Kaiserbuche auf dem Haunsberg soll im Jahr 1779 gepflanzt worden sein. Nach dem Bayerischen Erbfolgekrieg und dem Friedensvertrag von Teschen vom Mai 1779 reiste Kaiser Josef II. über Linz und Straßwalchen ins Innviertel, um die im Friedensvertrag neu gewonnenen Gebiete im vormals bayerischen Raum zu besuchen. Vom Haunsberg aus soll er auf seine "neuen Länder“ jenseits der Salzach geblickt haben. Zum Gedenken an diesen Besuch soll die Kaiserbuche gepflanzt worden sein. i156-11A

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