Ein halbes Jahrhundert im Dienste der Kinder

Burgstaller, Eberle und Buchinger bei 50-Jahre-Feier des Sozialpädagogischen Zentrums am Freitag, 17. Juni

Salzburger Landeskorrespondenz, 08.06.2005
 

(LK)  Das 50-jährige Bestehen feiert das Sozialpädagogische Zentrum des Landes (SPZ) am Freitag, 17. Juni. Die Veranstaltung mit Festprogramm und Tag der offenen Tür findet in den eigenen Räumlichkeiten in der Kleßheimer Allee 81-83, Salzburg-Taxham, ab 10.00 Uhr, mit Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller, Familienreferentin Landesrätin Doraja Eberle und xSozialreferent Landesrat Dr. Erwin Buchinger statt. Am Nachmittag sind beim "Tag der offenen Tür“ für Interessierte die Pforten geöffnet. Außerdem gibt es ab 11.30 Uhr Hausführungen, die alle 15 Minuten durchgeführt werden.

Das SPZ wurde am 10. Juni 1955 gegründet und besteht aus dem Institut für Heilpädagogik (IHP), dem Tagesheim für Kleinkinder (THK), dem Mutter-Kind-Heim (MKH) und der Verwaltung. Im IHP werden Kinder bis zum zwölften Lebensjahr, die schwerwiegende Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsprobleme, meist kombiniert mit Lern- und Leistungsschwächen, haben, behandelt. Ziel ist, den Kindern möglichst dauerhaft normale emotionale und soziale Entwicklung zu ermöglichen, und die Reintegration in das natürliche Umfeld von Familie und Schule. Ein Schwerpunkt ist die Abklärung und Therapie von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (AD/HS). Die Zuweisung und Vermittlung der Klient/innen erfolgt durch Schulen, Schulpsychologen, Ärzte oder auch durch die Erziehungsberechtigten.

Das Mutter-Kind-Heim untergliedert sich in eine Krisenstelle für Säuglinge und Kleinkinder bis zum Schuleintritt, eine Familiengruppe und eine Wohngemeinschaft für schwangere Frauen und Mütter mit Kleinstkindern. In der Krisenstelle besteht der Schwerpunkt der Betreuungsarbeit neben gezielter Förderung und alltagsorientierten Aktivitäten in einer möglichst familiennahen Ausrichtung, verbunden mit einer intensiven und persönlichen Zuwendung. Ziele der Betreuung sind die Vorbereitung von Pflegeverhältnissen, die Anbahnung der Kontakte zwischen Pflegeeltern, Kind und Herkunftsfamilie sowie deren Nachbetreuung.

Eine WG für Mutter und Kind

In der Wohngemeinschaft wird schwangeren Frauen und Müttern mit Kleinstkindern, die vorübergehend ihren bisherigen Wohnsitz verloren haben oder ihre Familie aus sozialen Gründen verlassen mussten, eine zeitlich befristete Unterkunft in Einzelzimmern und Gemeinschaftsräumen angeboten. Die Frauen in der Wohngemeinschaft werden bei der Geburtsvorbereitung und -begleitung, bei der Pflege und Grundversorgung des Säuglings und in sozialen, familiären und partnerschaftlichen Fragen betreut. Der auf ein halbes Jahr begrenzte Aufenthalt kann in begründeten Fällen überschritten werden.

Das Tagesheim für Kleinkinder ist eine dem Kindergarten ähnliche Einrichtung zur Betreuung von Kleinkindern im Alter zwischen eineinhalb und sechs Jahren mit langen Öffnungszeiten von 6.30 bis 19.00 Uhr und uneingeschränktem Betrieb auch während der Ferienzeiten. Das THK untergliedert sich in drei altersgemischte Gruppen. Das pädagogische Konzept orientiert sich an emotionaler und religiöser Erziehung, Sozialverhalten, Werteverhalten, Kreativität, Denkförderung, Sprachbildung, Bewegungserziehung, Lern- und Leistungsverhalten und Umweltbewältigung. Die Betreuung umfasst auch Malen, Musik, kreatives Gestalten, Ausflüge, Schwimmen, Sport und individuelle Förderarbeit.

Als Wohlfahrtseinrichtung des Landes Salzburg wurde das "Landeskinderheim“ 1955 gegründet und war für die Unterbringung von bis zu 40 Kindern konzipiert. Gleichzeitig wurde die "Heilpädagogische Beobachtungsstation“ vom Landeskrankenhaus in einen Teilbereich des Landeskinderheimes verlegt.

Vom Landeskinderheim zum Sozial-Pädagogischen Zentrum

1969 wurde das "Landessäuglingsheim“ in Betrieb genommen und das "Landes-Mutter- und Kind-Heim“ eröffnet. 1973 wurde das Landeskinderheim in ein "Durchgangsheim“ für zwei- bis sechsjährige Kinder umgewidmet und sechs Jahre später eine "Kindergartengruppe“ eingerichtet. 1988 werden die Kinder des Landeskinderheimes in einer Familiengruppe des Landes-Mutter-Kind- und Säuglings-Heimes zusammengeführt. In der Heilpädagogischen Station werden die therapeutischen Möglichkeiten durch vermehrten Einsatz von Fachpersonal verbessert. 1990 werden die vier - damals noch eigenständigen - Einrichtungen unter dem Überbegriff "Landesheime Taxham“ in Sozial-Pädagogisches Zentrum des Landes Salzburg umbenannt und in die heute noch bestehende Struktur gebracht. 1999 wurden der neu gestaltete Kindergarten und der Betrieb mit drei altersgemischten Kindergruppen eröffnet. Im Laufe der vergangenen Jahre erfolgten laufende Strukturverbesserungen, bauliche Sanierungsmaßnahmen und die Erweiterung des Betreuungs- und Therapieangebotes. j115-51

 

Die Medien sind eingeladen, eine/n Vertreter/in zur Festveranstaltung zum 50-Jahre-Jubiläum des Sozialpädagogischen Zentrums zu entsenden