Eva Moser setzt auch die Herren schachmatt

Gebürtige Tamswegerin ist Österreichs einzige Großmeisterin im Schach und "Salzburgerin der Woche" auf SALZBURG.AT

Salzburger Landeskorrespondenz, 06.09.2005
 
(LK)  Sie ist Österreichs einzige weibliche Großmeisterin im Schach und als erst 23-Jährige noch lange nicht am Zenith ihres Leistungsvermögens. Die achtfache Jugendstaatsmeisterin Eva Moser trägt die vom Internationalen Schach-Verband FIDE vergebenen Titel Großmeisterin der Frauen und seit 2004 auch Internationaler Meister der Herren. Sie lebt in Spittal an der Drau in Kärnten und in Graz, ist aber in Tamsweg geboren und wurde heute, Dienstag, 6. September, zur "Salzburgerin der Woche“ auf SALZBURG.AT, der Internet-Plattform für die Europaregion auf www.salzburg.at, gekürt.

Erst kürzlich schnupperte sie beim 20. Schwarzacher Open wieder die Luft der großen Schach-Welt. Das Schwarzacher Open ist das größte Einzelturnier im Land Salzburg und eines der bedeutendsten Schachturniere in Österreich. Mehr als 230 Teilnehmer/innen haben dabei ihr Können gezeigt. Eva Moser, die für Styria Graz spielt, wurde 14. und damit beste weibliche Teilnehmerin. "Es wäre mehr drinnen gewesen, zwei Partien habe ich unnötig verloren“, sagte sie nach ihrem erstmaligen Antreten bei diesem großen Turnier.

Eva Moser wurde 1982 in Tamsweg geboren. In Spittal an der Drau besuchte sie Volksschule und Gymnasium. Nach der Matura ging sie nach Graz, um Betriebswirtschaftslehre zu studieren. In der ersten Klasse des Gymnasiums meldete sich Eva Moser für den Freigegenstand "Schach“ an. Schon nach einigen Monaten war sie allen anderen Teilnehmer/innen der Gruppe überlegen. Daraufhin trat sie dem Schachverein Spittal bei. Im Alter von nur zehn Jahren wurde Eva Moser, Kärntner Landesmeisterin U14 und Staatsmeisterin im U12-Bewerb, also der bis Zwölfjährigen. Insgesamt holte sie zwischen 1993 und 1997 acht Jugendstaatsmeister-Titel, wie Walter Kastner in einem Artikel für den Österreichischen Schachbund berichtete.

Nummer eins in Österreichs Olympia-Team

Auch international ließen die Erfolge nicht lange auf sich warten. Ein herausragendes Erlebnis war die vergangene Schach-Olympiade 2004 auf Mallorca (Spanien). Dort spielte sie für Österreichs Mannschaft - bei den Herren wohlgemerkt - am ersten Brett. Im Tennis würde man sagen: Sie war auf Nummer eins gesetzt. 1998 wurde sie Vize-Europameisterin im U16-Bewerb. Das hatte zuvor noch kein Österreicher geschafft. Im gleichen Jahr folgte ein fünfter Platz bei der Weltmeisterschaft U16.

Schon zuvor spielte Eva Moser für Admira Villach, Finkenstein und Gamlitz in der Staatsliga B. Mit Gamlitz schaffte sie 2000 den Aufstieg in die Staatsliga A, der heutigen 1. Bundesliga. Mit dem südsteirischen Verein erreichte sie Platz drei und damit den Sprung in den Europacup. Darüber hinaus spielte Moser auch für Dresden in der Deutschen Damen-Bundesliga, wo 2002 der zweite Platz erreicht wurde. Ebenfalls 2002 nahm Eva Moser bei der österreichischen Staatsmeisterschaft der Herren teil und wurde ausgezeichnete Vierte. Nach dem Gewinn eines Damen-Großmeisterturniers in Dresden und der dreimaligen Erbringung der Norm verlieh die FIDE 2002 Eva Moser den Titel einer WGM (Weibliche Großmeisterin) im Schach. Nur zwei Jahre später erhielt sie auch den IM-Titel der Herren und darf sich Internationaler Meister nennen. Voriges Jahr verpasste sie den Staatsmeistertitel in der offenen Klasse - also wieder gegen die Herren - als Zweite nur knapp.

Damit hat Eva Moser also noch einiges vor sich, die größten Ziele aber sind "die Qualifikation für die Weltmeisterschaft der Damen 2007 und eine Elo-Zahl von mehr als 2.400 Punkten, derzeit bin ich bei 2.345“, so Moser. Elo-Punkte sind ein nach dem Naturwissenschafter und Schachspieler Prof. Arpad Emrick Elo benanntes Wertungssystem, das ähnlich dem Punktesystem im Tennis funktioniert.

Dreifach-Studium aus Schach, BWL und Tarock

Um in der wissenschaftlichen Disziplin Schach der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein, umfasst das Training Mosers hauptsächlich viel Theorie. "Ich lese Bücher und lerne Eröffnungszüge auswendig“, erklärt die 23-Jährige. Die ersten zehn Züge sollten automatisch und prompt erfolgen, denn schließlich müssen im Wettbewerb die Zeitvorgaben eingehalten werden. Diese sind von Turnier zu Turnier unterschiedlich, meist gilt aber die Regel: 100 Minuten für die ersten 40 Züge.

Neben dem Schach ist das Kartenspiel Tarock Eva Mosers liebstes Hobby. Auch hier ist gut überlegtes Handeln gefragt. Damit bleibt die gebürtige Tamswegerin für ihr eigentliches Studium, der Betriebswirtschaftslehre, wohl immer bestens in Übung.

Auf SALZBURG.AT, der Internet-Plattform für die Europaregion auf www.salzburg.at, wird regelmäßig der oder die "Salzburger/in der Woche“ gekürt. Auch eigene Vorschläge für den/die Salzburger/in der Woche können eingebracht werden. Ein E-Mail an landespressebuero@ salzburg.gv.at mit der Begründung und eventuell einem Foto der Kandidatin bzw. des Kandidaten genügt. Die Internet-Plattform www.salzburg.at verzeichnet bis zu 20.000 Seitenaufrufe täglich. j181-51