Seit 75 Jahren der Musik treu geblieben

Nicky Wuchinger bläst auch noch mit 82 Jahren die Posaune und ist "Salzburger der Woche" auf SALZBURG.AT

Salzburger Landeskorrespondenz, 24.01.2006
 

(LK)  Ein Musiker mit Leib und Seele ist Nicky Wuchinger aus Zell am See. Seit seinem siebenten Lebensjahr musiziert der gebürtige Rumäne, der seit 1951 im Pinzgau zu Hause ist. Jetzt, im Alter von 82 Jahren, ist er noch immer aktiv und seinem Beruf, der Musik, treu geblieben. Nicky Wuchinger wurde heute, Dienstag, 24. Jänner, zum "Salzburger der Woche" auf  SALZBURG.AT, der Internet-Plattform für die Europaregion auf www.salzburg.at, gekürt.


In wenigen Tagen, am Freitag, 27. Jänner, steht der Trompeter und Posaunist mit seiner Band, den "Dogstone Dixie Six", wieder auf der Bühne, und zwar in der "Hazienda" in Lofer. Wie der Name schon sagt, spielt die von Helmut Zandl geleitete Musikgruppe vor allem Dixieland, Chicago-Stil im weitesten Sinne und Bebop. Und "Dogstone" ist die englische Übersetzung des legendären Pinzgauer Berges, dem Hundstoa. Aber die "Dogstones" sind nicht die einzige Band, bei der Wuchinger noch in die Posaune bläst: Auch bei den berühmten "Flamingos" gehört er nach wie vor zur Stammbesetzung. Wuchinger spielt auch in hohem Alter noch gerne Gitarre, Bass und Schlagzeug, sein Lieblingsinstrument ist aber die Trompete.

Nicky Wuchinger kann auf eine wechselvolle Biographie verweisen. Er wurde 1923 im rumänischen Teil des Banats geboren. Nach Ende des Militärdienstes verschlug es ihn während des Zweiten Weltkrieges nach Prag. Auf der Flucht vor den russischen Soldaten landete er in Linz. 1951 kam Wuchinger nach Saalfelden, zwei Jahre später nach Zell am See. Die Musik spielte dabei immer eine entscheidende Rolle: In Linz kam er beim Zirkus Rebernigg unter und spielte dort mit Kollegen ein paar Monate im Sommer, in Prag spielte er Schlagermusik für verwundete Soldaten. Vor allem aber trat er in den damals beliebten US-amerikanischen Jazz-Clubs auf. So ein Engagement brachte ihn nach Saalfelden. Dort spielte Nicky Wuchinger in der "Floorshow" mit teilweise heute noch bekannten Künstlern, Sängern und Artisten und ab 1953 auch im "Flamingo-Club". Nach diesem Lokal nannten sich die Bandmitglieder, die dort gemeinsam auftraten, wenig später "Die Flamingos". "Damals waren wir Berufsmusiker gefragte Leute", erzählt Wuchinger, "fast jedes Lokal hatte Live-Musik im Abendprogramm."

       Karriere auf der Bühne und im Film

In seiner langen Musikerkarriere begegnete er einigen Persönlichkeiten aus dem "Show-Business" wie der Sängerin und Schauspielerin Ilse Werner, dem Schauspieler Otto Kuhlmann oder Marika Rökk und Johannes Heesters. Er spielte mit legendären Musikern wie Fatty George, Oskar Klein und Joe Zawinul. Auch in unterhaltsamen Kinofilmen Anfang der 1970er Jahre wie "Hochwürden drückt ein Auge zu" und "Immer Ärger mit Hochwürden" mit Peter Weck, Georg Thomalla, Otto Schenk, Eddi Arent und Theo Lingen war Nicky Wuchinger als Musiker zu sehen.

In fast allen Ländern Europas machte Wuchinger Station - von Skandinavien bis ins spanische Gran Canaria. In der Nähe seiner jetzigen Heimat hatte er Auftritte in Tourismusorten wie Zürs am Arlberg, St. Johann im Pongau und Seefeld. Seine musikalische Begleitung bestand dabei über Jahrzehnte aus seiner Familie. Seine Frau lernte er in Prag kennen, ist mit ihr nun mehr als 50 Jahre verheiratet und hat fünf Kinder. Eine seiner Töchter ist erfolgreich in seine Fußstapfen getreten und brachte in Deutschland einige erfolgreiche Platten mit dem deutschen Popmusik-Produzenten Frank Farian heraus. k17-51