Salzburger Schöpfer moderner Kirchenbauten ausgezeichnet

Raus überreichte Silbernes Ehrenzeichen des Landes an Architekt Friedrich Kurrent

Salzburger Landeskorrespondenz, 23.11.2007
 

(LK)  "Friedrich Kurrent hat in Salzburg beachtliche bekannte Bauten geschaffen. Vor allem sind seine besonderen Leistungen im Bereich der kirchlichen zeitgenössischen Kunst hervorzuheben. Er ist der Architekt der Parscher Kirche, und damit begann eine Phase der modernen Kirchenbauten in Salzburg. Beinahe zehn Jahre vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil kreierte er ein Gotteshaus mit einem 'Volksaltar'". Dies erklärte Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Othmar Raus in Vertretung von Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Freitag, 23. November, in seiner Laudatio zur Überreichung des Silbernen Ehrenzeichens des Landes Salzburg an den Architekten Mag. Friedrich Kurrent in der Salzburger Residenz.

Der Bereich der zeitgenössischen Architektur sei, so Raus, für das Land Salzburg von höchster Wichtigkeit. "Eine Stadt, die so sehr von ihrem barocken Ambiente lebt, hat eine besondere Verpflichtung, sich auch der Moderne in höchster Qualität zu widmen. Dies gilt auch für Bauten auf dem Land. Aus eben diesem Grund hat ja das Land Salzburg den Salzburger Architekturpreis geschaffen, der internationale Jury-Mitglieder zur Begutachtung von in Salzburg geschaffener zeitgenössischer Architektur einlädt, aus diesem Grunde gibt es die verschiedensten Organisationen wie Initiative Architektur oder Technik und Schule etc., mit denen das Land Salzburg zusammenarbeitet", so Raus.

Kurrent ist bis zum heutigen Tag mit Salzburg aufs Engste verbunden. In seinem Leben und Werk nimmt seine Herkunft eine außergewöhnliche Bedeutung ein. Er hat in Salzburg nicht nur seine Kindheit und Jugend verbracht, sondern auch die ersten wichtigen Werke geschaffen; mit Salzburg verbindet ihn eine kontinuierliche Beziehung - nicht zuletzt durch seine Tätigkeit als Kritiker, Juror und auch durch seine zahlreichen Publikationen. Mit diesem umfassenden Werk hat sich Kurrent einen internationalen Namen gemacht und Salzburg weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt gemacht.

Architekt Kurrent ist auch als Fachbuchautor bekannt - als Schriftsteller hat er allein im Pustet Verlag drei Bücher veröffentlicht; seine international anerkannten "Städtezeichnungen" 1999 wurden weitum in Europa gezeigt und werden auch künftige Präsentationsstätten finden. Fünf weitere Bücher über herausragende Architekten der Moderne und über die wichtigsten Wohnhäuser der Moderne sowie über die besten Sitzmöbel sind von weltweiter Bedeutung und bringen Salzburg viel Anerkennung für diesen großen Sohn des Landes. Er war Schüler von Clemens Holzmeister und langjähriger Partner von Wilhelm Holzbauer in der legendären Arbeitsgruppe 4. Architekt Kurrent ist Vorsitzender zahlreicher Jurien im In- und Ausland und war in Salzburg mit dem Festspielbezirk, der Polizeikaserne und dem Diakonissenkrankenhaus befasst.

Biografie Friedrich Kurrent

Friedrich Kurrent, 1931 in Hintersee bei Salzburg geboren und aufgewachsen, zählt zu den wichtigsten Figuren der österreichischen Architektur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit seiner umfassenden Bildung und seinem Engagement hat er sich als Architekt, Autor, Lehrer, Aktivist, Kritiker, Urbanist und Zeichner in das Bild dieser Epoche eingeschrieben. 

Nach der Schulzeit in Salzburg studierte Kurrent von 1949 bis 1952 an der Akademie der bildenden Künste, Wien, in der Meisterschule von Clemens Holzmeister und ist seitdem als freischaffender Architekt tätig. 1956 und 1957 war er Assistent an der Internationalen Sommerakademie in Salzburg bei Konrad Wachsmann und von 1968 bis 1971 Assistent an der Akademie der bildenden Künste bei Ernst A. Plischke. Seine akademische Laufbahn setzte Kurrent als Professor an der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Entwerfen und Raumgestaltung von 1973 bis 1996, ab 1977 zusätzlich für Sakralbau, fort. Zwischen 1981 und 1983 war er Dekan an der Fakultät für Architektur und übernahm im Jahr darauf die Leitung der Architekturklasse an der Sommerakademie mit Friedrich Achleitner. Seit 1987 ist Kurrent Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er wurde 1967 mit dem Kulturpreis der Stadt Karpfenberg, 1979 mit dem Preis der Stadt Wien für Architektur und 1997 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet. L245-60 

 

Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Überreichung anbieten.