Seine Musik sagt mehr als Tausend Bilder

Hannes M. Schalle vertont Filme und TV-Produktionen auf Welt-Niveau und ist "Salzburger der Woche" auf SALZBURG.AT

Salzburger Landeskorrespondenz, 04.05.2010
 

(LK)  Musik für 55 Filme, 200 Videos und für Hunderte Stunden TV-Programm, unter seinen Kunden finden sich alle großen deutschsprachigen Fernseh-Gesellschaften und Medienriesen wie Sony, BMG und Warner - das ist die stolze Bilanz des Schaffens von Prof. Hannes M. Schalle. Der TV-Produzent, Autor und Filmkomponist wurde heute, Dienstag, 4. Mai, zum "Salzburger der Woche" auf SALZBURG.AT, der Plattform für die Europaregion auf www.salzburg.at im Internet, gekürt.

Sein aktuelles Projekt beinhaltet die Musik für den ARD-Film "Die Liebe kommt mit dem Christkind", der heuer - dem Titel entsprechend - zu Weihnachten ausgestrahlt wird und schätzungsweise sechs Millionen Zuschauern erreichen wird. Hannes Michael Schalle wurde 1963 in Villach geboren, hat aber schon seit vielen Jahren seinen Lebensmittelpunkt in Salzburg. Seine Moonlake Entertainment GmbH, 2006 gegründet, ist in der Landeshauptstadt beheimatet. Von 1998 bis 2002 war Schalle Geschäftsführer der Fachhochschule Salzburg. Seine Ideen waren auch immer für Salzburg spezifische Produktionen gefragt: 2007 komponierte und produzierte er den Film zur Bewerbung Salzburgs um die Olympischen Winterspiele 2014. Ebenso kreierte und produzierte Schalle 2007 die "Salzburg Movies - Feel The Inspiration", die audiovisuelle Dachmarke Salzburg, die den Silver Award beim internationalen Französischen Film Festival in Le Creusot gewannen. Alleine bei den Salzburger Festspielen zeichnete Schalle zwischen 1996 und 1997 500 Stunden Klassik-TV-Programm für TelePiu3 auf.

Zuletzt komponierte und produzierte er die Dokumentations-Serie "Gewaltfrieden" des Bayerischen Rundfunks. Äußerst fruchtbar war auch die Zusammenarbeit mit dem erfolgreichen Musiker Gerry Friedle, alias DJ Ötzi. Vor zwei Jahren schrieb Schalle als Autor die TV-Story "Gerry Friedle: Mein Leben mit DJ Ötzi", der von der Filmförderung des Landes mit knapp 20.000 Euro unterstützt wurde, und produzierte den Film für den ORF. Als Regisseur inszenierte Schalle in der Folge die neuen Musik-Videos für DJ Ötzis neue CD "Hotel Engel".

Karrierestart mit Paukenschlag

Nach Studien in Graz, Boston (USA) und Salzburg gründete er 1989 nach dem Modellversuch "Wissenschafter gründen Firmen" sein erstes Unternehmen, die Schalle Digital Productions GmbH, die seit 2002 als Aikon Media & Technology GmbH firmiert. Die Karriere begann gleich mit einem Paukenschlag, als er von der Mode-Designerin Vivienne Westwood für eine - kostenlose - Produktion engagiert wurde. Mittlerweile hat Schalle seit 1989 für mehr als 50 Kino- und Fernsehfilme die Filmmusik komponiert und war in verschiedenen Funktionen für zahlreiche Film- und Mediengesellschaften sowie für die großen Fernsehsender des deutschsprachigen Raums tätig, hauptsächlich für Filme von Reinhard Schwabenitzky. Des Weiteren arbeitete er mit den TV-Regisseuren Karl Kases, Marco Serafini, Hans-Günther Bücking, Bernd Fischerauer, John Leekley, Joe Coppoletta oder Manny Coto zusammen.

Seine Kooperationen inkludieren Künstler wie die Wiener Philharmoniker, das Mozarteumorchester Salzburg und die Salzburger Chamber Philharmonic, die Maestros Riccardo Muti, Claudio Abbado, Sir George Solti, Sir Roger Norrington, Franz Welser-Möst und die Solokünstler Friedrich Gulda, Frank Zander, Placido Domingo, Joe Zawinul, Herbie Hancock und Bogdan Bácanu oder die Pop-Band INXS und viele andere mehr. Seine erfolgreichsten Produktionen waren die vierteilige TV-Serie "In Search Of Beethoven" und die neunteilige TV-Reihe "Classics Cuts" auf 3Sat. Darüber hinaus sind Live Performances wie für die Expo 2000, die Bühnen- und TV-Regie bei der Sir Peter Ustinov Memorial Gala 2004 oder der musikalische Haupt-Act für die Weihnachtssendung von "Wetten, dass …?" 1998 - einer neuen Fassung von "Stille Nacht" für die Wiener Sängerknaben mit Gospel Sängerin Jo Ann Pickens und Lionel Richie - erwähnenswert.

Aus den USA kam er über Wien nach Salzburg zurück, weil er - nach Eigendefinition - ein "Partymuffel" ist. Das sei in Hollywood undenkbar. "Man muss überall dabei sein", sagte er kürzlich in einem SN-Interview. Nun erledigt ein Agent das Kontakte knüpfen. Schalles Kompositionen entstehen am Computer, mit seiner Musik versucht er, das Film-Publikum rasch einzufangen und in die bewegten Bilder hineinzuziehen. Mit seinem Unternehmen ist er erfolgreich genug, um auch hin und wieder ein Projekt, mit dem kein Gewinn zu erwarten ist, durchzuziehen - einfach, weil Hannes Schalle Spaß an der Arbeit hat, wie damals bei Vivienne Westwood.

Noch mehr Lebensgeschichten aus Salzburg

Die Serie "Salzburger der Woche" gibt es auch in Buchform: Das Buch "63 Portraits - Noch mehr Lebensgeschichten aus Salzburg", herausgegeben vom Landespressebüro, fasst die Salzburgerinnen und Salzburger der Woche aus den Jahren 2007 und 2008 zusammen und ist kostenlos unter der Telefonnummer 0662/8042-2417 und im Webshop des Landes unter www.salzburg.gv.at/landversand erhältlich. o93-51