Heimatmuseum in Bramberg mit edlen Steinen wieder eröffnet

Burgstaller: Region ist reich an Tradition und Naturschätzen / Eberle: Informationsnetzwerke im Nationalpark erweitert

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.05.2010
 

(LK)  "Die Identität einer Gemeinschaft entwickelt sich aus dem Wissen um die eigene Tradition und Geschichte. Brauchtum heißt, diese Werte aufrechtzuerhalten und sich über das eigene kulturelle Erbe bewusst zu sein. Dafür braucht es ein Herz am richtigen Fleck und einen Ort wie das Museum Bramberg, der dies sichtbar zum Ausdruck bringt." Dies betonte heute, Samstag, 29. Mai, Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller bei der Eröffnung des um- und ausgebauten Museums Bramberg und der Nationalparkausstellung "Smaragde und Kristalle". Nationalparkreferentin Landesrätin Doraja Eberle wies darauf hin, dass im Nationalparkressort die Idee entwickelt wurde, mit Infrastruktureinrichtungen ein Informationsnetzwerk für maßgebliche Themen des Nationalparks Hohe Tauern zu entwickeln. Als Beispiel dafür nannte sie das Nationalparkzentrum in Mittersill mit mehr als 300.000 Besuchern bisher oder das Haus "Könige der Lüfte" in Rauris. Mit dem umgebauten Wilhelmgut in Bramberg und der Ausstellung "Smaragde und Kristalle" werde dieses Netzwerk um einen weiteren Mosaikstein erweitert.

Burgstaller: Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart

Mit dem Museum im "Wilhelmgut" trage der Ort Bramberg, der bereits 1150 urkundlich erwähnt wurde und in dem von prähistorischer Zeit bis ins 20. Jahrhundert Kupfererze abgebaut wurden, seiner Tradition Rechnung und gewähre Gästen und Einheimischen Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart der Region. Ein kleiner Teil des Reichtums der Region könne, so Landeshauptfrau Burgstaller, in der neu gestalteten Ausstellung "Smaragde und Kristalle" bestaunt werden, die viel über die Faszination dieser Edelsteine erzähle.

Eberle: Wissensvermittlung und Erlebnis kombinieren

"Im Nationalpark Hohe Tauern ist es zum Prinzip geworden, Wissensvermittlung mit Erlebnis zu kombinieren und so naturwissenschaftliche Inhalte für alle Besucherschichten von Kindern und Jugendlichen bis zu vorgebildeten Experten spannend aufzubereiten. Ob mit dem einzigen bedeutsamen Smaragdvorkommen Europas im Habachtal, mit der jährlichen Ausrichtung der mittlerweile international bedeutenden Mineralientage, dem Smaragdweg ins Habachtal oder dem Wirken berühmter Mineraliensammler - Bramberg ist seit vielen Jahrzehnten mit den Kristallschätzen der Hohen Tauern eng verbunden. Die hier besonders konzentrierte Tradition der Mineraliensammler, ihr Engagement und emotionale Leidenschaft, die einzigartigen Exponate, der Bildungsauftrag des Nationalparks und die Bedeutung der Mineralien als Charakteristikum der Hohen Tauern sind erstklassige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Ausstellung", sagte Landesrätin Eberle.

"Insgesamt sind 1,5 Millionen Euro in die bauliche und inhaltliche Neugestaltung investiert worden; und das alles ausschließlich für Inszenierung, Innenarchitektur und Museumspädagogik. Schon im Außenbereich wird das Thema erkennbar, geradlinige Strukturen wie sie uns in den Kristallgittern der 200 verschiedenen Mineralien der Hohen Tauern begegnen, führen die Besucher in ein modernes Foyer. Von hier geht es ins traditionelle Heimatmuseum mit dem neuen Titel ‘Mensch und Kultur‘ oder durch einen schluchtartigen Abgang in die dunkle, fast mystisch inszenierte Kristallkluft, welche die Kristallschätze der Hohen Tauern beherbergt. Denn die eigentlichen Schätze, die 300 ausgewählten und einzigartigen Kristalle, sind von unschätzbarem Wert, ob Epidotte, Skelettquarze, Sphene oder die berühmten Smaragde aus dem Habachtal", sagte die Landesrätin. Es sei eine Kristallwelt der Extraklasse, und man müsse sich bewusst werden, dass hier nicht industriell nachgebildete Glaskristalle gezeigt werden, sondern Wunderwerke der Schöpfung aus dem Inneren unserer Berge.

Das im Wilhelmgut untergebrachte Bramberger Museum wurde innerhalb eines halben Jahres um- und ausgebaut, wofür das Land 246.960 Euro beigesteuert hat. Die im Habachtal vorkommenden Smaragde und Kristalle sind die Besonderheiten und der Schwerpunkt des Museums Bramberg, denen nun ein unterirdischer, modern gestalteter Trakt gewidmet ist. Die Kristallschätze sind in attraktiven Vitrinen mit bester Beleuchtung ausgestellt und verzaubern die Besucher, die wie nirgendwo sonst die Ästhetik und den Formenreichtum der heimischen Mineralien erfahren können.

Der zweite Teil des Museums "Wilhelmgut" besteht aus einer der umfangreichsten volkskulturellen Sammlungen Salzburgs. Neben vielen Besonderheiten sind hier eine Bienenausstellung und die Bilder des bekannten Malers Josef Stoinitzer zu sehen. Die Bienenausstellung im Dachgeschoß wird zukünftig einen weiteren Schwerpunkt bilden und ebenfalls grundlegend überarbeitet. Dem Museum angeschlossen ist ein großer Freiluftbezirk mit einer Bergbauabteilung, die auch in den kommenden Jahren neu gestaltet wird. o114-34 

Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Eröffnung des Museums und der Ausstellung anbieten.