Große Verdienste um unser geschichtliches Erbe

Haslauer überreichte Fritz Gruber das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst

Salzburger Landeskorrespondenz, 04.06.2010
 

(LK)  "Vielleicht ist es gerade die Vielfältigkeit von Professor Gruber, die es ihm ermöglichte, größere Zusammenhänge der Montangeschichte zu erschließen und so einen großen Beitrag zum Erhalt unseres geschichtlichen Erbes zu leisten. Es war Professor Gruber, der bei der internationalen Tagung Tauerngold im Jahr 1978 auf die drohende Schleifung der barocken Bergbausiedlung Altböckstein mit einem flammenden Appell aufmerksam machte. Das führte dann bekanntlich zur Rettung dieses europaweit einzigartigen Ensembles und zur Gründung des Museums Altböckstein. Das ist ein gutes Beispiel für den wissenschaftlich orientierten Tourismus und ein lebender Hintergrund für die montangeschichtliche Forschung im Gasteinertal. Das Wirken von Professor Gruber ist breit gespannt: vom Tourismuslehrer bis zum wissenschaftlichen Montanhistoriker. Das ist kein üblicher, linearer Weg, aber er verbindet Bildung, Kunst und Wissenschaft. Für dieses verdienstvolle Wirken gebührt ihm mein persönlicher Respekt und der offizielle Dank von Bund und Land", sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer heute, Freitag, 4. Juni, bei der Überreichung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst an Oberstudienrat Prof. Dr. Fritz Gruber am Rande des Montanhistorischen Symposiums in Bad Gastein.

Oberstudienrat Dr. Fritz Gruber habe sich durch seine Forschungen und umfangreiche Publikationen im Bereich der Montangeschichte und der Organisation des Bergwesens große Verdienste erworben, so Dr. Haslauer weiter. Schon während seiner Tätigkeit als Pädagoge schrieb er zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Montangeschichte; das geht auch darauf zurück, dass er sich schon in frühen Lebensjahren gründliche Kenntnisse zur Geschichte des Bergbaus verschaffte, die in den verschiedensten Fachzeitschriften in Österreich, Deutschland und Südtirol veröffentlicht wurden. "Ich selber bin erst kürzlich auf den Namen eines gewissen Mitherausgebers Prof. Dr. Fritz Gruber aus Bad Gastein gestoßen. Es war dies das Buch ‘Paracelsus 1494-1541. Keines anderen Knecht‘, herausgegeben im Jahr 1993 vom höchst anerkannten Salzburger Historiker Dr. Heinz Dopsch - mit zwei wissenschaftlichen Beiträgen eines gewissen Fritz Gruber aus Böckstein. Die Titel in dieser Publikation lauteten ‘Spezifische Formen der Arbeitsorganisation im Salzburger Bergbau zu Beginn des 16. Jahrhunderts‘ sowie ‘Bergbaubedingte Umweltprobleme zur Zeit des Paracelsus‘. Dies hat mir schon sehr imponiert und das möchte ich heute und hier auch dezidiert betonen", sagte Dr. Haslauer.

Lebenslauf von Prof. Dr. Fritz Gruber

geboren am 28. Mai 1940 in Spittal an der Drau , wohnhaft in Böckstein

Volks- und Mittelschule in Bad Gastein

1959   Matura an der Lehrerbildungsanstalt in Salzburg

1960 - 1968 Doktoratsstudium der Germanistik und Anglistik an der Universität Wien (bei den Nebenfächern war schon damals seine wissenschaftliche Neigung zu erkennen: "Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit, der Historischen Volkskunde sowie der Sprachwissenschaft". Er schrieb schon damals ausführliche Seminararbeiten zu namenskundlichen Problemen. In seiner Dissertation befasste er sich schon damals mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Ausdrücken der "Bergmannssprache")

21. Mai 1968 Promotion zum Dr. phil.

1959 - 1960 Volksschullehrer in Großarl

1970 - 1973 erste wissenschaftliche Publikationen der historischen Bergmannssprache; intensive Begehungen der historischen Bergbaureste in den Hohen Tauern

1973 - 1976 Forschungsstipendium der "Stiftung Volkswagenwerk"

1976 - 1982 privat angestellter Lehrer an der Hotelfachschule Bad Hofgastein

1982   Lehramtsprüfung für Höhere Schulen (Germanistik und Anglistik) an der Universität Salzburg

ab 1982 unbefristeter Dienstvertrag des Landesschulrates für Salzburg an der Hotelfachschule und am damaligen Abiturentenlehrgang bzw. Fremdenverkehrskolleg in Bad Hofgastein

1984 Ernennung zum Professor

2. Oktober 1996 Versetzung in den Ruhestand, danach Herausgabe vieler wissenschaftlicher Publikationen; hauptsächlich zur Bergbaugeschichte

Auszeichnungen: 1995 Verleihung des Berufstitels Oberstudienrat, Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg, Kulturpreis der Gemeinde Bad Gastein.  o120-24

Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Ehrung von Prof. Dr. Fritz Gruber anbieten.