Volkslieder über Jahrzehnte unverwechselbar interpretiert

Eberle bei Festveranstaltung zu 60 Jahren Salzburger Volksliedchor / Auszeichnung für Harald Dengg

Salzburger Landeskorrespondenz, 03.07.2010
 

(LK)  "Es sind die unverwechselbare Interpretation der Volkslieder und das ausgewogene Klangbild, die den Salzburger Volksliedchor weit über die Grenzen Salzburgs hinaus bekannt gemacht haben. Gerade der Jodler, vor 60 Jahren nur im Zwei- und Dreigesang gesungen, wurde für den Salzburger Volksliedchor zum Aushängeschild und wird nach wie vor in unverwechselbarer Ausdruckskraft gesungen." Dies erklärte Volkskulturreferentin Landesrätin Doraja Eberle heute, Samstag, 3. Juli, bei der Festveranstaltung zu 60 Jahren Salzburger Volksliedchor in der Salzburger Residenz. Eberle überreichte gemeinsam mit der Präsidentin des österreichischen Chorverbandes, Dkfm. Anneliese Zeh, Prof. Harald Dengg für seine 33-jährige Chorleitertätigkeit und seine erfolgreiche Weitervermittlung des Volksliedes und des Chorjodlers die Walter von der Vogelweide-Medaille in Silber, eine der höchsten Auszeichnungen des Chorverbandes Österreich.

Vor 60 Jahren wurde der Chor von Prof. Sepp Dengg mit der Idee gegründet, das Volkslied und in weiterer Folge den Jodler im chorischen Singen zu pflegen und weiterzutragen. 1968 wurde der Chor von Prof. Harald Dengg übernommen und 33 Jahre lang musikalisch geleitet. In dieser Zeit wurde neben dem traditionellen Volkslied, in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Caeser Bresgen auch das kirchliche Volkslied beim Mariensingen- und Passionssingen in die Chorliteratur aufgenommen. Zahlreiche Konzertreisen im In- und Ausland, als Kultur-Botschafter Salzburgs, prägten diese Zeit. In der dritten Generation hat Mag. Burgi Vötterl 2001 den Salzburger Volksliedchor von ihrem Vater übernommen und führt den Chor mit den Schwerpunkten, Chor-Jodler und traditionelles und kirchliches Volkslied, sowie mit dem Ziel, den Chor für zeitgemäße Chorliteratur alter und neuer Meister zu öffnen. Es wurden zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen produziert und internationale Chorwettbewerbe bestritten, wobei der Höhepunkt die Auszeichnung mit zwei Silbermedaillen bei der Chorolympiade 2008 in Graz  war.

Die Mitwirkung bei Marien- und Passionssingen, Konzertreisen und die Organisation von eigenen Veranstaltungen prägen den Jahreskreis, wobei eine der Hauptaufgaben die alljährliche Mitwirkung beim Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus darstellt. In dieser Zeit wird der bestehende Chor von rund 50 Sängerinnen und Sängern auf 80 aufgestockt. Mit Ausnahme einer zehnjährigen Unterbrechung in den 1960er-Jahren ist der Salzburger Volksliedchor seit seiner Gründung 1950, heuer also das 50igste Mal, beim Salzburger Adventsingen mit dabei. Eine Tradition, die den Chor durch die musikalischen Anforderungen der unterschiedlichsten Komponisten (Prof. Wilhelm Keller, Peter Wesenauer, Clemens Vereno, Shane Woodborne) und Dirigenten (wie zuletzt durch Prof. Herbert Böck) sehr geprägt hat und zu jährlich neuen Herausforderungen und Höchstleistungen zwingt. "Die Ausdrucksstärke und Klangkraft des Chores wird nicht zuletzt durch die intensive Arbeit in der Stimmbildung durch Mag. Fara Prader und Mag. Hildegard  Stofferin geformt, jede einzelne Stimme zählt und ist ein Teil des Ganzen.  Mag. Burgi Vötterl setzt neue Maßstäbe in der Intonation und Ausdruckskraft des Salzburger Volksliedchores und will damit ihrem Erbe, aber auch der Zukunft des Chores gerecht werden", hob Eberle anerkennend hervor.

Zum Jubiläum hat der Salzburger Volksliedchor eine CD mit einem Querschnitt durch das Repertoire gemeinsam mit der Salzburger Geigenmusik und der Salzburger Tanzlmusik aufgenommen, die bei der heutigen Festveranstaltung in der Salzburger Residenz präsentiert wurde. Die CD ist im Salzburger Heimatwerk und beim Salzburger Volksliedchor erhältlich. Vor der Sommerpause wird der Chor eine Konzertreise nach Litauen aus Anlass der 40-jährigen Partnerschaft Salzburg-Litauen unternehmen. Es werden zwei Konzerte mit Chören aus Litauen und eine Sonntags-Messe gesungen und der Kulturaustausch entsprechend gepflegt. o142-60h

 Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Festveranstaltung anbieten.