Ausstellung "Jeder Tag ist wichtig" erzählt Forchers Lebensgeschichte

Burgstaller: Sepp Forcher verkörpert Volkskultur unseres Landes / Haslauer: Mit richtigem Blick kleinen Dingen Bedeutung geben

Salzburger Landeskorrespondenz, 09.09.2010
 

(LK)  "Wie kaum ein anderer verkörpert Sepp Forcher die Volkskultur unseres Landes. ‘I mog die Leut‘ ist der Titel seiner Biografie, die zu seinem 70. Geburtstag erschien, und wer Sepp Forcher kennt, weiß, dass dies ehrlich gemeint ist und sich wie ein roter Faden durch seine ungewöhnliche Biografie zieht." Dies betonte Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Donnerstag, 9. September, Abend, bei der Eröffnung der Ausstellung "Sepp Forcher - Jeder Tag ist wichtig" im FIS-Landesskimuseum in Werfenweng. "Sepp Forchers große Kunst ist es, mit dem richtigen Blick auch den kleinen Dingen Bedeutung zu geben und aufzuzeigen, dass sie eigentlich groß und wichtig sind. Das hat ihn zu einer herausragenden Persönlichkeit der Volkskultur gemacht", stellte Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer bei der Eröffnung fest, an der auch Landtagspräsident Simon Illmer teilnahm.

Die Ausstellung fand anlässlich des 80. Geburtstages Forchers als Teil des Veranstaltungsprogramms zur "Werfenwenger Weis" statt. "Jahrhundert-Wintersportlerin" Annemarie Moser-Pröll eröffnete die Ausstellung, durch das Programm führte Schi-Olympiasiegerin Mag. Petra Kronberger. Die Werfenwenger Weis findet noch bis Sonntag, 12. September, statt und wird derzeit zum achten Mal abgehalten. Auf dem Programm steht echte Volkskultur auf höchstem Niveau in vielen unterschiedlichen Veranstaltungen.

"Sepp Forcher wühlt in zahlreichen Radiosendungen und seit mehr als 100 Folgen in der TV-Sendung Klingendes Österreich in der Schatzkammer Österreich und zeigt Millionen Menschen, wie schön, vielseitig und einzigartig unser Land ist", führte Landeshauptfrau Burgstaller weiter aus. "In jeder einzelnen Sendung spürt man, wie sehr Sepp Forcher dieses Land liebt und dass er dieses Gefühl gerne mit anderen teilt." Dabei sei der Weg zum "ORF-Star" mehr als beschwerlich gewesen.

"Wer an Sepp Forcher denkt, denkt an die Berge. Zeit seines Lebens ist der gebürtige Südtiroler auf und in den Bergen dieser Welt unterwegs gewesen. Auch wenn Sepp Forcher hoch hinaus wollte, blieb er stets am Boden. Dabei zeigt sich eines seiner wertvollsten Talente: die Gabe, über den Tellerrand zu blicken und den eigenen Horizont zu erweitern", so Landeshauptfrau Burgstaller.

Haslauer: Wechselvolles Leben in Wort, Bild und Objekt

Die Ausstellung "Sepp Forcher - Jeder Tag ist wichtig" durchleuchte das gesamte bisherige Leben des Jubilars. "In einigen Stationen, dem Lebensweg folgend, erfahren die Besucherinnen und Besucher vom wechselvollen Leben in Form von Texten, Bildern und Objekten von Sepp Forcher selber und von verschiedenen Leihgebern. Die Ausstellung ist bis Anfang Mai 2011 geöffnet", informierte Museumsreferent Haslauer über den Inhalt der Ausstellung im FIS-Landesskimuseum, die während der "Werfenwenger Weis" eröffnet wurde.

"Die Brauchtumswoche wird ihrem Anspruch, nur echte Volkskultur anzubieten, gerecht. Die Werfenwenger Weis ist bis heute ein Fest der Volksmusik geblieben. Als Perle der Alpen ist Werfenweng eine Woche lang Gastgeber für viele Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker, Volkstänzerinnen und Volkstänzer, Handwerkerinnen und Handwerker und Künstlerinnen und Künstler aus dem gesamten Alpenraum und darüber hinaus", betonte Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer. Die Werfenwenger Weis wird aus dem Tourismusförderungsfonds mit 22.000 Euro gefördert. Zirka 10.000 Besucher werden bis Ende der Woche insgesamt erwartet. Von den prognostizierten Nächtigungen im September von rund 19.000 werden etwa 6.000 aufgrund dieser Veranstaltung erwartet.

Sepp Forcher: Berge als Lebensinhalt

Sepp Forcher wurde 1930 während eines Kurzaufenthaltes seiner Mutter in Rom geboren. Seine Eltern entschieden sich nach dem Südtirol-Abkommen zwischen Hitler und Mussolini, Italien den Rücken zu kehren und ihren ursprünglichen Heimatort Sexten in Südtirol zu verlassen. So kommt Forcher 1940 zum ersten Mal nach Werfenweng. Mit 19 wird Sepp Forcher Höhlenführer in der Eiskogelhöhle und arbeitete später als Träger am Heinrich-Schwaiger-Haus und der Oberwalderhütte sowie als "Baraber" beim Kraftwerksbau in Kaprun.

Im Laufe der Zeit werden die Berge sein Lebensinhalt. Mehr als 40 Viertausender und unzählige Dreitausender stehen in seinem Tourenbuch. Ab 1955 war Forcher Hüttenwirt am Berglandhaus in Großarl, gemeinsam mit seiner Frau Helene Pomassl, die er 1956 heiratete. Weitere Stationen in seinem Leben führten ihn ins Zeppezauerhaus auf dem Untersberg, nach Krippenbrunn am Dachstein und in den Platzlkeller in Salzburg. Als er in der Radio-Sendung "Autofahrer unterwegs" die Sage vom Kaiser Karl im Untersberg erzählte, holte der damalige ORF-Landesintendant Rudolf Bayr den Wirt ins ORF Landesstudio Salzburg. Vorerst als Radiomoderator tätig, begann er 1986 mit der Präsentation der TV-Sendung "Klingendes Österreich".

In weit mehr als 100 Folgen stellte Forcher dabei die musikalische Tradition und landschaftliche Schönheit österreichischer und grenznaher Gegenden vor. Sepp Forcher war viele Jahre in führenden Positionen im Salzburger Alpenverein tätig und wurde 1999 mit dem René-Marcic-Preis des Landes Salzburg ausgezeichnet. o198-52

Es gilt das gesprochene Wort!

 

Franz Neumayr wird für das Landespressebüro den Redaktionen Fotos anbieten.