Die Tradition pflegen, um anderen Kulturen offen zu begegnen

Haslauer beim 10. Kolomaniritt in der Tennengauer Gemeinde

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.09.2010
 

(LK)  "Wo immer der Zusammenhalt und das Vereinsleben so lebendig sind wie St. Koloman, gibt es wertvolle menschliche Beziehungen und Freundschaften. Es zeigt, dass Tradition etwas Lebendiges und Kostbares ist für die Identität von Land und Leuten. Ich bin überzeugt, dass es von grundsätzlicher Bedeutung ist, seine Wurzeln zu kennen, denn nur wer seine Herkunft kennt, kann auch seine Zukunft gestalten. Man muss aber auch verwurzelt sein, um anderen Kulturen unvoreingenommen und offen begegnen zu können. Dies ist eine ganz wichtige Grundlage für ein harmonisches Zusammenleben", betonte Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer heute, Sonntag, 19. September, zu Beginn des "10. Kolomaniritts mit Kranzlstechen" in der Tennengauer Gemeinde.

"Was wäre Salzburg ohne seine Volkskultur, die Trachten und die vielen Heimatvereine. Bei meinen Besuchen in den Gemeinden sehe ich, welch große Lebenskraft und Lebensfreude alle in der Volkskultur tätigen Salzburgerinnen und Salzburger besitzen", so der Landeshauptmann-Stellvertreter, der auch auf den besonderen und traditionellen Stellenwert dieser Veranstaltung in St. Koloman näher einging: Der "Kolomaniritt" geht auf eine Initiative des örtlichen Bildungswerkes unter dem damaligen Bürgermeister Matthias Neureiter und Volksschuldirektor August Rettenbacher zurück.. Der "Kolomaniritt" feiert heuer sein 50-jähriges Bestehen, wobei diese Veranstaltung nur alle fünf Jahre durchgeführt wird. Auch die Reit- und Schnalzergruppe St. Koloman konnte heuer im Sommer ihr 50-Jahre-Bestandsjubiläum feiern. Namenspatron ist der heilige Koloman, ein irischer Pilger und Märtyrer. Er wurde 1012 in Stockerau bei Wien wegen seiner fremdländischen Kleidung und Sprache für einen Spion gehalten, gefangengenommen und, als trotz Folter kein Geständnis erreicht wurde, an einem Baum aufgehängt. Dort blieb er eineinhalb Jahre unverwest hängen. Als ein Jäger seinen Tod feststehen wollte und einen Spieß in seine Seite stach, floss Blut heraus. Er wurde nach weiteren Wundern schließlich feierlich im Kloster Melk bestattet. o204-26