Kurioses über Grenzen hinweg

6.000 Pendler queren täglich die Grenze zwischen Salzburg und Bayern

Salzburger Landeskorrespondenz, 02.02.2011
 

(LK)  4.000 hierhin und 2.000 dorthin! Die Rede ist von Pendlern zwischen Salzburg und Bayern. Die Zahl der so genannten Grenzgänger hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Vor allem die Zahl derer, die zum Arbeiten nach Salzburg kommen.

Dieser "Grenzfall" ist ein weiterer aus der erfolgreichen Serie "Salzburger Grenzfälle", die jeden ersten Mittwoch des Monats auf SALZBURG.AT, der Plattform für die Europaregion, im Internet unter www.salzburg.at , veröffentlicht werden. In Buchform gibt es die "Neuen Salzburger Grenzfälle" als Nr. 235 der Serie "Sonderpublikationen" in der Schriftenreihe des Landespressebüros. Die unterhaltsame Lektüre versammelt Kuriositäten rund um die Salzburger Grenzen, gleichzeitig ist das Buch eine aufschlussreiche Lektüre zu Geschichte, Landeskunde und Politik Salzburgs.

Zum Arbeiten über die Grenze

4.000 bayerische Pendler kommen täglich von Bayern nach Salzburg, um zu arbeiten. Umgekehrt ist die Zahl nur halb so groß: Rund 2.000 Salzburger/innen haben derzeit ihren Arbeitsplatz in einem bayerischen Betrieb. Grund für diese Unausgeglichenheit sei der bessere Verdienst in Österreich, sagen viele Deutsche, die sich für einen Arbeitsplatz in Salzburg entscheiden. Weiters sei das Fehlen eines Zentralraumes auf deutscher Seite ein zusätzlicher Grund für diese Unausgeglichenheit zwischen bayerischen und Salzburger Grenzgängern. Die Regionen Berchtesgadener Land und Traunstein sind geprägt durch einen guten Branchenmix. Allerdings mit sehr vielen kleinen Betrieben. Die Arbeitskräftenachfrage ist nicht in allen Berufsbezeichnungen gleich hoch. Ein ähnliches Bild wie bei den ausgebildeten Arbeitskräften ergibt sich auch bei der Berufsausbildung: Während rund 500 deutsche Jugendliche eine Lehre im Land Salzburg absolvieren, pendeln nur etwa 30 Lehrlinge zu ihrer Ausbildung ins benachbarte Bayern. Genaue Daten, in welchen Branchen die Grenzgänger in Salzburg bzw. Bayern beschäftigt sind, führen sowohl die Agentur für Arbeit in Deutschland als auch das Arbeitsmarktservice nicht.

Dass die Grenze zwischen Salzburg und Bayern in den Köpfen der Arbeitnehmer/innen kaum noch existiert, zeigt das rapide Ansteigen der Grenzgänger: "2001 waren es gerade einmal 1.100 bayerische Pendler, fast zehn Jahre später hat sich diese Zahl nahezu vervierfacht", sagt Anette Farrenkopf von der Agentur für Arbeit Traunstein. "Umgekehrt gibt es stetig einen Rückgang der Grenzgänger", bestätigt die Agenturchefin. Die Agenturen für Arbeit in Bayern arbeiten mit verschiedenen Arbeitsmarktservices in Österreich eng zusammen. So kooperiert etwa Rosenheim mit Kufstein, Weilheim mit Innsbruck oder Passau mit Schärding.

Auf gute Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit der Agentur für Arbeit in Traunstein mit dem AMS Salzburg etwa funktioniert laut Farrenkopf sehr gut, konstruktiv und vertrauensvoll. Regelmäßig finden Besprechungen der unterschiedlichsten Gremien (Landesgeschäftsführung, Verbände, Initiativen) über diverse Themen wie Fachkräftebedarf, Ausbildung, berufliche Weiterbildung, Förderung der Selbstständigkeit statt. Hierzu organisieren die Agentur und das AMS grenzüberschreitende Veranstaltungen und Projekte, gemeinsame Beratertage über das Arbeiten im jeweiligen Nachbarland und vieles mehr. Zusätzlich werden zahlreiche Broschüren zum Beispiel vom EURES-Netzwerk, dem europäischen Portal für berufliche Mobilität, angeboten.

Grenzgänger sollten sich, bevor sie ihre neue Arbeitsstelle jenseits der Grenze antreten, über Lebens- und Arbeitsbedingungen, Besteuerung, Sozialversicherung, Pensionsvorsorge, Fami-lienleistungen, Anerkennung von Berufsabschlüssen und vieles mehr informieren. Denn obwohl die Arbeitsstellen in der Salzburger bzw. bayerischen Nachbarschaft zum Greifen nahe sind, ergeben sich für Grenzgänger ständig neue Fragen und Probleme, die jedoch kein Grund sein sollten, sich nicht neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Die Regelungen und Informationen dazu wurden in den vergangenen Jahren laufend überarbeitet, ergänzt und verbessert, so dass einer "grenzgenialen" Jobaussicht nichts mehr im Wege steht. p27-70 

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