Jugend so früh wie möglich für die Volkskultur begeistern

Widmann bei Verleihung der Salzburger Löwen 2010

Salzburger Landeskorrespondenz, 11.02.2011
 

(LK)  "Entwicklung, Wachstum und die Freiheit, sich mit anderen Kulturformen in Salzburg und mit Kulturen anderer Länder zu befassen, soll vor allem bei der Jugend gefördert, unterstützt und gewürdigt werden. Aus diesem Grund wurde der Salzburger Löwe als Jugendpreis der Volkskultur ins Leben gerufen. Er ist eine Auszeichnung vor allem auch für Kinder und Jugendliche, denn besonders in diesem Alter wird der Grundstein für eine lebenslange Verbundenheit mit der Volkskultur gelegt. Der Jugendpreis für Volkskultur soll Kinder und Jugendliche für Volkskultur begeistern und außerordentliche Leistungen ehren." Dies betonte gestern, Donnerstag, 10. Februar, Abend im Oval des Europark in Salzburg Volkskulturreferentin Landesrätin Dr. Tina Widmann bei der Verleihung der Salzburger Löwen 2010. Die Preise wurden in vier Kategorien, die mit je 2.500 Euro dotiert waren, ausgeschrieben und gingen an folgende Gewinner:

Volksschule Reitdorf für das Projekt "Im Flachauer Tal geht’s lustig zua" (Kategorie I: Vermittlung von Volkskultur und Bräuchen in Kindergärten und Schulen. Gemeinsame Projekte von volkskulturellen Vereinen und Verbänden mit Schulen oder Kindergärten); Wirtschaftsfachschule des Ausbildungszentrums St. Josef für das Videoprojekt "Europa in mir - Erinnerungen neu erzählt" und Salzburger Volksliedchor jung und "Kajola Community" für "Wir singen und musizieren für ein Schulprojekt" (Kategorie II: Kulturaustausch mit Migrantinnen und Migranten unter Hervorhebung der jeweiligen volkskulturellen Traditionen und Förderung der kulturellen Vielfalt - dieser Preis wurde geteilt); Gebirgstrachtenerhaltungsverein "D‘Spielberger" für die Durchführung des Leoganger Kinderkathreintanzes, der im November 2010 bereits zum dritten Mal stattfand (Kategorie III: Projekte, die die Gemeinschaft innerhalb des Vereins oder Gruppe stärken); Museum Bramberg für die Initiative "Das neue Museum Bramberg - ein Projekt für die Jugend" (Kategorie IV: Projekte, die Senioren integrieren, um alte Traditionen und Bräuche kennen zu lernen; Initiativen, die Altes und Vergessenes wieder aufleben lassen, die Verbindung von Alt und Jung sowie die Weitergabe von Traditionen an Kinder und Jugendliche).

Die Kinder der kleinen Volksschule Reitdorf in Flachau wurden ein Jahr hindurch mit der ganzen Bandbreite und Vielfalt der Volkskultur vertraut gemacht. Die Aktivitäten reichten vom gemeinsamen Singen, Tanzen und Musizieren über traditionelle Formen des Brotbackens und Buttermachens bis zur Auseinandersetzung mit der regionalen Mundart und der Neubelebung aller Bräuche wie des Anklöckelns.

Im Videoprojekt "Europa in mir - Erinnerungen neu erzählt" setzten sich die Schülerinnen einer Klasse der Wirtschaftsfachschule am Ausbildungszentrum St. Josef mit ihren vielfältigen biografischen und kulturellen Wurzeln auseinander. Die Schüler/innen recherchierten zu Biografien und Herkunftsländern ihrer Familienangehörigen und versuchten herauszufinden, welche Erlebnisse und Erfahrungen das Leben ihrer Interviewpartner geprägt hatten. Danach versetzten sie sich in die Rolle der Mutter, des Vaters oder eines Großelternteils und erzählten die Lebensgeschichten aus deren Perspektive für die Kamera nach. Der Volksliedchor Jung mit der Trommlergruppe Agidigbo aus Nigeria erhielt die zweite Hälfte des in der Kategorie 2 geteilten Preises für ein humanitäres Projekt gelebter Volkskultur. Die Musiker aus Salzburg und Afrika  praktizieren den interkulturellen Austausch auf besondere Weise, wobei sie in gemeinsamen Auftritten ihre Traditionen verschmelzen ließen. Alle Einnahmen und Spenden kamen einer afrikanischen Schule zugute.

Der Gebirgstrachtenerhaltungsverein "D‘Spielberger" aus Leogang begeistert bereits seit mehreren Jahren mit dem Leoganger Kinderkathreintanz Kinder und Jugendliche auf spielerische Art und Weise für das Volkstanzen. Der Verein ist damit, so die Jurybegründung, einer der in der Jugendarbeit aktivsten Heimatvereine Salzburgs.

Die Initiative "Das neue Museum Bramberg - ein Projekt für die Jugend" wurde unter anderem dafür ausgezeichnet, weil es mit einer neuen, beeindruckenden Präsentation der heimischen Mineralien auch an die jugendlichen Besucher gedacht hat. Dazu beigetragen hat vor allem auch die Herausgabe eines eigenen Kataloges für Jugendliche, der durch die spezielle Mineralogie Salzburgs und die Pinzgauer Volkskultur führt.

"Der Salzburger Löwe soll einerseits Leistungen von Kindern und Jugendlichen, die sich für die Volkskultur engagieren, würdigen und andererseits einen Anreiz schaffen, dass sich Kinder und Jugendliche wieder mit Brauchtum und Kultur auseinandersetzen und Projekte initiieren. Die Jugend für die Volkskultur zu begeistern, die Qualität unserer Volkskultur zu verbessern und eine Absicherung der Verbände und Vereine zu schaffen, sind meine Ziele in der Politik für die Volkskultur", erklärte Landesrätin Widmann.

Der Salzburger Löwe wird als Jugendpreis der Salzburger Volkskultur alle zwei Jahre ausgeschrieben. Das Preisgeld beträgt insgesamt 10.000 Euro und wird von der Generali Versicherung zur Verfügung gestellt. Der Jury für den Salzburger Löwen 2010 gehörten Sabine Salzmann (Salzburg Krone), LAbg. Bürgermeisterin Sonja Ottenbacher (Stuhlfelden), Renate Quehenberger (Akzente Salzburg), Alfred Huemer (Vorsitzender Dachverband Salzburger Volkskultur), Rainer Üblagger (Generali) und Jubril Olawunmi als Migrantenvertreter an. Den Vorsitz führte Dr. Lucia Luidold, Leiterin des Referates Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes des Landes. p36-30 

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