Tobi-Reiser-Preis für Ausseer Handdrucker

Burgstaller: Preisträgerinnen und Preisträger zeigen, wie nahe die Tradition an unserer Gegenwart sein kann

Salzburger Landeskorrespondenz, 27.02.2011
 

(LK)  Der Tobi-Reiser-Preis 2011 geht an die "Ausseer Handdrucker" mit Christiane Eder (Handdruckerei Eder), Martina Reischauer (Mautner Drucke), Markus Wach (Sekyra Markus Wach Stoffdruckerei) und Sepp Wach (Handdrucke Sepp Wach). "Der Ausseer Handruck, dem sich die vier diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger widmen, zeigt eindrucksvoll, wie nahe das Traditionelle an unserer Gegenwart sein kann", betonte Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Sonntag, 27. Februar, bei der Verleihung des Tobi-Reiser-Preises 2011 in Salzburg. Die Geschichte der Ausseer Handdrucker reiche "nur" 70 Jahre zurück. Dennoch seien einem diese Muster und Farben so vertraut, als hätte es sie schon immer gegeben.

Der mit 3.700 Euro dotierte Tobi-Reiser-Preis wird seit 1992 jährlich vom Verein der Freunde des Salzburger Adventsingens als Preis für überragende volkskulturelle Leistungen vergeben. Die Leistungen der Preisträgerinnen und Preisträger müssen den Erfordernissen historischer oder gegenwärtiger Volks- beziehungsweise Alltagskultur entsprechen und deren hohen Anforderungen genügen. Der seit 1984 bestehende Verein hat mehr als 1.000 Mitglieder, ein Drittel davon kommt aus Österreich, zwei Drittel aus Deutschland. Neben dem Salzburger Adventsingen haben sich die "Freunde" zum Ziel gesetzt, Musikanten, Laienspieler, Amateur-Theaterspieler und insbesondere den volksmusikalischen Nachwuchs zu fördern. Der Verein tritt als Co-Veranstalter in der Volkskultur auf, gibt Liedblätter und Liederbücher heraus und ist der größte private Sponsor für volkskulturelle Einrichtungen im Land Salzburg. Obmann ist Dipl.-Ing. Günther Auer.

"Unsere Wahrnehmung von traditioneller Textilgestaltung und Trachtenmode ist eng mit diesen bekannten und beliebten Mustern und Farbgebungen verbunden", so Burgstaller. "Diese Tradition ist der Ausdruck einer soliden Bodenständigkeit. Sie kombiniert überlieferte Handwerkskunst mit dem guten Geschmack unserer Zeit. Die vier Unternehmen der Preisträger repräsentieren in hervorragender Weise diese kreative Mischung aus Tradition und Innovation, die für zeitlose Schönheit und Eleganz steht."

Als Wirtschaftsraum und Produktionsstandort wolle Salzburg nicht mit Produktionsstätten in Billiglohnländern auf dem Textilsektor und ihren oft beliebig austauschbaren Massenprodukten konkurrieren. Es gebe aber eine Reihe von heimischen Nischenbereichen, wie etwa den Handdruck, die auch in Zukunft noch stark nachgefragt sein werden. "Immer mehr Menschen schätzen Produkte, die aus hochwertigen Materialien und mit handwerklichem Können auf höchster Stufe entstehen, so, wie die Erzeugnisse der Ausseer Handdrucker. Das ist nicht zuletzt auch ein Signal an junge Menschen, die sich nach kreativen, anspruchsvollen und sicheren Ausbildungs- und Arbeitsplätzen umsehen", sagte Burgstaller.

Das lebendige Brauchtum im Land Salzburg sei "potenziell eine gute Kundschaft" für die Handdrucker. In Salzburg gibt es mehr als 6.500 aktive Blasmusiker, 145 Musikkapellen, 12.000 Mitglieder in 300 Heimatvereinen und Brauchtumsgruppen, 5.100 Brauchtumsschützen in 100 Schützengemeinschaften, 11.000 Sänger in 400 Chören sowie 3.500 Mitglieder in Volkslied- und Volksmusikgruppen. "Diese Breite der Traditionspflege im Land Salzburg wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Ausseer Handdrucken nicht nachlassen wird", so Burgstaller abschließend. p46-53

Franz Neumayr wird für das Landespressebüro den Redaktionen Fotos anbieten.