Cornelia Schmidjell als neue Landesrätin angelobt (mit Video)

Die gebürtige Oberösterreicherin wurde in offener Abstimmung einstimmig zur Nachfolgerin von Erika Scharer gewählt

Salzburger Landeskorrespondenz, 06.07.2011
 

(LK) Am Beginn der Plenarsitzung des Salzburger Landtages stand heute, Mittwoch, 6 Juli, die Neuwahl eines Mitgliedes der Landesregierung auf der Tagesordnung. Die SPÖ hat dafür als Nachfolgerin von Landesrätin Erika Scharer, die ihre politischen Ämter zurückgelegt hatte und in den Ruhestand tritt, Mag. Cornelia Schmidjell nominiert. Sie wurde in offener Abstimmung einstimmig zur neuen Landesrätin gewählt und anschließend von Landtagspräsident Simon Illmer auf die Landesverfassung angelobt.

"Ich stelle mich dieser Aufgabe für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes mit meinem ganzen Können und mit meiner ganzen Kraft. In meiner Arbeit als Landesrätin werde ich mich für einen Paradigmenwechsel einsetzen, der als ein Grundgedanke für eine Gesundheits- und Sozialpolitik der Zukunft gelten soll: Unsere Gesellschaft sollte Ausgaben für Gesundheit und Soziales nicht nur als Kostenfaktoren, sondern vielmehr als produktive Investitionen für den Wirtschaftsstandort Salzburg sehen, denn sie sorgen für Beschäftigung, Einkommen, Nachfrage und damit auch wieder für zusätzliche Beiträge in die Steuer- und Sozialversicherungstöpfe", erklärte die neu gewählte Landesrätin in ihrem Antrittsstatement und verwies auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen im 21. Jahrhundert besonders im Gesundheits- und Sozialbereich: "Die Alterung der Gesellschaft und sich rasch verändernde Lebens- und Arbeitsformen machen es erforderlich, die Gesundheitsversorgung und die Langzeitpflege abzusichern und auszubauen. Das allein genügt aber nicht: Vielmehr müssen wir die Förderung von Gesundheit und sozialer Einbindung vorantreiben - also die Prävention von Krankheit, sozialer Ausgrenzung und Armut ausbauen. Die Voraussetzungen dafür sind ja geschaffen und ich darf an dieser Stelle der scheidenden Landesrätin für das wohlgeordnete Haus danken, das ich heute übernehmen darf", so Schmidjell.

Im Anschluss an ihre Wahl und Angelobung im Landtag wurde die neue SPÖ-Landesrätin in einer Sitzung der Landesregierung durch Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller auf die Bundesverfassung angelobt. Zugleich wurde von der Regierung eine Änderung der Geschäftsordnung der Salzburger Landesregierung (Verordnung der Landesregierung, mit der die Geschäftsordnung der Salzburger Landesregierung geändert wird; Landesgesetzblatt Nr. 61/2011) beschlossen, durch die für alle Ressorts der bisherigen Landesrätin Scharer nunmehr deren Nachfolgerin Mag. Schmidjell verantwortlich ist. Dazu zählen Soziales, das Gesundheitswesen  und die Landesanstalten.

Cornelia Schmidjell wurde am 21. März 1964 in Braunau geboren, besuchte von 1970 bis 1974 die Volksschule Ach und absolvierte anschließend das Bundesgymnasium Braunau, Neusprachlicher Zweig, an dem sie 1982 die Reifeprüfung ablegte. Von 1982 bis 1987 studierte sie an der Universität Salzburg Rechtswissenschaften und spondierte mit der Diplomarbeit zum Versetzungsschutz gemäß § 101 Arbeitsverfassungsgesetz. Nach dem Gerichtspraktikum trat Mag. Cornelia Schmidjell am 1. Februar 1988 als Juristin in die Dienste der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Salzburg und arbeitete von 1989 bis 1998 im Prozessschutzreferat. In dieser Zeit vertrat sie Salzburger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor dem Arbeits- und Sozialgericht Salzburg und erwarb sich einen hervorragenden Ruf als eine der führenden Rechtsexpertinnen der AK. Von 1999 bis 2003 war sie Leiterin des Referats für Arbeitsrecht sowie stellvertretende Leiterin der Rechtsabteilung, und 2004 wurde sie zur Leiterin der Abteilung Sozialpolitik der Arbeiterkammer Salzburg bestellt. In dieser Funktion war sie mit Sozialversicherungsrecht, Jugend- und Lehrlingsschutz, Frauen-, Gesundheits- und allgemeine Wohlfahrtstaatspolitik sowie Arbeitnehmer/innenschutz für zentrale Aufgabenbereiche der Arbeiterkammer verantwortlich. Mag. Schmidjell fungierte dabei als Bindeglied zu den Sozialinitiativen und erwarb sich durch ihr Engagement einen exzellenten Ruf. Wiederholt griff sie bei verschiedenen Veranstaltungen Zukunftsthemen auf, deren Relevanz erst später breit erkannt wurde, etwa in den Themenfeldern altersgerechtes Arbeiten, Grundsicherung, Workingpoor oder Pflegeprävention. Mag. Schmidjell ist mit dem Juristen Dr. Johann Schmidjell verheiratet. p153-30

Zum Thema dieser Landeskorrespondenzmeldung ist im Online-Video-Angebot des Landes Salzburg unter www.salzburg.gv.at/online-video das Video "Neue Landesrätin Cornelia Schmidjell" verfügbar.