Bertram Hasenauer erhielt Großen Kunstpreis des Landes 2011

Brenner: Entscheidung der Jury fiel aus 14 Nominierungen einstimmig / Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert

Salzburger Landeskorrespondenz, 01.10.2011
 

(LK)  In der Galerie im Traklhaus in Salzburg überreichte heute, Samstag, 1. Oktober, Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner den mit 15.000 Euro dotierten Großen Kunstpreis des Landes Salzburg an Bertram Hasenauer. Der Preisträger stammt aus Saalfelden, lebt und arbeitet jedoch seit einigen Jahren in Berlin. Insgesamt wurden 14 Künstler/innen für den Preis nominiert. Die Jury, der Dr. Beate Ermacora (Leiterin der Galerie im Taxispalais, Innsbruck), Prof. Wolfgang Graninger (Sammler Salzburg) und Direktor Toni Stooss (Museum der Moderne Salzburg) angehörten, begründete ihre einstimmige Entscheidung folgendermaßen: 

"Bertram Hasenauer hat in zwei Jahrzehnten eine unverwechselbare künstlerische Handschrift, die international verstanden wird, entwickelt. Das Menschenbild wird anonym, ein Distanzieren vom Betrachter, keine unmittelbare Kommunikation findet statt. Innerhalb der neuen malerischen Figuration hat er eine eigene Position: Er erzählt keine Geschichten, dokumentiert jeweils einen Augenblick."

Die beiden in der Ausstellung gezeigten Arbeiten nennt der Künstler "Long ago and far away" und "Eve". Eve zeigt das Bild einer Frau, von der nur das Gesicht und die Arme zu sehen sind. Der restliche Körper verschwindet im Weiß des Hintergrundes. Die Figur neigt den Kopf etwas nach unten und hat die Augen geschlossen, sie wirkt melancholisch, introvertiert, tritt in keinerlei Beziehung zum Betrachter. Durch die Auflösung bzw. das Nichtvorhandensein des Körpers wird diese Zurückgezogenheit noch vertieft.

Das zweite Bild präsentiert fünf Personen in einem Kreis, die wie Spiegelbilder alle gleich aussehen, die vorderste Person in Rückansicht. Ein Typus von einem jungen Mann mit blauer Bluse und ausdruckslosem Gesicht. Emotionslos blicken sie sich gegenseitig an, bis auf eine Figur, die aus dem Bild heraus den Betrachter ansieht und ihn somit in diese Runde mit einbezieht.

Landeshauptmann-Stellvertreter Brenner erklärte bei der Preisverleihung: "Auszeichnungen und Preise, wie der heute zu vergebende, sind kein Selbstzweck und keine bloße Würdigung für den oder die Einzelne/n. Sie stehen vor allem dafür, für wichtige kulturelle und gesellschaftliche Leistungen Bewusstsein zu schaffen und sie hervorzuheben. Sie sind ein Zeichen der Wertschätzung für jene, denen wir diese kreativen Prozesse verdanken. Ich möchte sie aber auch als Signal verstanden wissen, das über die Wertschätzung für einzelne Leistungen hinausgeht. Wir wollen mit diesen Preisverleihungen die zentrale Rolle der Kunst in gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen unterstreichen."

Deshalb sei es wichtig, eine entsprechende Bühne zu bieten. Die Preise für bildende Kunst werden daher immer in Verbindung mit einer Ausstellung im Traklhaus vergeben. "Zum einen soll die Preisvergabe für die Öffentlichkeit transparenter werden, zum anderen wird durch diese Ausstellungen ein Einblick in das Kunstschaffen der Salzburger Szene gegeben", sagte Kulturreferent Brenner.

Mit 15.000 Euro ist Kunstpreis der höchst dotierte Preis für bildende Kunst des Landes Salzburg. Er wird im Drei-Jahres-Rhythmus vergeben (abwechselnd mit Literatur und Musik). Mit ihm wird ein/e bildende/r Künstler/in mit Verdiensten und Präsenz in Salzburg für ein konsequentes und kontinuierliches künstlerisches Schaffen ausgezeichnet. Es gibt kein Alterslimit, im Mittelpunkt steht das Gesamtwerk. 

Die Auswahl für den Preisvorschlag erfolgte dreistufig: Fünf Institutionen, die in der bildenden Kunst in Stadt und Land Salzburg tätig sind – der Kunstverein, die Galerie 5020, periscope, die Galerie im Traklhaus und der Fachbeirat für bildende Kunst –, wurden gebeten, jeweils einen Kurator oder eine Kuratorin zu nominieren, die bis zu drei Preiskandidaten vorgeschlagen haben. Silvia Eiblmayr, Antonia Hoerschelmann, Ulrike Lienbacher, Barbara Reisinger und Tina Teufel haben acht Künstlerinnen und sechs Künstler nominiert. In der Ausstellung schlug dann die dreiköpfige Fachjury den Preisträger vor.

Die Ausstellung Kunstpreis des Landes Salzburg mit Arbeiten der 14 nominierten Salzburger Künstler/innen und des Preisträgers (Heinrich Dunst, Ilse Haider, Bertram Hasenauer, Julie Hayward, Stefan Heizinger, Barbara Holub, Aglaia Konrad, Sigrid Kurz, Andrew Phelps, Isa Rosenberger, Elisabeth Schmirl, Johannes Steidl, Gerold Tusch, Eva Wagner) zeigt die Galerie im Traklhaus noch bis 22. Oktober.

Bertram Hasenauer wurde 1970 in Saalfelden geboren und studierte von 1997 bis 1998 am Central Saint Martins College of Art & Design, London, von 1996 bis1997 an der Universität der Künste in Berlin und von 1992 bis 1997 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo er zum Magister der Künste spondierte. Er erhielt das Arbeitsstipendium sowie das Staatsstipendium für bildende Kunst des Bundeskanzleramtes sowie Atelierstipendien in Berlin, Krakau, Rom und Peking und ist Träger des Anton-Faistauer-Anerkennungspreises für Malerei, des Art Award Förderpreises für Malerei der Strabag Wien sowie des Georg-Eisler-Preises für Malerei. p219-115

Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos von der Überreichung des Kunstpreises anbieten.