Erhaltung des kulturellen Erbes ist wichtiger Teil der Volkskultur

Widmann bei Einweihung der renovierten Sixtkapelle in Wald im Pinzgau

Salzburger Landeskorrespondenz, 26.10.2011
 

(LK)  "Die Volkskultur ist die Visitenkarte des Landes Salzburg. Und ein ganz wesentlicher Teil dieser Visitenkarte ist die Erhaltung des kulturellen Erbes. Die erhaltungswürdigen alten Bauten und Skulpturen sind ein Teil der kulturellen Identität unseres Landes. Von der Burg bis zum Bauernhof, vom Marterl über die vielen Kapellen bis zur Kirche sind sie Teile der Geschichte und Tradition." Dies betonte heute, Mittwoch, 26. Oktober, die für die Erhaltung des kulturellen Erbes ressortzuständige Landesrätin Dr. Tina Widmann bei der Einweihung der renovierten Sixtkapelle in Wald im Pinzgau. Sie wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Referat Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes heuer bisher für die Erhaltung und Renovierung von 155 Objekten 1,455.000 Euro, davon 10.000 Euro für die Sixtkapelle, an Förderungen zur Verfügung gestellt habe. Damit wurde ein Investitionsvolumen von knapp 17,7 Millionen Euro ausgelöst. Dies zeige, so Widmann, dass von der Erhaltung des kulturellen Erbes auch ein nicht unerheblicher wirtschaftlicher Impuls für die heimische Wirtschaft ausgehe.

"Nicht nur für unsere vielen Gäste und Touristen ist es schön anzusehen, wenn ein renoviertes Gebäude wieder in neuem Glanz erstrahlt. Es ist ganz wichtig für uns selber, für unser Herz, dass wir das kulturelle Erbe unserer Vorfahren für die nächsten Generationen erhalten", betonte die Landesrätin.

Die Sixtkapelle liegt an der alten Krimmlerstraße, nicht weit entfernt von der Ortschaft Wald. Eine aufgefundene Statue, die angeblich an einem Eschenbaum hing und als Sixtusbild gedeutet wurde, war der Anlass für den Bau einer Holzkapelle, die 1579 von Hans Staiger von Sulzau durch eine gemauerte ersetzt wurde. Die Verehrung des heiligen Sixtus in Wald geht aber auf frühere Zeiten zurück, weil sich in der Pfarrkirche Wald oberhalb der Sakristeitüre ein gotisches Fresko, das Kaiser Heinrich und Papst Sixtus darstellt, befindet. Vermutlich aus der Vorstellung eines Doppelpatroziniums wollte man in unmittelbarer Nähe eine Kirche, die dem hl. Diakon Laurentius geweiht ist, auch eine Gedenkstätte für Papst Sixtus I. errichten. 1633 wurde die Kapelle mit einem Altar vom Mittersiller Tischler Ruep Niderfilzer (Sixtus-Figur) ausgestattet, der vom Saalfeldener Maler Sebastian gefasst wurde.

Die geschichtliche, künstlerische und kulturelle Bedeutung der Sixtuskapelle liegt darin, dass es sich um eine in Grundstruktur und Bausubstanz gut erhaltene Wallfahrtskapelle mit qualitätvoller spätgotischer und barocker Ausstattung (Figuren, Altar, Gitter, Kreuzwegstationen) im Oberpinzgau handelt. Darüber hinaus gilt der eindrucksvolle sakrale Bau mit in Salzburg einzigartigem Patrozinium als Beleg der Walder Wallfahrt, die vor allem im 17. und 18. Jahrhundert überregionale Bedeutung hatte.

Verdienstzeichen für "Freizeitpolier" August Innerbichler

An die Renovierung der Kapelle, bei der auch die Kreuzwegbilder sowie der Altar von Restaurator Peter Mayer restauriert bzw. gereinigt wurden, haben seit Juli des Vorjahres unzählige hilfreiche Hände insgesamt mehr als 1.000 Arbeitsstunden zum großen Teil ohne Bezahlung geleistet. Es sei ein vorbildhaftes Zusammenwirken gewesen, das den heutigen Festtag mit der Neueinweihung der Sixtkapelle ermöglicht habe und das in die Geschichte von Wald und in die Geschichte des Pinzgaues eingehen werde, sagte die Landesrätin. Besonders würdigte sie die Leistungen des "Freizeitpoliers" August Innerbichler, der die meisten Arbeiten auf der Baustelle vorbildlich koordinierte und der wohl auch die meisten Arbeitsstunden einbrachte, und überreichte ihm das Verdienstzeichen des Landes Salzburg für Verdienste um die Salzburger Volkskultur. p241-110 

Franz Neumayr wird den Redaktionen für das Landespressebüro Fotos anbieten.