Kalender der Religionen online abrufbar

Widmann: Kalender ist ein Schritt hin zu gelebter Vielfalt / Dialoge verbinden Menschen

Salzburger Landeskorrespondenz, 04.01.2012
 

(LK)  Ab sofort ist über die Website der Salzburger Volkskultur der "Kalender der Religionen im Land Salzburg" abrufbar und kann als Jahresübersicht oder als Timer mit Monatsblättern ausgedruckt werden. "Im neuen Online-Kalender finden die Salzburgerinnen und Salzburger die Hauptfeste von 13 Religionen so, wie sie im Bundesland Salzburg gefeiert werden", betonte Volkskulturreferentin Landesrätin Dr. Tina Widmann heute, Mittwoch, 4. Jänner. Zudem sind dort alle gesetzlichen österreichischen Feiertage angeführt, alle österreichischen Landespatrone und viele in der Bevölkerung beliebte überlieferte Termine.

Bei der Religionsauswahl hat sich das Referat Volkskultur des Landes an der bisher letzten österreichischen Volkszählung von 2001 und den Anpassungswerten für Salzburg von 2008 orientiert. "In dem Kalender listen wir all jene in Österreich gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften auf, deren Mitglieder im Bundesland Salzburg mehr als 0,01 Prozent der Bevölkerung ausmachen", so Prof. Dr. Ulrike Kammerhofer-Aggermann, Leiterin des Salzburger Landesinstitutes für Volkskunde.

"Der Kalender der Religionen ist ein wertvoller Beitrag, um mögliche Ängste vor fremden Religionen zu nehmen, er ist ein Schritt hin zu respektvoll gelebter Vielfalt, ein Verbindungsstück von Menschen verschiedener Religionen in unserem Land. Er bietet die Möglichkeit, die Feste der Mitbürgerinnen und Mitbürger kennenzulernen.

Dialoge verbinden Menschen, schaffen Verständnis und begründen Freundschaften. Anderen Religionen ohne Argwohn zu begegnen, hat nichts mit einer Vernachlässigung oder gar Abkehr von unserem abendländischen Christentum zu tun. Ganz im Gegenteil, wer sich seiner Wurzeln bewusst ist, hat keine Angst vor dem Anderen und kann sich der Vielfalt erfreuen", betonte die für Integration zuständige Landesrätin Widmann.

Religion spielt bei Integrationsdiskussionen gewichtige Rolle

Es brauche viel Mut, im anderen den Menschen zu sehen. Integration, das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen und das Zusammenleben von Menschen verschiedenen Glaubens war, ist und wird immer spannungsgeladen sein, denn es geht um Abgrenzung und Anpassung, um Respekt und Werteverständnis, um Toleranz und grundlegende Regeln, um das Eigene und das Fremde, um Aufbruch und Beheimatung. "Religion spielt in Hinblick auf die Integrationsdiskussionen eine gewichtige Rolle", so Landesrätin Widmann. Überbordende Religion arte leicht in Fanatismus und Fundamentalismus aus, aber Religion biete auch ein großes Friedenspotenzial. Dieses gelte es zu nutzen. "Religionsfreiheit ist ein hohes Gut, das auch im Christentum jahrhundertelang schmerzlich erkämpft werden musste, dies gilt es zu schützen und zu behüten", ist Widmann überzeugt.

Der Kalender der Religionen kann auch eine Antwort auf viele Fragen geben. "Gerade die Jungen waren es in den Bezirksjugendgesprächen, die mehr Information forderten", so Landesrätin Widmann, die die Jugendlichen gerne nach dem Motto: "Wer gut informiert ist, kann die richtigen Schritte tun", unterstützt. Der Kalender sei eine Einladung mitzuarbeiten, Feste einzutragen, sich Information zu holen, Informationen zu geben und einfach offen und interessiert am Mitmenschen zu sein.

Im Laufe des Jahres 2012 werden in den Kalender nach und nach erläuternde Texte zu den Festen ins Internet gestellt, die für die tägliche Arbeit oder den Unterricht genutzt werden können, die Mitbürgerinnen und Mitbürger sind aufgerufen durch ihre Beiträge den Kalender lebendig zu halten und das ganze Jahr über mitzugestalten.

"Dieser Kalender soll einen Schritt hin zur respektvoll gelebten Vielfalt darstellen", so Widmann, die sich bei den Vertreterinnen und Vertretern der Religionen für die Unterstützung und Beratung und dem Referat für Volkskultur für die Umsetzung bedankte.

Der Kalender der Religionen ist unter http://www.salzburgervolkskultur.at/index.php?id=1222 abrufbar. q3-11

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