Über Leben und Wirken des Franz Xaver Klaushofer

Widmann bei der Präsentation des fünften Teils der Dokumentationsreihe "Seeham - wie es früher war ..."

Salzburger Landeskorrespondenz, 13.02.2012
 

(LK)  "Die Beschäftigung mit der Vergangenheit ist ein Garant für die Weiterentwicklung. So wie wir mit unserer Geschichte umgehen, so stehen wir zu unserer Heimat." Das betonte Volkskultur- und Gemeindeentwicklungsreferentin Landesrätin Dr. Tina Widmann kürzlich bei der Präsentation des Filmes "Franz Xaver Klaushofer" und der Chronik der Franz Xaver Klaushofer Prangerstutzenschützenkompanie in Seeham.

Durch die Dokumentationsreihe "Seeham – wie es früher war ..." wird Seehams Geschichte lebendig. Teil fünf der DVD ist dem langjährigen Seehamer Pfarrer Franz Xaver Klaushofer gewidmet und enthält unter anderem Interviews mit Zeitzeugen. Er war von 1939 bis 1976 Pfarrer von Seeham und Gründer der Seehamer Prangerstutzenschützenkompanie. Darüber hinaus wurde die von Rudolf Waltran händisch geschriebene Chronik (1964 bis 2005) der Franz Xaver Klaushofer Prangerstutzenschützenkompanie vorgestellt.

In dem Film erinnern sich Zeitzeugen an Klaushofer (1888 bis 1976) als volksnahen Pfarrer, begeisterten Musiker, passionierten Jäger und Gründer der Seehamer Prangerstutzenschützenkompanie. Geboren wurde Klaushofer 1888 als erstes von elf Kindern in der Tiefbrunnau (Gemeinde Faistenau) und besuchte nach der Volksschule das erzbischöfliche Gymnasium Borromäum in Salzburg und anschließend das Priesterseminar. Die Priesterweihe empfing er 1911, 1933 wurde Klaushofer Pfarrer in seiner Heimatgemeinde Faistenau. Seine direkte Art, Dinge beim Namen zu nennen und seine Meinung zu äußern, führte 1939 dazu, dass Klaushofer vom Bürgermeister des Dorfes verwiesen wurde. Zunächst ging er nach Berndorf, im Spätherbst 1939 übernahm er die Pfarre Seeham. Klaushofers Leidenschaft galt zum einen der Jagd und zum anderen den Prangerstutzen. In Seeham gründete er die Prangerstutzenschützenkompanie und wurde zum Ehrenhauptmann ernannt. Bis 1976 blieb Franz Xaver Klaushofer Pfarrer von Seeham. Bis heute werden in Seeham Anekdoten über den volksnahen und manchmal ruppigen Pfarrer erzählt. So soll seine kürzeste Predigt an einem kalten Wintersonntag gelautet haben: "Mich friert, euch friert. Amen!"

Einblick in vergangene Zeiten

"Es ist wichtig, dass wir die Geschichte und die Vergangenheit unserer Vorfahren für die nächsten Generationen erhalten", so Landesrätin Widmann weiter. "Durch diese Dokumentationsreihe macht die Gemeinde Seeham ihre Geschichte lebendig und ermöglicht der heutigen Generationen einen Einblick in vergangene Zeiten. Dieses Werk wird dazu beitragen, dass sich viele Menschen noch mehr mit ihrer Heimatgemeinde identifizieren. Vor allem in der heutigen schnelllebigen und oft anonym gewordenen Zeit ist es immer wichtiger, dass sich die Menschen in ihrer Gemeinschaft geborgen fühlen."

Bisher erschienene DVDs aus der Dokumentationsreihe "Seeham, wie es früher war …" sind "Arbeitsleben und Handwerk" (Teil 1, 2005), "Brauchtum im Jahreslauf" (Teil 2, 2006), "Lebensbrauchtum" (Teil 3, 2007) und "Kriegserlebnisse" (Teil 4, 2009). Erstellt wurden die Filme von Mag. Petra Aster in Zusammenarbeit mit Projektleiterin Erna Herbst. Das Projekt wurde von der Gemeinde Seeham und der Gemeindeentwicklung Salzburg finanziert und organisatorisch unterstützt von Hofrat Mag. Matthias Hemetsberger als Mitbegründer der Dokumentationsreihe sowie von Bürgermeister Peter Altendorfer und Dipl.-Ing. Christine Stadler von der Gemeindeentwicklung des Salzburger Institutes für Raumordnung und Wohnen (SIR). Außerdem wirkten viele Seehamerinnen und Seehamer an der Erstellung der Dokumentationsfilme mit. q33-51