Finanzierung für Jugendstudie zur Internet-Nutzung gesichert

Widmann: Schulterschluss der Länder bei Jugendreferentenkonferenz ermöglicht neue Erkenntnisse und Empfehlungen

Salzburger Landeskorrespondenz, 14.03.2012
 

(LK)  "Ich freue mich über den Schulterschluss der Länder, die EU-Kids-Online-Studie III gemeinsam zu fördern und damit sicherzustellen, dass auch Österreich bei diesem wichtigen Projekt nicht nur vertreten ist, sondern ganz besondere Schlüsse aus der Studie ziehen kann." Das erklärte Jugendreferentin Landesrätin Dr. Tina Widmann nach der Landesjugendreferentenkonferenz, die heute, Mittwoch, 14. März, in Wien zu Ende gegangen ist.

EU Kids Online ist ein seit 2006 bestehendes europäisches Forschungsprojekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Forschungsdaten zum Umgang von Kindern und Jugendlichen sowie zu Chancen und Risken im Internet zu sammeln, zu analysieren und einzuordnen, eigene Forschungen zu diesen Schwerpunkten durchzuführen und sowohl die Ergebnisse als auch Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Verantwortlichen und Betroffenen zur Verfügung zu stellen.

Der Beschluss der Landesjugendreferenten, die Kids-Online-Studie III gemeinsam zu fördern, war auf Initiative Widmanns zustande gekommen. Die Gesamtstudienverantwortliche von österreichischer Seite für die EU-weite Studie, Univ.-Prof. Ingrid Paus-Hasebrink, hatte sich an die Salzburger Jugendreferentin gewandt und um Unterstützung gebeten, damit Österreich auch beim dritten Teil dieser Studie dabei sein kann. Widmann, die schon vorher von Paus-Hasebrink Handlungsempfehlungen für Jugendliche zur Internet-Nutzung bekommen hatte, hat daraufhin das Projekt in die Landesjugendreferentenkonferenz gebracht, wo sich die Länder auf einen Finanzierungsschlüssel geeinigt haben. 10.000 Euro für die EU-Kids-Online-Studie III kommen vom Bund, 35.000 Euro teilen sich Länder auf.

"Es ist wichtig, dass Österreich von diesem Forschungsverbund vermehrt profitieren kann. Ich freue mich, dass Bund und Länder gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Sicherheit für Kinder und Jugendliche im Umgang mit dem Internet zu verbessern", so Widmann, die sich bei ihren Kolleginnen und Kollegen der anderen Bundesländer sowie bei Bundesminister Dr. Reinhold Mitterlehner für die gemeinsame Initiative bedankte.

In EU Kids Online I (2006 bis 2009) wurde der vorliegende Forschungsstand in den 18 beteiligten Ländern erfasst und systematisch verglichen. Dabei wurde auch ein umfassender Bericht mit einem besonderen Fokus auf die Situation in Österreich und die Positionierung in Europa erstellt. An EU Kids Online II waren 25 europäische Länder beteiligt, darüber hinaus arbeitete das Netzwerk eng mit Partnern aus Australien, Brasilien, Russland und den Vereinigten Staaten von Amerika zusammen. Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen der ersten Projektphase wurden über EU Kids online II eine quantitative Erhebung mit repräsentativ ausgewählten Kindern und Eltern durchgeführt. Eine Auswertung der Ergebnisse sowie eine erste Auswertung der Daten für Österreich und Einordnung wurde ebenfalls von Frau Prof. Paus Hasebrink, der Studieninitiatorin, publiziert.

EU Kids online III startete im November 2011. Hauptforschungsthema ist die Untersuchung der Frage, wie Kinder und Jugendliche die verschiedenen konvergenten, digitalen Medien- und Kommunikationskanäle nutzen und welchen Risken sie dabei ausgesetzt sind, aber auch welche Chancen sich für sie bieten. In der dritten Phase des Projekts werden insbesondere die Konsequenzen der geänderten technologischen und sozialen Kontexte berücksichtigt, um Handlungsempfehlungen für Eltern, Schulen, Initiativen, Kinder und Industrie bereitzustellen. Durch EU Kids online III sind nun vertiefende Studien in Österreich möglich, unter anderem zur besonderen Rolle der Internetnutzung bei sozial benachteiligten Kindern in Österreich, um dieser besonderen Risikogruppe gerecht zu werden. Als Ergebnis sollen Empfehlungen etwa für die Landesjugendreferate der Bundesländer und das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend entwickelt werden.

Weitere Salzburger Anträge bei der zweitägigen Konferenz der Landesjugendreferenten in Wien betrafen das Erasmus-Programm und die Zusammenführung diverser Jugend-, Schüler- und Freifahrtkarten. q55-60c