31 Mill. Euro für Weiterentwicklung von Wissenschaft und Forschung

Burgstaller überreichte im Haus der Natur die Christian-Doppler-Preise 2011

Salzburger Landeskorrespondenz, 31.05.2012
 

(LK)  "Salzburg ist ein international anerkannter Wissenschaftsstandort geworden. Das war nicht immer so", betonte Wissenschaftsreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Donnerstag, 31. Mai, bei der Verleihung der Christian-Doppler-Preise 2011 im Haus der Natur in Salzburg. Im Jahr 2004 sei die Paracelsus Medizinische Privatuniversität noch in ihren Anfängen gewesen, und es habe kein einziges Christian-Doppler-Labor gegeben. Die Fachhochschule habe noch nicht annähernd die Größe, den baulichen Umfang und die technische Ausstattung gehabt wie heute, ergänzte die Landeshauptfrau. "Das Land Salzburg hat viel Geld in die Hand genommen, um Wissenschaft und Forschung in Salzburg weiterzuentwickeln. Für Baumaßnahmen im Bereich der Fachhochschule wurden mittlerweile knapp 23 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zuletzt wurde der Paris Lodron Universität für Laborgebäude in der Science City eine Summe von vier Millionen Euro zugesichert und auch die PMU erhielt vier Millionen Euro für den Bau des neuen Forschungsgebäudes. Zusätzlich gibt es weitere Fördermaßnahmen wie den Christian-Doppler-Preis, der konkrete Forschungsleistungen auszeichnet."

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind Dr. Gunther Leobacher (Technische Wissenschaften, Mathematik und Physik), Dr. Ingrid Graz (Geowissenschaften, Materialwissenschaften, Chemie), Dr. Michael Wallner (Molekulare Biologie) und Dr. Clemens Adolf Strohmaier (Organismische Biologie). Jeder Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Die beiden von Dr. Gunther Leobacher eingereichten Arbeiten sind in Zusammenarbeit mit Dipl.-Ing. Andreas Eichler und Dipl.-Ing. Mag. Heidrun Zellinger entstanden und sind zwei Ergebnisse von umfassenderen Projekten, die sich mit dem Einsatz von (quasi-)Monte Carlo Methoden in Kreditrisiko-Modellen befassen. Die beiden Arbeiten leisten einen wertvollen Beitrag zum besseren Verständnis von Stärken und Schwächen von Bewertungsmodellen in der Finanz- bzw. Kreditwirtschaft. Mag. Dr. Gunther Leobacher lebt in Salzburg und ist seit 2003  Universitätsassistent am Institut für Finanzmathematik an der Johannes Kepler Universität in Linz.

Die drei von Dr. Ingrid Graz eingereichten Arbeiten beschäftigen sich mit einer neuen Generation von Schaltkreisen, die nicht starr wie die bisherigen, sondern dehnbar sind und damit eine Art "elektronische Haut" bilden. Sie können Berührungen oder Temperatur fühlen und darauf reagieren. Die Arbeiten zeigen Technologien für künftige elektronische Schaltungen auf, die geboten und sogar gedehnt werden können, ohne ihre Funktionalität einzubüßen. Die gebürtige Salzburgerin Dr. Graz ist unter anderem Lehrveranstaltungsleiterin für diverse Praktika und Übungen sowie Betreuerin für Bachelor-, Master- und Doktoratsstudenten an der Johannes Kepler Universität Linz sowie der Universität Cambridge.

Die drei von Mag. Dr. Michael Wallner vorgelegten Forschungen beschäftigen sich mit Diagnose und Therapiemöglichkeiten von Allergien als Alternative zu Therapie mit Extrakten, die einige Nachteile haben. Die Arbeiten beschäftigen sich im Wesentlichen alle mit dem Thema, wie Allergenextrakte sinnvoll durch biotechnologisch hergestellte, isolierte Allergene ersetzt werden können. Das betrifft sowohl Nahrungsmittelallergien als auch verschiedene Allergien gegen Pollen. Der Molekularbiologe Dr. Wallner wohnt heute in Wals und ist derzeit Assistenzprofessor an der Universität Salzburg.

Dr. Clemens Adolf Strohmaier hat ein Gerät zur Messung der Durchblutung der Aderhaut des Auges entwickelt. Neu ist dabei die berührungslose Messung unter direkter optischer Kontrolle des Messpunktes. Der Fokus bei der Entwicklung und der Tests lag auf dem Einsatz des Geräts bei Kaninchen und Ratten, allerdings ist eine spätere Adaptierung für den Einsatz am Menschen möglich. Dr. Strohmaier lebt in Salzburg und ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg.

Der Preis wird seit 1972 von der Landesregierung alle zwei Jahre für wissenschaftliche und technische Leistungen und Erfindungen ausgeschrieben und in fünf Sparten (heuer nur für vier) vergeben: Doppler Effekt, Biowissenschaften, Geowissenschaften, Chemie/Mathematik/Physik sowie Technische Wissenschaften einschließlich Umweltschutz. Für den Doppler-Preis 2011 haben 21 Bewerberinnen und Bewerber insgesamt 32 Arbeiten eingereicht.

Im Internationalen Wettbewerb der Regionen und Wirtschaftsstandorte seien das Vorhandensein von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen und hoch qualifiziertem wissenschaftlichen Personal oft ausschlaggebende Kriterien für die Entscheidungen der Unternehmensführungen. "Und Salzburg ist auf diesem Gebiet heute mit drei Universitäten, einer Fachhochschule, mehreren Christian-Doppler-Labors für verschiedene Wissenschaftsschwerpunkte sowie anderen Forschungseinrichtungen wie die Salzburg Research oder das Krebsforschungslabor gut aufgestellt", sagte Landeshauptfrau Burgstaller.

Das erklärte Ziel des Landes Salzburg sei, die Kooperation mit der nationalen und internationalen Forschung zu fördern, der Forschung in Salzburg zu internationaler Beachtung zu verhelfen, den Wissenstransfer zu Unternehmen zu stärken und die soziale und kulturelle Lebensqualität in Einklang mit dem wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt zu gestalten. Für Standortentscheidungen stelle das Vorhandensein von Forschungseinrichtungen und hoch qualifiziertem wissenschaftlichen Personal oft die ausschlaggebenden Kriterien dar, sagte die Landeshauptfrau. Mit dem Christian-Doppler-Preis setze Salzburg einerseits seinem weltberühmten Sohn, dem Physiker Christian Doppler, ein würdiges Denkmal und andererseits werden die persönlichen und beruflichen Karrieren von jungen Forscherinnen und Forschern gefördert. q115-30

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