Salzburger Landesfeiertag zu Ehren des Landespatrons

Am 24. September wird das Dompatrozinium des Heiligen Rupert gefeiert

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.09.2012
 

(LK)  Der Heilige Rupert ist der Landespatron von Salzburg. Der Tag seines Dompatroziniums, der 24. September, ist Salzburger Landesfeiertag. Dr. Ulrike Kammerhofer-Aggermann vom Salzburger Institut für Volkskunde hat geschichtliche und volkskulturelle Aspekte zum Salzburger Landesfeiertag zusammengestellt.

Rupert (um 650 bis ca. 716) stammte aus fränkischem Hochadel und war mit dem Königshaus der Merowinger verwandt. Er war Bischof von Worms und wurde schließlich von Herzog Theodo um 700 an den bayerischen Hof nach Regensburg geholt. Rupert wurde mit wichtigen kirchlichen und politischen Aufgaben im Herzogtum Bayern bedacht. Als Zentren seiner Mission dienten ihm zuerst das römische Lauriacum (Lorch bei Enns) im heutigen Oberösterreich und dann Salzburg. Salzburg, das römische Iuvavum, war ein wichtiger bayerischer Stützpunkt. In der "Oberen Burg" residierte Herzog Theodbert. Rupert erhielt die teilweise in Trümmern liegende Talsiedlung und erbaute das Kloster St. Peter mit einer Kirche an der Stelle des späteren Domes. Zuvor hatte er in Seekirchen eine Peterskirche errichtet. Er wirkte als Abt von St. Peter und erfolgreicher Missionar. 711/12 gründete er das Kloster Maximilianszelle in Bischofshofen als Stützpunkt für die Slawenmission. 713/15 gründete er in der Burg das Frauenkloster Nonnberg als Hauskloster der bayerischen Herzöge, der Agilolfinger. Dem Kloster stand seine Nichte Erentrudis vor. Um 715 kehrte Rupert nach Worms zurück, wo er am 27. März 716 (der Termin wird als "Frühjahrsruperti" gefeiert) starb.

Rupert wird seit dem 8. Jahrhundert als Heiliger verehrt, obwohl er nie offiziell heilig gesprochen wurde. Erst 739 erhielt Salzburg den ersten Bischofssitz (Bischof Johannes) und 798 (Heiliger Bischof Arno) wurde es Erzbistum. Der Dom ist seit dem 10. Jahrhundert dem Heiligen Rupert als dessen Namenspatron geweiht.

Reiche Schenkungen der Bayernherzöge an Rupert begründeten den wirtschaftlichen Aufstieg Salzburgs. So wurde es später Metropolitansitz, Sitz des geistlichen Oberhirten. Zu den Schenkungen gehörten auch der Ort Reichenhall und der Hauptanteil an der Salzproduktion. Durch den Umschlag (Handel) des Reichenhaller Salzes über die Stadt Salzburg bekam das römische Iuvavum 711/12 den Namen Salzburg.

Erst sein späterer Nachfolger, der Hl. Virgil, legte 774 mit der Übertragung der Gebeine Ruperts nach Salzburg (am 24. September "Herbstruperti") den Grundstein für den Kult um den Salzburger Gründer-"Bischof". Genau genommen war der Hl. Rupert zwar Gründer des geistlichen Salzburg aber noch nicht Bischof von Salzburg, nur Bischof von Worms.

Rupert wird als Bischof mit Mitra und Krümme (Bischofsstab) dargestellt. Sein wichtiges Attribut ist das Salzfass für den für Salzburg so bedeutenden Salzabbau und -handel und häufig ein Modell einer Kirche bzw. des Domes. Rupert ist nicht nur Landespatron, sondern auch der wesentliche Patron der Salzburger Bergleute, Salinenarbeiter und Salzschiffer.

Der Heilige Virgil

Der Heilige Virgil wird oft als Salzburger Landespatron bezeichnet, er ist aber gemeinsam mit dem Heiligen Rupert Diözesanpatron der Salzburger Erzdiözese. Er stammte aus einer Herrscherfamilie in Irland und begann seine Missionstätigkeit um das Jahr 742. Um 745/746 wirkte Abt Virgil als geistlicher Berater des Bayernherzogs Odilo. Um 746/747 (etwa 30 Jahre nach dem Tod des Heiligen Rupert) übertrug ihm Odilo die Leitung der Diözese Salzburg nach dem Tod von Bischof Johannes. 749 wurde Virgil, der zugleich Abt des Klosters St. Peter in Salzburg war, auch zum Bischof geweiht. Virgil begann die Slawenmission, gründete Kirchen im heutigen Kärnten und konnte die Salzburger Ländereien vervielfachen. Unter ihm entwickelte sich Salzburg zu einem Kunst- und Kulturzentrum. Virgil starb am 27. November 784 in Salzburg und wurde im Dom bestattet. Sein Grab wurde beim Neubau des Doms 1181 wieder aufgefunden. Am 18. Juni 1233 wurde Virgil heilig gesprochen. Virgil wird im Bischofsgewand mit dem Modell des Doms dargestellt, als Bezug zur Erweiterung der Kirche zum ersten Salzburger Dom. Er gilt auch als Patron in Geburtsnöten und für Kinder.

Geschichte des Rupertikirtags

Zwei berühmte Salzburger Märkte, der Rupertikirtag im Herbst und die Frühjahrsdult, gehen auf die Gedenktage des Landespatrons zurück. Dult ist ein aus dem Mittelhochdeutschen und Gotischen stammendes Wort für Fest und Feier. Sie waren einst auch jeweils Zinstage, an denen vierteljährlich die Abgaben (Geld- und Naturalsteuern) zu leisten waren. Die Frühjahrsdult wurde historisch am "Frühjahrsruperti" gefeiert, rund um den 27. März, den Todestag des Hl. Rupert. Sie gilt als älteste Dult im deutschsprachigen Raum (von 996 stammt eine Markterhebungsurkunde bzw. wird sie 1368 im Salzburger Stadtrecht erwähnt). 1331 wird eine "sant Ruoprechtes tult in dem herbist" mit Jahrmarkt erwähnt, die auf die Übertragung der Gebeine des Heiligen Rupert am 24. September 774 zurückgeht. Nach vielen Unterbrechungen in Kriegs- und Seuchenjahren wurde der Rupertikirtag 1896 vom Salzburger Gemeinderat aufgehoben. 1976 wurde er von der Salzburger Innenstadt-Genossenschaft wiederbelebt. Der Rupertikirtag als Dompatrozinium wird heute mit Marktfieranten, Schaubuden und Rummelplatz als Volksfest vom Wochenende vor dem Fest bis zum 24. September gefeiert.

Die Salzburger Landessymbole

Die Salzburger Landessymbole sind im Artikel 8 des geltenden Landes-Verfassungsgesetzes genannt als das Landeswappen, die Landesfarben Rot-Weiß und das Landessiegel, bestehend aus dem Landeswappen mit der Umschrift "Land Salzburg". Dazu gehören – nicht erwähnt – auch die Landeshymne und der Landesfeiertag am Fest des Heiligen Rupert, am 24. September. Laut Landesverfassung ist das Landeswappen das historische Wappen. Dennoch zeigt ein Blick in die Geschichte, dass das Wappen und die Landesfarben Wandlungen durchlaufen haben. In der Wappengeschichte wird deutlich, dass Salzburg historisch nicht von einer Dynastie mit gleichbleibendem Wappen, sondern als Fürsterzbistum durch wechselnde Erzbischöfe regiert worden war.

Das Landeswappen wird folgendermaßen beschrieben: "Im gespaltenen Schild, rechts in Gold ein rotbewehrter schwarzer Löwe, links in Rot ein silberner Balken. Am oberen Schildrand ruht der Fürstenhut mit fünflappigem Hermelinstulp samt purpurner Haube, darauf drei perlenbesetzte Spangen, inmitten der goldene Reichsapfel." Ein Wappen wird immer so beschreiben, als würde der Träger dahinter stehen. Für den Betrachter erscheint daher das Wappen gegenüber der Beschreibung "seitenverkehrt". Das Salzburger Landeswappengesetz regelt auch, wer das Landeswappen führen oder verwenden darf, nämlich die Organe, Ämter und Einrichtungen des Landes. Als Auszeichnung für besondere Leistungen für das Land kann die Führung des Landeswappens, etwa in Verbindung mit einem Firmennamen, per Bescheid verliehen werden.

Die heute gültigen Landesfarben Rot-Weiß wurden im Landesverfassungsgesetz vom 16. Februar 1921 festgelegt. Die Landesfahne besteht aus zwei horizontalen Balken, der obere rot, der untere weiß. Die Salzburger Flagge enthält zudem das Landeswappen.

Die Salzburger Landeshymne

Die Salzburger Landeshymne "Land uns’rer Väter, lass’ jubelnd dich grüßen" wurde am 24. Mai 1928 vom Landtag beschlossen, nachdem sie am 15. Mai vor den Landtags- und Regierungsmitgliedern in der Andräschule uraufgeführt worden war. Ihre Melodie stammt von Schuldirektor Ernst Sompek (1876 bis 1954), der auch 29 Jahre Chormeister der Salzburger Liedertafel war. Der Text wurde von Anton Pichler (1874 bis 1943) geschrieben, der geistlicher Kooperator von Gnigl und preisgekrönter Heimatdichter war. Anlässlich der Eröffnung des Landtages im November 1934 wurde die Melodie der Landeshymne vom Komponisten in die Walze des Salzburger Glockenspieles eingesetzt und einen Monat lang gespielt. Die Salzburger Landeshymne trägt, wie viele andere auch, die romantisch-nationalen Züge des Heimatliedgenres. Sie preist das Heimatland in allen seinen Vorzügen und vermittelt Heimatliebe. q208-60c