Streetwork im nördlichen Flachgau startet durch

Steidl: Streetwork unterstützt nicht nur Jugendliche, sondern fördert auch das Verständnis zwischen den Generationen
Salzburger Landeskorrespondenz, 19. April 2013

(LK)  Aufgrund der Erfahrungen und des Erfolges der aufsuchenden Jugendberatung in Bürmoos geht man im nördlichen Fachgau jetzt einen Schritt weiter und startet mit Streetwork durch. Die beiden Gemeinden Bürmoos und Oberndorf arbeiten im Bereich der Jugendarbeit zusammen und bieten ab Juli diese Art der Jugendarbeit an. Die Trägerschaft wird KOKO, das Kontakt- und Kommunikationszentrum für Kinder, übernehmen, das in der Jugendwohlfahrt schon jetzt eine Vielzahl von Betreuungs- und Beratungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche in Salzburg führt und auf eine lange Erfahrung zurückblicken kann.

"Nach den tollen Erfahrungen mit Streetwork in anderen Landesteilen Salzburgs freue ich mich sehr, dass diese Art der Sozialarbeit nun auch im Flachgau umgesetzt wird. Jede Generation braucht ihren Platz in der Öffentlichkeit. Streetwork unterstützt mit seinen niederschwelligen und aufsuchenden Angeboten nicht nur Jugendliche, sondern fördert damit auch das Verständnis und das Zusammenleben zwischen den Generationen. Jugendliche stehen heute mehr denn je regelmäßig vor großen Herausforderungen im Alltag. Durch die Arbeit der Streetworker, die durch Vertraulichkeit und Akzeptanz geprägt ist, werden junge Menschen auf ihrem Weg unterstützt. Diese aktive Beziehungsarbeit der sozialarbeiterischen Intervention kommt schlussendliche der gesamten Gesellschaft zugute", sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Walter Steidl bei der Präsentation des Streetwork-Konzeptes für den Flachgau heute, Freitag, 19. April, in Bürmoos.

Erfahrungen aus der Flachgauer Jugendarbeit

Die gesammelten Erfahrungen aus der bisherigen Jugendarbeit im nördlichen Flachgau zeigten vor allem Problemfelder wie "unbetreute" Treffpunkte von Jugendlichen in den Gemeinden, Vandalismus und Konfliktsituationen mit den Anrainern, Probleme bei Event-Lokalen durch Alkoholkonsum und Lärm oder teils auftretende Fremdenfeindlichkeit.

Beim Flachgauer Streetwork-Konzept ist von Beginn an eine enge Kooperation mit lokalen Einrichtungen geplant. Eine Zusammenarbeit gibt es daher mit den Jugendverantwortlichen der Vereine und Gemeinden, des Jugendzentrums, der örtlichen Polizei und den Sozialarbeiterinnen und -arbeitern des Jugendamtes.

Die Anlauf-und Beratungsstellen in den Gemeinden (Jugendinfostelle "Kids Club" beim Bahnhof in Oberndorf und das Jugendzentrum in Bürmoos) werden vor allem während der Woche angeboten, während sich die Tätigkeit auf der Straße auf das Wochenende konzentrieren wird. Neben den Zeiten des offenen Betriebs (zirka sechs bis acht Stunden pro Woche) werden die Sozialarbeiter aufsuchend draußen unterwegs und präsent sein.

"Ein seit Jahren geplantes Vorhaben in der Region findet jetzt seine Umsetzung. Jugendarbeit erfolgt nicht nur in Jugendzentren und Vereinen. Gerade heutzutage ist es notwendig, auf Kinder und Jugendliche einzugehen, die diese Einrichtungen nicht nutzen und oftmals aufgrund sozialer Bedürfnisse eine gesonderte Betreuung benötigen. Ich bedanke mich beim Land Salzburg, bei Landeshauptmann-Stellvertreter Steidl für seine Unterstützung und freue mich als Obmann des Regionalverbandes Flachgau-Nord, dass dieses wichtige Sozialprojekt für unsere Region von den Verbandsgemeinden mitgetragen wird", sagte der Bürgermeister der Gemeinde Oberndorf, Peter Schröder.

Ziele von Streetwork im Flachgau

Das Ziel von Streetwork im Flachgau soll es sein, Jugendliche zu erreichen, die durch die konventionellen Formen der Jugendarbeit nicht (mehr) erreicht werden. Wichtig sind niederschwellige Angebote, anonymer und vertrauensfördernder Umgang und eine akzeptierende Haltung. Die Zielgruppe in Bürmoos und Oberndorf sind Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren aus den beiden Gemeinden sowie den Umlandgemeinden. Spezielles Augenmerk liegt auf sozial schlechter gestellte Jugendliche und solche, die nicht in Vereinen oder in anderen örtlichen jugendrelevanten Einrichtungen betreut werden.

"Mit der aufsuchenden Jugendarbeit ist es dank des vorbildlichen Einsatzes des gesamten Teams unseres Jugendzentrums gelungen, spürbare Verbesserungen zu erreichen. Besonders freut es mich, dass unsere Jugendlichen dieses Angebot gerne nutzen und sich entsprechend bei diesem Projekt einbringen. Gewalt, Vandalismus, Konflikte und Suchtverhalten konnten in bedeutendem Ausmaß reduziert werden. Für mich und meine Kolleginnen und Kollegen in der Gemeindevertretung war und ist es ein großes Anliegen, gerade im Jugendbereich die notwendigen Schritte zu setzen. Die Einführung von Streetwork im nördlichen Flachgau ist ein weiteres, wichtiges Vorhaben. Durch eine entsprechende Mitfinanzierung des Landes Salzburg, mein Dank gilt besonders Landeshauptmann-Stellvertreter Steidl, ist es möglich, das Gesamtkonzept nunmehr rasch und zielorientiert umzusetzen. Natürlich bedanke ich mich auch bei allen im Regionalverband vertretenen Gemeinden und meinen Bürgermeisterkollegen für die Zusammenarbeit bei diesem Projekt", so Bürgermeister Peter Eder aus Bürmoos.

Personal und Kosten

Zum Einsatz kommen sollen im Flachgau zu Beginn drei Streetworker, die zu je 20 Stunden pro Woche angestellt sind. Die Kosten dafür betragen rund 80.000 Euro, die sich das Land (50 Prozent), die Gemeinden und der Regionalverband (je 25 Prozent) teilen. r88-112