Intelligenz auf Salzburgs Straßen

Landesforschungsgesellschaft erarbeitet Projekt zur Verkehrslage in Echtzeit, um Staus zu vermeiden / Testfahrer gesucht

Salzburger Landeskorrespondenz, 22.10.2013
 

(LK)  Mehr als 300 Autos sind gegenwärtig als "mobile Sensoren" auf Salzburgs Straßen unterwegs und übermitteln, wie gut sie gerade vorankommen. Die Daten werden über das Handy- Netz regelmäßig anonym an einen Zentralcomputer gesendet und ausgewertet. "Mit Hilfe dieser Echtzeit-Verkehrsströme soll die Qualität der Verkehrsinformation im Bundesland verbessert werden, wovon in Zukunft sowohl Verkehrsteilnehmer wie auch die Umwelt profitieren sollen", teilte heute, Dienstag, 22. Oktober, Verkehrsreferent Landesrat Hans Mayr mit.

Verkehrsprognosen zeigen weiterhin steigendes Verkehrsaufkommen für das Bundesland Salzburg. Erweiterungen der Verkehrsinfrastruktur sind jedoch nur punktuell möglich. "Daher wollen wir in Salzburg die bestehende Infrastruktur effizienter nutzen. Dafür brauchen wir ein aktuelles und umfassendes Bild zum aktuellen Verkehrsgeschehen und erproben dazu in der Modellregion Salzburg die Erfassung mittels 'Floating Car Data'. Noch stehen wir am Anfang und es gibt noch jede Menge Fragen zu beantworten. Die ersten Ergebnisse stimmen zuversichtlich, dass schon bald die Allgemeinheit profitieren kann", erklärte Landesbaudirektor Dipl.-Ing. Christian Nagl zu einem Projekt, das die Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research im Auftrag des Referats Straßenbau und Verkehrsplanung des Landes durchführt.

In Salzburg setzt man für die effizientere Nutzung der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur auf "Floating Car Data" (FCD). Damit bezeichnet man Daten, die direkt aus jenen Fahrzeugen stammen, die aktuell am Verkehrsgeschehen teilnehmen – Autos werden zu mobilen Sensoren. Im ganzen Bundesland wurden bereits mehr als 300 Fahrzeuge mit GPS-Sensoren ausgestattet. Die in Echtzeit erfassten Verkehrsströme können helfen, den aktuellen Verkehrszustand möglichst genau zu erfassen, um Verkehrsteilnehmer bestmöglich zu informieren bzw. die Verkehrssteuerung zu verbessern. Damit könnte zukünftig zum Beispiel die Steuerung von Ampelanlagen optimiert werden, sodass Staus im Idealfall gar nicht erst entstehen. Ziel ist eine flächendeckende und aussagekräftige Echtzeit-Verkehrslage für das gesamte Bundesland zu generieren und die Wirkung von Verkehrssteuerungsmaßnahmen zu überprüfen. Mittlerweile sind zahlreiche Privatfahrzeuge sowie Fahrzeugflotten – darunter jene des Salzburger Hilfswerks, des ÖAMTC Salzburg und der Porsche Holding – mit GPS-Modulen ausgestattet. Auch das Österreichische Rote Kreuz, Landesverband Salzburg, stellt Daten aus dem eigenen Einsatzleitsystem zur Verfügung.

Persönliche Daten sind geschützt

Jede Fahrt wird anonym ausgewertet und kann nicht auf einzelne Fahrer/-innen oder Fahrzeuge zurückverfolgt werden. Außerdem werden die exakten Start- und Endpunkte einer Fahrt automatisch entfernt. Das Projekt wurde von Juristen geprüft und erfüllt sowohl das österreichische Datenschutzgesetz wie auch die europäischen Datenschutzrichtlinien. Wer sich an der Verbesserung der Verkehrssituation in Salzburg beteiligen will und bereit ist, zumindest ein Jahr lang einen GPS-Sender im Fahrzeug mitzuführen, kann sich unter info@its-austriawest.at anmelden. r233-60