Eröffnung des "Torf-Glas-Ziegel Museum Bürmoos"

Schellhorn: Die Bürmooser Arbeiterschaft lebte schon vor mehr als 100 Jahren erfolgreich Integration

Salzburger Landeskorrespondenz, 25.10.2013
 

(LK)  "Das ist ein schöner Tag für Bürmoos und für die vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger im 'Verein Geschichte Bürmoos'", betont Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn anlässlich der Eröffnung des "Torf-Glas-Ziegel Museum Bürmoos" heute, Freitag, 25. Oktober, Abend.

Torf, der Roh- und Brennstoff der Region von Bürmoos bis ins Innviertel, stand an der Wiege der Industrialisierung der bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts agrarischen Gemeinde Bürmoos. Industrieller Torfabbau ab 1850 und in der Folge der Aufbau energieintensiver Industrien wie zur Glas- oder Ziegelproduktion, die einen massenhaft vorhandenen billigen Brennstoff brauchten, prägten die Entwicklung des Ortes bis in die jüngste Vergangenheit.

Schellhorn hebt anlässlich der Museumseröffnung einen historischen interessanten und gleichzeitig sehr aktuellen Aspekt hervor. Der große Bedarf an Arbeitskräften sorgte schon vor mehr als hundert Jahren für einen Zuzug von Arbeiterinnen und Arbeitern aus vielen Regionen der Monarchie und darüber hinaus. Innviertler, Flachgauer, Italiener, Böhmen, Ungarn, Russen, Polen oder Serben arbeiteten in Bürmoos zusammen und wurden gemeinsam dort heimisch. Schellhorn: "Ohne Konflikte geht es nie. Aber im gemeinsamen Arbeitsalltag rauften sich die Menschen zusammen und mussten auch zusammenhalten. Ein paar Jahre und Generationen später ist das Trennende Geschichte, und sind alle miteinander Bürmooser geworden. So gut geht Zuwanderung aus. Wir Österreicher können das. Auch deshalb ist es wichtig, dass die Bürmooser Geschichte lebendig bleibt."

Geschichte sinnlich erfassbar

Die Bemühungen der Gemeinde und des "Verein Geschichte Bürmoos" um ein Museum begannen 2005 und werden mit dem heutigem Tag von Erfolg gekrönt. Im zweitältesten Haus des Ortszentrums, dem ehemaligen Glashüttenkaufhaus, wird das "Torf-Glas-Ziegel Museum" künftig auf einer Ausstellungsfläche von 160 Quadratmetern Wissenswertes präsentieren. Geschichte wird sinnlich erfassbar, zum Beispiel durch die Präsentation einer "Arbeiter-Wohnküche" aus der Zeit der Torfstecher und Ziegelbrenner.

Tausende ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden

Für das Museum wurden bislang 225.000 Euro ausgegeben. Das Budget stammt von der Gemeinde, vom Bund und vom EU-Förderprogramm "Leader". Das Land Salzburg (Referat für Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes) beteiligte sich mit 23.253 Euro.

Landesrat Schellhorn bedankt sich bei den Mitgliedern des "Verein Geschichte Bürmoos" für die vielen tausend ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden, die für das Museum geleistet wurden, allein in den vergangenen zwei Jahren waren es 5.000. Schellhorn: "Dieser hohe Eigenanteil ist großartig und ich weiß, dass der aus dem Kulturbudget niemals zu finanzieren wäre. Herzlichen Dank dafür."

Tag der offenen Tür

Am Nationalfeiertag, Samstag, 26. Oktober, ist das Museum von 13.00 bis 17.00 Uhr für Besucher/innen geöffnet. Zu jeder vollen Stunde finden Führungen statt.

Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.geschichte-buermoos.info/museum.html oder bei Mag. Dagmar Bittricher, Museumsreferentin im Referat für "Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes" des Landes Salzburg, unter der Telefonnummer 0662/8042-3064 (E-Mail: dagmar.bittricher@salzburg.gv.at). r236-116  

Weitere Informationen: Dr. Heinrich Breidenbach, Büro Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn, Tel.: 0662/8042/4841, Mobil: 0664/8565718, E-Mail: heinrich.breidenbach@salzburg.gv.at.