Dank und Anerkennung für Verdienste um die Volkskultur

Haslauer: Volkskultur vermittelt Verbundenheit in einer offenen Welt / Schellhorn: Sie macht das Land bunter, reicher und klingender

Salzburger Landeskorrespondenz, 31.10.2013
 

(LK)  "Landes- und Heimatbewusstsein bilden keinen Gegenpol zu Österreich und Europa. Die Volkskultur ist das individuelle Merkmal einer Region und ist besonders im Zeitalter der Globalisierung wichtig. Die offene Welt braucht auch das Element der Verbundenheit. Wer wäre in diesem Bereich geeigneter als Vermittlerin als die Volkskultur?" Dies erklärte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer gestern, Mittwoch, 30. Oktober, beim Ehrungsfestakt für verdiente Persönlichkeiten der Salzburger Volkskultur.

"Sie machen das Land bunter, reicher und klingender", bestätigte auch Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn vor den 107 ausgezeichneten Einzelpersonen und zwölf Musikkapellen. "Diese Fülle zeigt den großen Reichtum an Menschen, auf die sich die Volkskultur im Land Salzburg stützen kann. Sie alle bringen Herz und Leidenschaft mit. Damit aber nicht genug. Hohe künstlerische Qualität kommt hinzu. Sie bekommen heute Verdienst- und Leistungsabzeichen, zum Beispiel das Jungmusiker/innen-Leistungsabzeichen in Gold. Sie sind Absolventen des Kapell- und Stabführerkurses oder Träger von Blasmusikpreisen. Das zeigt uns, wie gut die Symbiose aus Herz, Leidenschaft und künstlerischer Qualität in der Salzburger Volkskultur gelingt", sagte Schellhorn.

Das Bundesland Salzburg ist, so Haslauer, ein Kulturstandort von internationalem Rang mit einem überaus reichhaltigen kulturellen Angebot. An die 149 Blasmusikkapellen, 320 Heimatvereine, Trachten- und Brauchtumsgruppen, 109 Schützenkompanien, 170 Volkslied- und Volksmusikgruppen, 357 Chöre und 90 Regionalmuseen sowie die Fachorganisation Arge Volkstanz geben dem Land eine besondere Note. "Sie alle tragen in einem gemeinsamen Europa in besonderem Maße zur Erhaltung der kulturellen Identität unseres Bundeslandes bei", erklärte der Landeshauptmann und erinnerte an eines der vorrangigen Ziele der Salzburger Landespolitik, die kulturelle Identität zu fördern und unser Kulturerbe zu wahren. Gleichzeitig sehe die Salzburger Landesregierung in der Festigung der Position Salzburgs als international renommiertes Musikland eine ihrer wichtigsten landespolitischen Aufgaben.

"Salzburg ist es auch wichtig, die Musikerziehung der Jugend im ganzen Land zu fördern. Musikalische Erziehung trägt nämlich nicht nur zur geistigen und musischen Bildung, sondern auch zu einer umfassenden Persönlichkeitsentfaltung wesentlich bei", betonte Haslauer. Für die Salzburger Volkskultur stehen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mehr als 45.000 Salzburger sind in volkskulturellen Vereinen tätig. Die Volkskultur wird aber auch außerhalb der Vereine gelebt und geliebt. Salzburgs Musikkapellen halten insgesamt Jahr für Jahr fast 9.000 Proben ab und gestalten im Jahreskreis insgesamt mehr als 7.000 Veranstaltungen. Alle aktiven Salzburger Blasmusiker/innen leisten pro Jahr beinahe 2,7 Millionen Stunden.

Zweimal Großes Verdienstzeichen des Landes Salzburg

Das Große Verdienstzeichen des Landes Salzburg erhielten Mag. Leopold Breinlinger aus Adnet und Fritz Schwärz aus Grödig. Mag. Breinlinger ist Mitglied in verschiedenen Singgruppen. Er ist Sing- und Jodlervermittler bei mehreren Projekten des Salzburger VolksLiedWerkes sowie seit zehn Jahren Leiter der Sing- und Wanderwoche in Südtirol. Er hat auch die Gesamtorganisation und Leitung des Projektes "Salzburger Lieder- und Jodlerschatztruhe" inne. Fritz Schwärz war von 1973 bis 2012 freier Mitarbeiter im ORF Landesstudio Salzburg und engagierte sich als Volkskultur-Moderator stark für das Genre "Volksmusik". Seit dem Jahr 1973 ist er Kassier im Salzburger VolksLiedWerk und Gestalter vieler Volksmusikveranstaltungen.

Verdienstzeichen des Landes Salzburg

Das Verdienstzeichen des Landes Salzburg erhielten Horst Bauer aus Thalgau, Hans Ebner aus Faistenau, Peter Gappmaier aus Großarl, Andreas Gassner aus Bischofshofen, MMag. Moritz Guttmann aus Hallein, Franz Harlander aus Goldegg, Katharina Hetz aus Puch, Peter Hutter aus Bruck an der Glocknerstraße, Erwin Laubichler aus Anif, Felix Leitner aus Henndorf, Roland Meburger aus Salzburg, Gerhard Müllner aus Tamsweg, Karl Obersamer aus Lend, Hermi Polacek aus Salzburg, Christian Quehenberger aus Lungötz, Werner Rainer aus Thomatal, Helmi Rettenbacher aus Kuchl, Theresia Rettenegger aus Abtenau, Maria Sandtner aus Abtenau, Johann Schnitzhofer aus Abtenau, Josef Schwaiger aus Maishofen, Helmut Zeilner aus Elixhausen sowie Johann Zlöbl aus Schwarzach.

Überreicht wurden auch 42 Jungmusiker/innen-Leistungsabzeichen in Gold und vier Volkstanz-Leistungsabzeichen in Gold. Weiters wurden 36 Absolventen des Kapellmeisterkurses und des Stabführerkurses geehrt und zwölf Personen mit Blasmusikpreisen ausgezeichnet. r242-60b