August Prinzinger-Gedenkstätte und alter Gerichtsstein restauriert

Schellhorn: Zeitzeugnisse müssen erhalten bleiben

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.11.2013
 

(LK)  Oberhalb des ehemaligen Hotels Kobenzl führt ein kaum sichtbarer Wanderweg auf den Gaisberg in Richtung Wanderweg 804. Bevor man auf diesen Wanderweg stößt, liegt zur rechten Seite eine August-Prinzinger Gedenkstätte mit einer Gedenktafel im Fels und einer Steinbank davor. Die Gedenkstätte und ein alter Gerichtsstein, der etwa 300 Meter entfernt ist, wurden nun 2013 vom Steinrestaurator Walter Paulus saniert. Die Kosten für die Restaurierung in der Höhe von 4.100 Euro übernahm das Land Salzburg, Referat für Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes.

"Solche Zeitzeugnisse müssen erhalten bleiben", betonte Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn heute, Dienstag, 12. November. Das gelte auch, "wenn aus heutiger Sicht problematische Textierungen, wie auf dem Prinzinger-Denkmal, aus dem damaligen Sprachgebrauch und den damaligen politischen Kategorien heraus verstanden werden müssen."

Dr. August Prinzinger der Jüngere (20. März 1851 - 6. Dezember 1918) war Jurist, Rechtsanwalt, Volkskundler, Naturschützer und Politiker in Salzburg. Als solcher war er unter anderem ab 1897 Landtagsabgeordneter der so genannten "Mittelpartei", einer zwischen Konservativismus, Liberalismus und Deutschnationalismus angesiedelten kleinen politischen Kraft.

Ein besonderes Interesse Prinzingers, auch als Anwalt und Vertreter bäuerlicher Interessen, galt dem Bergwald und den Almen. Er war auch selbst Besitzer des "Prinzingerwaldes" am Gaisberg, den er der Stadt Salzburg widmete.

Pionier des Nationalparks Hohe Tauern

Prinzinger war einer der ersten, vielleicht auch der erste Salzburger, der die amerikanischen Nationalparks zu Studienzwecken bereiste und diese Idee in die Alpen brachte. Mit dem "Verein Naturschutzpark" mit Sitz in Stuttgart trat er für einen Naturschutzpark in den Hohen Tauern ein. Es wurden bereits 1913 Gründe im Bereich des Ödenwinkeltales, einem Seitental des Stubachtales (Gemeinde Uttendorf), für einen künftigen Naturschutzpark aufgekauft. August Prinzinger muss jedenfalls als ein früher Pionier des heutigen Nationalparks Hohe Tauern gesehen werden. Eine genaue Datierung der Errichtung des Prinzinger-Denkmals am Gaisberg ist nicht gelungen. Vermutlich wurde es in den 1920er Jahren errichtet.

Gerichtsstein

In der Nähe der Prinzinger-Gedenkstätte, rund 300 Meter dem Wanderweg 804 nach Südosten folgend, befindet sich 20 Meter rechts unten im Wald ein historischer Gerichtsstein. Die Markierungen des Grenzgerichtssteins (HPG, HPN, HSS) weisen auf die ehemaligen Gerichtsbezirke Elsbethen, Neuhaus und Salzburg hin. r251-10

Die Beilage enthält eine der wenigen historischen Quellen über August Prinzinger, die in den "Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde", Nr. 59, aus dem Jahr 1919, zu finden ist.