Handlungsbedarf bei Luftqualität ist unbestritten

Rössler: Emissionskataster zeigt klare Überschreitungen / Gesundheitsschutz der Bevölkerung hat Vorrang
Salzburger Landeskorrespondenz, 20. November 2013

(LK)  "Der Handlungsbedarf beim Gesundheitsschutz der Bevölkerung ist unbestritten, die Ausbreitungskarten zeigen eindeutig starke Überschreitungen der Stickstoffdioxid-Grenzwerte an der Stadtautobahn im Norden Salzburgs", unterstrich Landeshauptmann-Stellvertreterin und Umweltreferentin Dr. Astrid Rössler heute, Mittwoch, 20. November, das Vorhaben der Landesregierung, einen dreimonatigen Testbetrieb mit Tempo 80 zwischen der Autobahnauffahrt Nord und dem Knoten Walserberg zu verordnen. "Die Messstellen der Landesregierung entsprechen den europarechtlichen Vorgaben und belegen eindeutig, dass es zu Grenzwertüberschreitungen kommt. Darauf begründet sich auch der Handlungsbedarf", so Umweltreferentin Dr. Rössler.

Für die zahlreichen Fragen, die eine Initiative heute bei einer Pressekonferenz veröffentlicht hat, "werde ich mir bestimmt Zeit nehmen", so Rössler in einer ersten Reaktion. Von Medien auf die bei der Pressekonferenz thematisierten Grenzwertüberschreitungen in der Stadt Salzburg angesprochen, sagte Rössler: "Nicht nur am Autobahnabschnitt im Norden der Stadt gibt es Handlungsbedarf, sondern natürlich auch in vielen verkehrsbelasteten Bereichen in anderen Stadtteilen. Tempo 80 ist nur ein Teil eines Maßnahmenpaketes, dazu gehören auch viele Umwelt- und Klimamaßnahmen, die vom Land gefördert werden und gerade auch in der Stadt Verbesserungen bringen. Von der Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr über die Förderung von Erdgas- und Hybridfahrzeuge bis zur Fernwärmeoffensive und die Förderung thermischer Solaranlagen. Ich freue mich aber, wenn die Initiative den Handlungsbedarf in der Stadt ebenfalls erkannt hat und zukünftige Maßnahmen – vor allem auch im Verkehrsbereich – mitträgt und unterstützt."

Die Fragen der Initiative werden, so die Landeshauptmann-Stellvertreterin, in den kommenden Tagen alle bearbeitet und beantwortet werden, vorweg zwei Erläuterungen:

Zum technischen Fortschritt durch die Einführung der EURO 6-Abgasklasse:

Die Stickstoffdioxid-Immissionen werden dadurch langsam zurückgehen. Es wird aber erwartet, dass erst ab dem Jahr 2018 bis 2020 (!) so viele EURO 6-Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, dass die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) im Bereich des Grenzwertes liegt. Bis dann sind jedenfalls Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung notwendig. Inwieweit der technische Fortschritt durch die stetige Verkehrszunahme abgeschwächt wird bleibt noch abzuwarten.

Zu den Messwerten einzelner Passivsammler:

Die Berechnung der Ausbreitung der Schadstoffe, in diesem Fall also Stickoxide (NOX), erfolgt nicht auf Basis der Messungen durch die Passivsammler, sondern auf Grundlage des Emissionskatasters. Dessen Eingangsparameter wiederum sind die Einzelemissionen unter anderem von Straßenverkehr, Industrie und Haushalten. Die Messstellen (Passivsammler und Stationen) dienen der Überprüfung der Ausbreitungskarten. Für die Ausbreitungskarten wird ein Windfeld berechnet (Messstelle Flughafen), das zeigt, wie sich die Einzelemissionen ausbreiten und verdünnen und wie sich die Belastungssituation in Bodennähe flächenhaft darstellt.

Dass einzelne Passivsammler keine Überschreitungen anzeigen, ist auf meteorologische sowie standortspezifische Gegebenheiten zurückzuführen. Der Treppelweg zum Beispiel wird durch die Nähe zur Salzach – an der stärkere Windströmungen vorherrschen – gut durchlüftet und die Schadstoffe werden rascher verdünnt. Am Plainwiesenweg, wo häufiger Westwind herrscht und wo der Passivsammler tiefer als die Autobahn gelegen ist, treten ebenso geringere Schadstoffkonzentrationen auf. Am Eichpointweg südlich der Autobahn gibt es dagegen sehr hohe Überschreitungen. "Diese Werte sind aber nicht die Rechtsgrundlage für eine Verordnung, sondern unterstützen die flächenhaften Messungen des Landes", so Rössler. r257-112

Weitere Informationen: Mag. Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Dr. Astrid Rössler, Tel.: 0662/8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at