128 Klein- und Flurdenkmäler wurden 2013 in Salzburg restauriert

Schellhorn: 1,9 Millionen Euro an Förderungen lösten Investitionen in Höhe von 19 Millionen Euro aus

Salzburger Landeskorrespondenz, 03.01.2014
 

(LK)  Im Jahr 2013 sind in den Salzburger Bezirken 128 Sanierungen von Klein- und Flurdenkmälern begonnen worden, 85 Projekte wurden fertiggestellt. Insgesamt betrug das Fördervolumen des Landes (inklusive der Förderungen für Projekte in der Stadt Salzburg, für die nach dem Altstadterhaltungsgesetz Geld zur Verfügung gestellt wird) 1,9 Millionen Euro. Das dadurch ausgelöste Investitionsvolumen von 19 Millionen Euro kam praktisch ausschließlich heimischen Handwerkern und Fachkräften zu Gute. Gebraucht wurden Restauratoren, Maurer, Maler, Steinmetze, Tischler oder Zimmerleute. Für Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn ist dies ein "gelungenes Beispiel dafür, wie sehr sich kulturelle Förderungen auch regionalwirtschaftlich rechnen können".

Ein Gegengewicht zur Verschandelung

"Die zahlreichen Klein- und Flurdenkmäler bereichern unsere Landschaften und machen deren besonderen Liebreiz aus. Ein Marterl am Wegrand, eine Kapelle auf einem sanften Hügel, ein schöner alter Bauernhof, ein historischer Getreidespeicher oder ein Wasserschloss im Jugendstil am Waldrand zeugen von hoher Baukunst, handwerklichen Fähigkeiten, Schicksalen, freudigen Ereignissen, Tragödien, Katastrophen, Alltag, Ritualen, Glauben oder Festen. Selbst wer in Eile an ihnen vorbei geht, nimmt ein Stück Schönheit mit in den Tag. Die Klein- und Flurdenkmäler sind auch ein Gegengewicht zur Verschandelung und Ausräumung unserer Siedlungen und Landschaften", sagte Landesrat Schellhorn heute, Freitag, 3. Jänner.

Die kleinen Flurdenkmäler sind mehrheitlich nicht denkmalgeschützt. Sie könnten auch abgerissen werden, so wie dies unzähligen von ihnen in der Vergangenheit widerfahren ist. Das Land Salzburg möchte möglichst viele in Partnerschaft mit den Eigentümern erhalten. Das Land hilft über das Referat für "Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes" bei Sanierungen fachlich, beratend und finanziell.

Steigendes Bewusstsein und qualifizierte Lungauer Handwerker

Dr. Christian Haller, der für das Land die Projekte und Förderungen betreut, stellt ein steigendes Bewusstsein für diese kulturellen Werte bei den Eigentümern fest. Im Vergleich den vergangenen Jahrzehnten, in denen sehr viel zerstört worden ist, sei nun, gerade auch auf den Bauernhöfen, eine Generation am Werk, die großen Enthusiasmus für die Erhaltung der Kleinode aufbringe.

Das gilt auch für Teile der Handwerkerschaft. Eine 2006 angebotene Förderung des Landes zur speziellen Schulung von Malern und Maurern für die Sanierung historischer Bauwerke hat besonders im Lungau große Resonanz erfahren. Dort haben sich mehrere heute sehr gesuchte Handwerker für diese speziellen Aufgaben hervorragend qualifiziert.

Aktuelle Bespiele dafür sind die 2013 im Lungau durchgeführten Sanierungen mehrerer historischer Getreidekästen. Diese Kleinode sind eine Besonderheit des südlichsten Salzburger Bezirkes. Sie dienten dem Schutz des überlebenswichtigen Saatgutes im Fall von Bränden. Die Häuser und Ställe waren aus Holz, die Getreidekästen wurden gemauert und freistehend errichtet.

Zuletzt 2013 fertiggestellt wurde der Getreidekasten der Familie Holzer ("Gruberbauer") in St. Andrä/Lasa. Der Getreidekasten aus dem Jahr 1713 ist mit weinroten Bändern, Renaissance-Ornamenten im Portal und an den Fenstern sowie mit Eckquadern reich verziert. Die Restauration erfolgte unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes und durch Restaurator Heinz Michael als Bauleiter. Für Putz und Malerei zeichnet Malermeister Martin Holzer verantwortlich. Das Land Salzburg unterstützte die Sanierungsmaßnahmen mit 8.140 Euro. Die Gesamtkosten für die Restaurierung betrugen 35.000 Euro.

Dietlkapelle in Pfarrwerfen/Weng erstrahlt in neuem Glanz

Im Pongau konnte zuletzt die zweijährige Generalsanierung und Restaurierung der "Dietlkapelle" in Pfarrwerfen an der Straße nach Werfenweng abgeschlossen werden. Der neugotische Bau mit Satteldach, eingezogenem Chor mit polygonalem Abschluss, Spitzbogenportal und Fenstern stammt aus 1856.

Die Kapelle, die der Familie Ehrensberger gehört, wurde unter der Bauaufsicht von Restaurator Peter Mayer aus Oberndorf vorbildlich im alten Stil saniert und restauriert. Hervorzuheben sind die oberen Fenster- und Türeinrahmungen. Sie sind aus handgeblasenem Glas in Blei gefasst und lassen bei Sonnenschein wunderschöne Farbenspiele zu. Die kostenintensive Gesamtsanierung wurde vom Land Salzburg mit 14.600 Euro unterstützt. s2-32