Lungauerinnen und Lungauer gestalten ihren UNESCO-Biosphärenpark

Veranstaltungen und Workshops zum Erhalt der natürlichen Vielfalt und für ein Leitbild für den Biosphärenpark

Salzburger Landeskorrespondenz, 27.02.2014
 

(LK)  Der Lungau ist eine der artenreichsten Gegenden Österreichs. Im Juli 2012 erhielt der Lungau, gemeinsam mit den Kärntner Nockbergen, das wertvolle UNESCO-Prädikat "Biosphärenpark – Modellregion für nachhaltige Entwicklung". Der Lungau ist somit Teil des jüngsten und größten Biosphärenparks Österreichs. Seit Herbst 2012 finden im Biosphärenpark Lungau zahlreiche öffentliche Veranstaltungen und Workshops mit dem Ziel statt, gemeinsam mit der Bevölkerung das Leitbild für den Biosphärenpark Lungau zu erstellen. Im Herbst 2014 werden das fertige Leitbild und der Managementplan bei einem eines großen Symposium im Lungau präsentiert, informiert Jasmin Pickl in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift NaturLand Salzburg.

Die UNESCO-Biosphärenparks tragen den Beinamen "Modellregion für nachhaltige Entwicklung". Die Biosphären-Regionen haben die Chance, mit Unterstützung des Biosphärenparkmanagements, Wege für eine zukunftsfähige Lebens- und Wirtschaftsweise zu entwickeln. Im weltweiten Netzwerk sind alle UNESCO-Biosphärenparks verbunden. Im Austausch unterstützen sich die Parks gegenseitig mit ihrem Wissen und Erfahrungsschatz. Erfolgreiche Lösungsansätze und Projekte dienen anderen Regionen als Vorbild. Ein Ziel des Biosphärenparks ist, die Region und die dort lebenden Menschen zu stärken sowie die Natur und Landschaft für die folgenden Generationen zu erhalten. Ein wichtiges Ziel im Biosphärenpark Lungau ist, die einzigartigen Schutzgebiete und die besonders artenreiche Kulturlandschaft zu erhalten.

Vielfalt braucht Pflege

Im Lungau sind die Landschaften und die Landwirtschaft noch relativ kleinstrukturiert. Geht es jedoch einer Region und ihren land- bzw. forstwirtschaftlichen Betrieben schlecht und wandern immer mehr Leute ab, so gibt es auch immer weniger Menschen, welche die Landschaft pflegen. Das extensive Mähen von Wiesen und steilen Böschungen ist zum Beispiel unverzichtbar für die Artenvielfalt. Diese muss man sich jedoch leisten können. Geht es einem landwirtschaftlichen Betrieb ökonomisch nicht so gut, muss er entweder versuchen, seine Bewirtschaftung zu intensivieren und mehr Ertrag aus seinen Flächen zu holen oder er muss seinen Betrieb aufgeben und kann wertvolle, oft sehr aufwändig zu bewirtschaftende Flächen nicht mehr pflegen. Beide Wege sind für die Vielfalt der Arten fatal. Immer mehr ländliche Regionen kämpfen mit ökonomischen Schwierigkeiten und Abwanderung.

Chancen durch den UNESCO-Biosphärenpark

Der Biosphärenpark lebt durch viele aktive Lungauer/innen und gezielte Projekte. Im Regionalen Agenda Prozess wird nicht nur geredet. Die Leute arbeiten gemeinsam mit dem Biosphärenparkmanagement Projekte aus. Einige davon werden bereits in umgesetzt. Foren bilden dafür eine optimale Plattform. Regelmäßig wird zu zehn Themenforen, unter anderem die Foren Natur und Landwirtschaft, eingeladen. In den Foren schließen sich engagierte Lungauerinnen und Lungauer zu Projektgruppen zusammen. Mit der Unterstützung des Managements werden Projekte konzipiert und umgesetzt.

Bunte Blumenwiesen und Almen

Im Forum Natur dreht sich im Moment alles um die Förderung der artenreichen Lungauer Blumenwiesen. Seit Beginn des Jahres 2013 gibt es bereits eine Arbeitsgruppe. Dabei geht es um Bewusstseinsbildung, die den großen Wert der Lungauer Blumenwiesen vermitteln soll, um ein hochinteressantes Blumenwiesen-Symposium, das für Juni 2014 geplant ist, und um ein Maßnahmenpaket im neuen ÖPUL Programm, das ab Herbst 2014 gemeinsam mit der Naturschutzabteilung des Landes erarbeitet wird. Beim vierten Projekt werden Patenschaften für Blumenwiesen übernommen.

"Ausgezeichnete" Wiesen im Biosphärenpark Lungau

Die Lungauer sind schon lange aktiv, wenn es um die Erhaltung ihrer Wiesen geht. Durch Werner Kommik gibt es im Lungau ein sehr erfolgreiches Braunkehlchen-Projekt. Werner Kommik hat es gemeinsam mit Bird Life und der Naturschutzabteilung des Landes Salzburg aufgebaut. Das Projekt wurde im Herbst 2013 mit dem Kulturlandschaftspreis ausgezeichnet. Martin Wieland aus Tamsweg (Rossbacherhof) beteiligt sich seit Jahren an der Wiesenmeisterschaft. 2013 hatte er besonders vielfältige Wiesen und hat den 1. Preis für den Lungau gewonnen.

Erlebniswanderungen mit den "Biosphärenpark-Fexen"

Auch heuer sind sie wieder unterwegs, die "Biosphärenpark-Fexen". Diese Lungauerinnen und Lungauer sind zertifizierte Natur- und Landschaftsvermittler. Sie haben einen eigens auf den Biosphärenpark zugeschnittenen Lehrgang absolviert und begleiten Jung und Alt zu den Schätzen der Lungauer Natur. Jede/r Interessierte kann die Wanderungen buchen. s44-60a