Rund 50.000 Salzburger/innen aktiv in Volkskultur

Schellhorn bei Jahreshauptversammlung des Forum Volkskultur: Ein prächtiges buntes Band durchzieht das ganze Land

Salzburger Landeskorrespondenz, 10.04.2014
 

(LK)  "Das ist Volkskultur im besten Sinn des Wortes. Nicht als abwertender Begriff gegenüber der so genannten Hochkultur, sondern weil sie wirklich so stark und fest in der Bevölkerung verankert ist." So Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn heute, Donnerstag, 10. April, bei der Jahreshauptversammlung des Forum Volkskultur im Petersbrunnhof.

Dieses vertritt und repräsentiert tatsächlich an die 50.000 Menschen im ganzen Land. Eine gewaltige Zahl. Unter dem gemeinsamen Dach des "Forum Volkskultur" haben sich alle wichtigen Träger der Volkskultur organisiert:

- Der Landesverband der Salzburger Museen und Sammlungen mit rund 80 institutionellen Mitgliedern.

- Der Landesverband  Salzburger Heimatvereine mit 354 Brauchtumsgruppen.

- Der Landesverband Salzburger Schützen mit 109 Schützenvereinen.

- Der Salzburger Blasmusikverband mit 149 Musikkapellen und dem Landesblasorchester.

- Das Salzburger Volksliedwerk mit mehr als 1.000 Einzelmitgliedern, Volkslied- und Volksmusikgruppen.

- Die ARGE Volkstanz Salzburg

- Der Chorverband Salzburg mit 342 Chören, Singgemeinschaften und Ensembles.

Gute neue Zeiten

Kulturreferent Landesrat Schellhorn nannte in seinem Grußwort die Volkskultur ein "prächtiges buntes Band, von dem das ganze Land durchzogen und bereichert wird." Es sei ein Fortschritt und eine Aufwertung der Volkskultur, dass die allermeisten kulturellen Agenden nun in einem Kulturressort vereint wären. Er habe die Ehre als erster Kulturreferent für das Mozarteumorchester ebenso zuständig zu sein, wie für die Blasmusik, oder für das Rockhouse ebenso wie für das Volksliedwerk. Diese Reform werde auch Bestand haben, weil sie einem neuen Geist des Miteinanders, des Verbindens und der wechselseitigen Wertschätzung in der Kultur entspricht. Schellhorn: "Wir leben kulturell in guten neuen Zeiten. Alte Fronten, Abgrenzungen und Feindbilder sind bereits verschwunden oder verschwinden."

VolkskulturEN

Musik, Tanz oder Bräuche können ein ganz wichtiges verbindendes Band zwischen verschiedenen Traditionen und Kulturen sein. Kulturreferent Landesrat Schellhorn zeigte sich erfreut, "wie vielfältig dieser Gedanke in der Volkskultur bereits gelebt wird. Es gibt innerhalb eines Landes sehr unterschiedliche Traditionen und Kulturen, musikalisch, regional oder sozial. Bergbautraditionen sind anders als bäuerliche Traditionen, usw. Noch viel mehr trifft das auf die Folgen von Globalisierung und Zuwanderung zu. In Salzburg leben 142 Nationen, die 90 Kulturvereine gegründet haben. Die Volkskultur hat für das Zusammenleben dieser KulturEN eine ganz wichtige Aufgabe und stellt sich dieser auch."

Die verbindenden Aktivitäten im Bereich der VolkskulturEN sind zahlreich. Darunter etwa:

- Im Müllnerbräu gibt es monatlich einen "Kulturen-Stammtisch" an dem sich schon 16 Nationen beteiligt haben.

- Auf der diesjährigen Salzburger Dult wird es ein "Nationenfeuerwerk der Salzburger Volkskulturen" geben.

- 2015 wird im Petersbrunnhof ein großes "Fest der Kulturen" stattfinden.

- Beim heurigen Fackeltanz beim Fest zur Festspieleröffnung werden serbische Tänzer dabei sein.

- Auf örtlicher Ebene gibt es zahlreiche Kontakte wie zum Beispiel die "Wellen der Begegnung" in Straßwalchen.

Zusammenarbeit und Ehrenamtlichkeit

Erfolg habe immer viele Väter und Mütter, meinte Landesrat Schellhorn. "Aber die Grundstruktur der Salzburger Volkskultur mit unabhängigen Verbänden und Vereinen, die mit der Verwaltung das Landes an einem Strick ziehen und auf einem so tragfähigen Fundament aus Ehrenamtlichkeit, Freiwilligkeit, Begeisterung und Sachkenntnis aufbauen können, ist bestimmt ein Erfolgsrezept." Der Kulturreferent bedankte sich dafür bei allen ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionären und bei den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forums, der Verbände und der Landesverwaltung sehr herzlich: "Es ist gar keine Frage, ohne Sie könnte die Kulturpolitik nichts bewegen." s77-116