Modellversuch Tempo 80 geht in Auswertungsphase

Rössler: Ergebnisse werden Mitte Juni präsentiert
Salzburger Landeskorrespondenz, 16. May 2014

(LK)  Die Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 Kilometer pro Stunde nach Immissionsschutzgesetz-Luft auf der Salzburger Stadtautobahn wird am kommenden Montag spätnachts nach einem drei-monatigen Betrieb vorerst beendet. Die 80-er Tafeln werden wieder durch Tempo 100 Schilder ersetzt und die Immissionsschutzgesetz-Luft – Tafeln entfernt. Es folgt nun die Auswertungsphase für diesen Modellversuch.

"Der Testbetrieb ist problemlos über die Bühne gegangen, somit werden uns vollständige und störungsfreie Messreihen vorliegen. Eine erste Tendenz zeigt einen Rückgang bei den Stickoxiden. Jetzt müssen aber die Messwerte unter der Berücksichtigung mehrerer Parameter wie Fahrzeuganzahl, Geschwindigkeit, Meteorologie usw. abgeglichen werden, um eine vollständige Studie erstellen zu können", teilte Umweltreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler heute, Freitag, 16. Mai, mit. "Die Ergebnisse dieser Auswertung werden Mitte Juni präsentiert und sind Entscheidungsgrundlage für die weitere Vorgehensweise an der Stadtautobahn. Ich hoffe, dass sich diese erste Tendenz bestätigt und wir mit dieser Maßnahme die problematischen Stickoxidwerte deutlich reduzieren können."

Mögliche Varianten für eine Nachfolgeregelung sind eine permanente oder eine flexible Tempo-80-Verordnung. Sollte sich wider Erwarten herausstellen, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung im dreimonatigen Probebetrieb keine wesentliche Reduktion der Stickoxide gebracht hat, müssten andere Maßnahmen ergriffen werden.

Fakten zur Auswertung

Die lufthygienischen Auswirkungen werden in den kommenden Wochen von der Umweltabteilung gemeinsam mit einer Schweizer Firma und dem Umweltbundesamt detailliert untersucht werden. Als Datenbasis dient die Luftgütestation "Stadtautobahn A1", welche am 17. Oktober 2013 aufgestellt wurde. Die vier Monate (17. Oktober 2013 – 19. Februar 2014) mit "Tempo 100" werden mit den drei Monaten (20. Februar 2014 – 19. Mai 2014) mit "Tempo 80" verglichen. Ebenso werden die Relationen der Schadstoffverläufe zur vergleichbaren autobahnnahen Luftgütemessstelle "Hallein A10" betrachtet werden.

Zentrale Frage der Auswertung ist die Darstellung der Effekte von "Tempo 80" auf die Belastung mit Stickstoffoxiden unter folgenden Gesichtspunkten:

·    Vergleich mit den Tempo 100-Werten

·    Der Einfluss der Meteorologie (z.B. Inversionen) und Jahreszeit wird berücksichtigt werden.

·    Die effektiven Fahrgeschwindigkeiten sind in beiden Phasen zu beachten und einzubeziehen. (Daten von ASFINAG)

·    Außergewöhnliche Situationen (ungewöhnliche Staus, Großveranstaltungen wie Fußballspiele etc.) werden extra ausgewiesen.

Geschwindigkeitskontrollen während des Probebetriebes

Laut Landesverkehrsabteilung wurden im betroffenen Zeitraum die Geschwindigkeiten von etwa 2,6 Millionen Fahrzeugen gemessen.

Neben der fixen Radarkabine wurden auch Geschwindigkeitsmessungen mit mobilen Radargeräten durchgeführt (36 Einsatzstunden). Bei den mobilen Messungen wurden etwa 1.400 Übertretungen festgestellt. In Summe wurden rund 24.000 Anzeigen wegen Geschwindigkeitsübertretungen erstattet. s104-70