Partnerschaft zwischen Land und SALK für Klima- und Energieziele

Rössler: Landeskliniken haben Vorbildfunktion für starke Klimaschutzimpulse auf regionaler Ebene

Salzburger Landeskorrespondenz, 26.09.2014
 

(LK)  Das Land Salzburg und die Salzburger Landeskliniken unterzeichneten heute, Freitag, 26. September, eine Partnerschaftsvereinbarung zur gemeinsamen Annäherung an die klima- und energiepolitischen Zielsetzungen des Landes, insbesondere an die Ziele des Programmes Salzburg 2050 klimaneutral.energieautonom.nachhaltig. Unterzeichner sind Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler, Landesrat Dipl.-Ing. Dr. Josef Schwaiger und die Salzburger Landeskliniken, vertreten durch den Geschäftsführer Priv.-Doz. Dr. Paul Sungler. Das Land Salzburg hat sich – dem aktuellen Stand der Erkenntnisse der Klimaforschung folgend und im Einklang mit den Zielsetzungen der Europäischen Union – zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 ein klimaneutrales und energieautonomes Bundesland zu sein. Der Weg dahin ist dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet.

"Diese Partnerschaft mit den Landeskliniken ist für das Land von großer Bedeutung: Der Klimaschutz muss ein weltweites Anliegen sein, braucht aber umso mehr starke Impulse auf lokaler und regionaler Ebene. Die SALK haben damit eine Vorbildfunktion und stellen sich einer herausfordernden Aufgabe, die vom Einkauf über die Energiesparmaßnahmen bis hin zur Mobilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reicht", so Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler heute, Freitag, 26. September, bei der Unterzeichnung. "Ich freue mich, dass wir einen so wichtigen Leitbetrieb des Landes für diese Ziele gewinnen konnten."

SALK-Geschäftsführer Priv.-Doz. Dr. Paul Sungler erklärte: "Wir haben als Gesundheitsunternehmen große Verantwortung gegenüber den Menschen und der Umwelt. Daraus ergeben sich Verpflichtungen, im Hinblick auf eine bestmögliche medizinische Versorgung, optimale Arbeitsbedingungen, aber auch einen verantwortungsvollen und schonenden Umgang mit unseren Ressourcen. Wir sehen Klimaschutz als Teil des Schutzes der Gesundheit. Es gilt, die Parameter Soziales, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit sinnvoll in Einklang zu bringen und zwar langfristig. Die Salzburger Landeskliniken bekennen sich zu den Zielen des Programmes Salzburg 2050 klimaneutral.energieautonom.nachhaltig und unterstützen diese innerhalb ihrer Möglichkeiten durch konkrete Projekte und Maßnahmen. Aber ich möchte auch betonen, dass die SALK schon vieles realisiert hat." Das Land Salzburg stellt dafür Fördergelder, insbesondere über den Klima- und Umweltpakt (KLUP), fachliche und organisatorische Unterstützung sowie Beratungsleistung zur Verfügung.

Emissionen stark reduziert durch neues Wärmeversorgungskonzept

Die Salzburger Landeskliniken haben schon wesentliche Schritte für die Zielerreichung Salzburg 2050 klimaneutral.energieautonom.nachhaltig gesetzt. "So konnten durch die Umstellung auf umweltfreundliche Fernwärme die Emissionen am Landeskrankenhaus durch ein neues Wärmeversorgungssystem stark reduziert werden. Das bedeutet pro Jahr rund 5.300 Tonnen weniger an klimaschädlichem CO2 und rund 3.100 Kilogramm weniger an Stickoxiden in der Luft. Umgerechnet sind das in etwa die Emissionen von 500 bis 1.000 Einfamilienhäusern. So wie wir uns strategisch als ein international anerkanntes Gesundheitsunternehmen mit exzellenter medizinischer Versorgung positionieren, so möchten wir auch im Bereich der Ökologie Maßnahmen setzen", so SALK-Geschäftsführer Sungler.

Augenmerk auf Energieeffizienzmaßnahmen

In den Salzburger Landeskliniken werden bereits jetzt energieeffiziente Heizungs- und Klimasysteme nach neuesten versorgungstechnischen Standards eingesetzt. Bestandsbauten werden stetig auf ihr Umweltpotenzial gecheckt, Optimierungen gesucht und umgesetzt. Beispielhaft kann genannt werden, dass seit 2012 in der Chirurgie West (Bauteil I) durch mehrere Maßnahmen der Stromverbrauch nahezu halbiert werden konnte. Hierbei wurde die Kühlmaschinentechnik auf neuesten Stand gebracht, etwa durch den Betrieb in "Freier Kühlung" und als Hybridrückkühlung. Am Hubschrauberlandeplatz konnte eine verbrauchsintensive elektrische Flächenheizung auf Betrieb mit Heizungswasser umgestellt werden. Ebenso kommt seither eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach zum Einsatz, welche umweltfreundlich Strom erzeugt.

Mobilitätskonzept mehrfach ausgezeichnet

Seit 2010 ist ein Mobilitätskonzept in Umsetzung, das den Mitarbeiter/innen, Patient/innen und Besucher/innen sinnvolle Alternativen zum Auto bietet. Zu den bestehenden 700 Fahrradabstellplätzen wurden dafür zusätzlich 300 neue überdachte Fahrrad-Stellplätze auf dem gesamten Gelände des Landeskrankenhauses errichtet. SALK-Mitarbeiter/innen können ihre Fahrräder außerdem kostenlos versichern lassen. Als weiterer Service stellen die SALK Elektrofahrräder für Dienstfahrten zur Verfügung. Zur Förderung der Bewusstseinsbildung gegenüber dem öffentlichen Verkehr haben die SALK eine eigene Mobilitätsmanagerin beschäftigt. Als Zeichen einer aktiven Mobilitätsstrategie erhielt das Landeskrankenhaus im Jahr 2012 das Umweltblatt des umwelt.service.salzburg in der Kategorie "Mobilität" sowie 2014 von klimaaktiv.mobil eine Auszeichnung für kompetenten Klimaschutz.

Die Salzburger Landeskliniken und das Land Salzburg kommen in der Partnerschaftsvereinbarung überein, in einem ersten gemeinsamen Arbeitsprogramm Richtung Klimaschutz und Energieeffizienz unter anderem Folgendes gemeinsam umzusetzen:

  • Ermittlung des energetischen Optimierungspotenziales der Bestandsbauten: Das Land Salzburg übernimmt dabei für zwei Jahre die Finanzierung einer technischen Fachkraft zur Identifizierung von Einspar-Potenzialen in Bereichen wie z.B. Heizungsregelung, geändertes Nutzerverhalten etc.;
  • Die Landeskliniken unterstützen den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel mit diversen Maßnahmen;
  • In Abstimmung mit der Umsetzung der Klimawandelanpassungs-Handlungsstrategie Salzburgs und der Österreichischen Klimawandelanpassungsstrategie wird geprüft, ob Maßnahmen im Einflussbereich der Salzburger Landeskliniken identifiziert und umgesetzt werden können;
  • Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit;
  • Datenerhebung und Unterstützung der Studie "Abwärmenutzung im Großraum Salzburg";
  • Es soll mittelfristig geprüft werden, ob und welche weiteren Maßnahmen im Bereich der Küche bzw. der Speisenplanung in Richtung Energieeffizienz in der Zubereitung sowie der Verwendung "klimaschonender" Nahrungsmittel gesetzt werden können.

Das Arbeitsprogramm wird einem Monitoring unterzogen, um die Erfolge der Maßnahmen darstellen und kommunizieren zu können. s210-110