Neue Geschäftseinteilung spiegelt ganzheitlichen Ansatz wider

Schwaiger: Insgesamt 29 Spitzenposten in der Landesverwaltung eingespart und Kompetenzbereiche gebündelt

Salzburger Landeskorrespondenz, 02.10.2014
 

(LK)  Die neue Amtsstruktur der Salzburger Landesverwaltung wurde diese Woche von der Regierung beschlossen. Zu Beginn des heurigen Jahres hat sich die Salzburger Landesregierung darauf verständigt, dass gemeinsam mit Landesamtsdirektor Hofrat Dr. Heinrich Christian Marckhgott, den Führungskräften und unter größtmöglicher Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine neue Amtsstruktur erarbeitet wird, die Synergien schafft, Doppelgleisigkeiten verhindert, Kompetenzen bündelt und Schnittstellen verringert. Durch die flache Hierarchie gibt es kurze Wege, logische Verwaltungseinheiten und klar definierte Ansprechpartner. Die Anzahl der Abteilungen wird von derzeit 14 auf elf reduziert. Alle zehn Fachabteilungen und 19 Klein-Referate werden aufgelöst. Im Gegenzug werden lediglich drei Fachbereiche neu geschaffen. Somit werden insgesamt 29 Spitzenposten ersatzlos gestrichen. Die Strukturreform tritt mit 1. Jänner 2015 in Kraft.

Keine eigens geschaffenen Führungspositionen mehr

"Wir haben uns von der bisherigen Herangehensweise verabschiedet. Im Vergleich zur Vergangenheit bietet diese übersichtliche und flache Amtsstruktur nicht mehr die Möglichkeit – sozusagen zum Dank verdienter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – eigene Führungspositionen und somit zusätzliche, meist kleinere Organisationseinheiten zu schaffen. Die Honorierung besonders umsichtiger und engagierter Arbeit soll beim Land Salzburg künftig, wie bei jedem anderen erfolgreichen Unternehmen, insbesondere durch ein modernes und funktionsbezogenes Gehaltssystem erfolgen", sagte Personalreferent Landesrat Dipl.-Ing. Dr. Josef Schwaiger heute, Donnerstag, 2. Oktober. "Diese neue Struktur ist getragen von einem sehr konstruktiven Geist. Wir werden hier auch weiterhin mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in enger Abstimmung einen gemeinsamen Weg gehen. Uns ist klar, dass der Erfolg der neuen Amtsstruktur vor allem dann zu sehen und zu spüren sein wird, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesverwaltung in ihrer täglichen Arbeit dadurch bestmöglich unterstützt werden", so Schwaiger. Es habe sich auch gezeigt, dass auf Grundlage durchdachter Konzepte und einer konstruktiven Abstimmung mit den Betroffenen, in der Verwaltung auch große Sprünge durchaus machbar sind.

Organisatorische und personelle Änderungen

"Es wird künftig nun doch, wie im Anfangskonzept schon vorgesehen, eine Abteilung 'Wohnen und Raumplanung' sowie eine Abteilung 'Wasser' geben", erläuterte der Personalreferent. Personell bedeutet dies nun, dass Hofrat Dr. Friedrich Mair die Abteilung "Wasser" leiten wird. Mag. Christine Kubik möchte auch weiterhin für den Bereich Wohnen federführend zur Verfügung stehen, was ausdrücklich von der Regierung begrüßt wird, nicht jedoch für die Leitung der neu zu schaffenden Abteilung. Demnach wird die Gesamtleitung für die neue Abteilung 'Wohnen und Raumplanung' neu besetzt", sagte Schwaiger.

Ausschlaggebend dafür war, dass der politischen Herausforderung "erschwingliches Wohnen", dadurch besser Rechnung getragen wird. Dies beruht insbesondere auf den beiden Säulen Raumplanung und Wohnbauförderung unter Einbeziehung der Thematik des Baurechts. All diese Bereiche befinden sich nunmehr innerhalb einer gemeinsamen Organisationseinheit. Auch die jüngsten Hochwasserereignisse haben noch einmal verdeutlicht, dass es wichtig ist, alle Kompetenzen zum Bereich "Wasser" in einer eigenen Abteilung zu bündeln.

Die Regierung wird nun den Landesamtsdirektor beauftragen, die neue Geschäftseinteilung mit 1. Jänner 2015 in Kraft zu setzen und bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Unterstützung.

Finanzielle Auswirkung der Reform

Für einen Spitzenposten muss das Land Salzburg samt Sekretariat und Arbeitsplatzkosten jährlich rund 230.000 Euro aufbringen. Somit beläuft sich das Einsparungsvolumen im Endausbau auf rund 6.000.000 Euro jährlich. Etwa die Hälfte dieses Betrags wird bereits beim kommenden Budget 2015 wirksam.

Landesamtsdirektion und Abteilungsstruktur

Auch in der Landesamtsdirektion wird es künftig keine Fachabteilungen mehr geben, sondern sogenannte Fachgruppen. Zusätzlich konnten auch in diesem Bereich drei Fachreferenten eingespart werden.

Personelle Besetzung der Abteilungsleitungen

Die Leitung der neuen Abteilungen wird von den schon bestellten Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleitern wahrgenommen. Sogenannte "weiße Elefanten", also Abteilungsleiter ohne Portfolio, wird es auch nach der Reform keine geben. In einigen Bereichen kommt es zu einer Neuzuteilung der Aufgabengebiete. Somit ergeben sich folgende Abteilungsstruktur und Verantwortlichkeiten:

Abteilung 1 Wirtschaft, Tourismus, Gemeinden: Hofrat DDr. Sebastian Huber

Abteilung 2 Kultur, Bildung, Gesellschaft: Mag. Eva Veichtlbauer

Abteilung 3 Soziales: Dr. Karin Draxl

Abteilung 4 Lebensgrundlagen und Energie: Hofrat Dr. Franz Hauthaler

Abteilung 5 Natur- und Umweltschutz, Gewerbe: Hofrat Dr. Othmar Glaeser

Abteilung 6 Infrastruktur und Verkehr: Landesbaudirektor Dipl.-Ing. Christian Nagl

Abteilung 7 Wasser: Hofrat Dr. Friedrich Mair

Abteilung 8 Finanz- und Vermögensverwaltung: Hofrat Dr. Herbert Prucher

Abteilung 9 Gesundheit und Sport: Mag. Christiane Hofinger

Abteilung 10 Wohnen und Raumplanung: wird neu besetzt

Abteilung 11 Personal: Hofrat Mag. Gerhard Loidl

Wegfall von "Ein-Personenreferaten"

Alle "Ein-Personen- bzw. Kleinreferate" wurden ersatzlos gestrichen. Die Experten wurden Referaten zugeteilt oder zu eigenen Referaten aufgewertet. Ein Beispiel dafür: Aufgrund der künftigen Bedeutung wurde aus der Fachreferentenstelle "Energiewirtschaft und -beratung" ein Referat.

Schaffen sinnvoller Führungsspannen

Die grundsätzliche Regelung war, dass Abteilungen aus rund 80 bis 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammengesetzt sein sollten. In Referaten sollen durchschnittlich zehn bis 20 Mitarbeiter/innen arbeiten. Oberstes Ziel ist es, dass ein sinnvolles Verhältnis zwischen Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht wird. Dort wo gleichartige Dienstleistungen erbracht werden, können Führungsspannen höher sein, wo viele verschiedene Leistungen in einer Abteilung erbracht werden, sind mehr Referate und kleinere Führungsspannen notwendig. So kann von Führungskräften auch die geforderte Führungsverantwortung in geeigneter Weise wahrgenommen werden.

Die Regierungsvertreter bedanken sich ausdrücklich bei den Führungskräften und bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die konstruktive Arbeit bei der Strukturreform. s214-114