Buchpräsentation "Kristallsuche. Naturerlebnis und Abenteuer"

Rössler: Neues Buch bringt die Leidenschaft zur Natur eines Mineraliensammlers zum Ausdruck
Salzburger Landeskorrespondenz, 21. November 2014

(LK)  Gestern, Donnerstag, 20. November, präsentierte Josef Papp sein neues – und bis dato einziges – Buch "Kristallsuche – Naturerlebnis und Abenteuer" im Nationalparkzentrum in Mittersill. Das Werk handelt von den Abenteuern, die Josef Papp in 30 Jahren Steinsucherkarriere in der Bergwelt des Nationalparks Hohe Tauern erlebte. "Persönlich und bewegend – das sind die richtigen Schlagworte für die neue Erscheinung. Ein kurzes Portrait wie es zu der Steinsucherkarriere kam, eine lebendige Beschreibung, was das Steinsuchen ausmacht sowie die Präsentation von den schönsten Funden sind im Buch vorhanden. Außerdem – und vor allem das gibt dem Buch so viel Authentizität – werden einzigartige Naturaufnahmen mit seltenen Lichtverhältnissen festgehalten. Denn Bilder verraten bekanntlich mehr als tausend Worte", erklärte Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler zum neu erschienenen Buch.

Die Veröffentlichung des Buches war unter anderem durch Unterstützung der Nationalparkverwaltung möglich. Die Zusammenarbeit zwischen Steinsuchern und Nationalpark ist sehr wichtig. Denn Forschungsarbeiten zur Mineralparagenese der Hohen Tauern und zahlreichen anderen mineralogischen Forschungsfragen haben das Wissen und die Erfahrung sowie die aktive Mitarbeit der heimischen Mineraliensammler für die Nationalparkverwaltung zu einer beachtlichen wissenschaftlichen Ressource gemacht. "Mineraliensammler müssen sich an strenge gesetzliche Auflagen halten, haben aber die Chance, viele Menschen mit Naturschätzen zu begeistern. Außerdem geht es im Verhältnis Nationalpark und Mineraliensammler um gegenseitige Verantwortung. Zum einen die Verantwortung für die Natur und zum anderen die Verantwortung für Tradition und Kultur", so Landeshauptmann-Stellvertreterin Rössler.

2010 wurde in Bramberg die Erlebnisausstellung "Smaragde und Kristalle" eröffnet, eine Aus-stellung, in die die Nationalparkverwaltung 1,2 Millionen Euro investierte. Eindrucksvolle Funde einheimischer Mineraliensammler werden in ansprechender und moderner Art präsentiert. "Der Nationalpark beherbergt Mineralien unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Entstehung und unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung – also einen wahren Schatz auch hinsichtlich der wissenschaftlichen Bedeutung", sagte Nationalparkdirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Urban. Mineraliensammeln war immer mehr als nur eine Trendsportart oder ein Hobby. Bei wissenschaftlichen Projekten in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung ist es möglich, dass die Mineraliensammler auch in der streng geschützten Kernzone ihrer Sammelleidenschaft nachgehen können. Neue Erkenntnisse zur Mineralparagenese der Hohen Tauern sowie zur Altersbestimmung alpiner Zerrklüfte konnten in den vergangenen Jahren nur aufgrund der flächendeckenden Sammeltätigkeit erlangt werden, so Urban.

Papp gelingt es in seinem Werk sehr gut, die Gefühlswelt eines "Stoasuachers" festzuhalten. Dass es eine Leidenschaft ist, dass der Fund ein Hochgefühl auslöst und dass viel mehr dazugehört, als nur Steine zu suchen. Daneben wird immer wieder fachliches Wissen zum Ausdruck gebracht. So kann man beim Lesen nebenbei noch etwas lernen. Mit Witz geschrieben, bringt es den/die Leser/in immer wieder zum Schmunzeln. Neben den gängigen Funden, wie Bergkristalle oder Rosenquarze, hat Josef Papp ein Repertoire an seltenen Entdeckungen. Unbekannte Sphenkristalle, kleine Anataskristalle, spitze Diopside oder weiße Adularkristalle sind nur ein Bruchteil seiner Steinauswahl. Drei Jahrzehnte Steinsucherkarriere bringen auch Erfolge mit sich. Ein Fund hat es sogar in mehrere Fachzeitschriften geschafft. s256-110