Salzburger Museumsschlüssel 2014 für Verein Geschichte Bürmoos

Schellhorn: Anerkennungspreise für Museum "Zum Pulvermacher" in Elsbethen-Glasenbach und Museum Kuchl

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.11.2014
 

(LK)  Auf Empfehlung der diesjährigen Jury, bestehend aus Dr. Hedwig Kainberger (Salzburger Nachrichten), Mag. Elfrid Wimmer-Repp und Dr. Peter Keller (Dommuseum zu Salzburg) vergibt das Land Salzburg den mit 3.600 Euro dotierten Salzburger Museumsschlüssel 2014 an den Verein Geschichte Bürmoos für das 2013 eröffnete Torf-Glas-Ziegel Museum in Bürmoos. Die beiden Anerkennungspreise zu je 1.800 Euro gehen an den Museumsverein Elsbethen für das Museum Zum Pulvermacher und an den Museumsverein Kuchl für das Museum Kuchl. Eine lobende Erwähnung hat die Jury für den Blasnerhof in Hintermuhr ausgesprochen. Dies gab Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn heute, Freitag, 21. November, bekannt.

Der "Salzburger Museumsschlüssel" wird seit dem Jahr 2001 vergeben und versteht sich als Würdigung für eine solide, zeitgemäße und kontinuierliche Museumsarbeit. Darüber hinaus auch für besonders hervorzuhebende Leistungen im Bereich der Kultur- und Geschichtsvermittlung bei Neugründungen. Die Würdigungen sind auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Regionalmuseen nach wie vor hauptsächlich ehrenamtlich geführt werden. Für die Gemeinden soll der Museumspreis ein Signal sein, ihr örtliches Museum als wichtigen Kulturträger und Geschichtsvermittler wahrzunehmen.

Landesrat Schellhorn gratulierte den Preisträgern und dankte der Jury. Die Auszeichnungen seien ein Zeichen der Anerkennung für das Bemühen um Qualität und des Dankes für das größtenteils ehrenamtliche Engagement in der Volkskultur. Schellhorn: "Zum sechsten Mal wird heuer der Salzburger Museumsschlüssel vergeben. Diese Würdigung für professionelle Museumsarbeit im Ehrenamt dient der Stärkung der Häuser auf regionaler und überregionaler Ebene. Hier geht es nicht nur um Sammeln und Erhalten, sondern um das Arbeiten am Objekt und einem bestimmten, für die Gemeinde wichtigen Thema. Heimatmuseum war gestern: Heute erzählen die Regionalmuseen im Land Salzburg spannende Geschichten über die gesellschaftlichen Entwicklungen der Vergangenheit und ihre Bezüge zur Gegenwart. Hier findet zeitgemäße Geschichtsvermittlung statt."

Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Bürmoos

Das Torf-Glas-Ziegel Museum Bürmoos bietet, was in vielen anderen Museen vernachlässigt wird:

- Sozialgeschichte, wie etwa eine Arbeiterküche und andere Informationen zum Leben von Industriearbeitern.

- Biografien von bedeutenden Personen des Ortes.

- Hinweise auf die Flüchtlinge aus der Südtiroler Gemeinde Trambilene.

- Wirtschaftsgeschichte.

- Das Thema frühe Zuwanderungen (aus allen Regionen der Monarchie) und Gastarbeiter.

Nach jahrelangen, konsequenten Vorbereitungen wurde das Museum im Oktober 2013 eröffnet. Die Ausstellungsräume sind sorgfältig und zeitgemäß geplant sowie architektonisch und didaktisch gut gestaltet.

Ortsgeschichte und Pulvermacherei in Elsbethen-Glasenbach

Das Museum "Zum Pulvermacher" in Elsbethen-Glasenbach bietet eine gute Kombination aus Ortsgeschichte und dem Spezialthema der Pulvermacherei. In den kommenden Jahren wird weiter ausgebaut. Auch andere ortsspezifische Themen wie die Glasenbacher Keramik der Werkstätte Illek oder Funde aus der Glasenbachklamm werden interessant präsentiert.

Römerstraße und Georgenberg im Museum Kuchl

Das Museum Kuchl kümmert sich um ortsspezifische Themen, die zugleich von großer überregionaler Bedeutung sind, wie Römerstraße, heiliger Severin und Georgenberg. Vor allem in der derzeitigen Sonderausstellung über den Georgenberg und im begleitenden Buch wird deutlich, wie dieses Thema über wissenschaftliche Forschung erkundet und aufbereitet worden ist. Dafür wurden und werden Archäologen und Historiker eingebunden. Eine gute Zusammenarbeit mit Land, Denkmalamt und Universitäten wurde aufgebaut und wird gepflegt.

"Urknall des Museums" im Blasnerhof in Hintermuhr

Streng genommen handelt es sich beim Blasnerhof um kein Museum. Die Sammlungen sind nicht in einem Bestandsverzeichnis erfasst und werden nicht erforscht. Es gibt keine Sonderausstellungen und keine regelmäßigen Öffnungszeiten. Aber was Gottfried und Marianne Mandl betreiben, ist so etwas wie der Urknall des Museums. Mit wenig Geld, aber unendlich viel Mühe, Liebe, Fleiß und Sorgfalt gestalten sie den Blasnerhof in Hintermuhr. Ihre private Leidenschaft, Sorgfalt und Hingabe suchen eine Öffentlichkeit. Dass sie konsequent Verantwortung für ein Kulturgut übernehmen, es erhalten, zeigen und vermitteln, hat die Jury begeistert und beeindruckt. s256-113