Rauriser Literaturpreis 2015 des Landes geht an Karen Köhler

Schellhorn: Den Förderpreis von Land Salzburg und Gemeinde Rauris erhält Birgit Birnbacher
Salzburger Landeskorrespondenz, 03. February 2015

(LK)  Für ihren Erzählband "Wir haben Raketen geangelt" (erschienen im Hanser-Verlag 2014) bekommt die Hamburger Schriftstellerin Karen Köhler den Rauriser Literaturpreis 2015. Das gab heute, Dienstag, 3. Februar, Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn bei einem Informationsgespräch in Salzburg zum Programm der 45. Rauriser Literaturtage bekannt. Diese finden heuer von 18. bis 22. März zum Thema "Mehr Sprachen" statt.

Der vom Land Salzburg seit 1972 für die beste Prosa-Erstveröffentlichung in deutscher Sprache vergebene Rauriser Literaturpreis ist mit 8.000 Euro dotiert. Die Entscheidung traf eine Jury bestehend aus Brigitte Schwens-Harrant, Literaturkritikerin und Feuilletonchefin der Wochenzeitung "Die Furche", Ernest Wichner, Schriftsteller und Leiter des Literaturhauses Berlin, sowie dem in Basel lebenden Publizisten und Literaturvermittler Martin Zingg.

Kunststücke aus Balance und Geistesgegenwart

Ein "überzeugendes Debüt" sieht die Jury in Karen Köhlers Erzählband. Die neun Kurzgeschichten darin würden "die Möglichkeiten der Kurzgeschichte ausloten" und seien "Kunststücke aus Balance und Geistesgegenwart". Die Jury zeigte sich dabei beeindruckt "von der Art, wie sie sich dem Tod und der Erfahrung von Verlust annähert, mal schneidend, mal zärtlich. Überzeugend ist auch, wie die Autorin, mit dem Rückenwind einer gehörigen Portion Fantasie, ihre Figuren in Liebesblindheit und Liebesverrat hineintreiben lässt, oder erzählend in die Jugend einiger Figuren zurückblendet."

Karen Köhler wurde 1974 in Hamburg geboren. Sie studierte Schauspiel in Bern, lebt in Hamburg und schreibt Theaterstücke und Prosa. Sie erhielt unter anderem den Hamburger Literaturförderpreis 2011.

Im besten Wortsinn anrührend

Der Rauriser Förderpreis für einen Text zum ausgeschriebenen Thema "Muttersprache" geht an die Salzburgerin Birgit Birnbacher für ihren Text "Ein Badewasserrest". Erzählt wird darin von einer jungen Frau und ihrem Heranwachsen an der Seite einer kranken, an Depressionen leidenden Mutter.

Die unabhängige Jury für den Förderpreis bestand aus der Literaturwissenschafterin Renate Langer vom Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg, Martin  Huber, Senior Scientist im Literaturarchiv Salzburg, und der Leiterin des Literaturressorts der ORF-Kulturredaktion Wien, Katja Gasser. "Ein Badewasserrest", befand die Jury, sei ein "im besten Wortsinn anrührender Text über Verunsicherung, die das Leben ist. Ein Text, der nicht zuletzt deshalb überzeugt, weil Form und Inhalt untrennbar miteinander verwoben sind."

Birgit Birnbacher wurde 1985 in Schwarzach im Pongau geboren. Sie ist diplomierte Behindertenpädagogin, lebt in Salzburg und veröffentlicht in Zeitschriften und Anthologien. 2013 erschien ihr Kinderbuch "Mal lichterloh, mal wasserblau", eine Erzählung zum Thema Autismus in der Geschwisterbeziehung.

Der Rauriser Förderpreis mit der Dotation von 4.000 Euro wird gemeinsam von Land Salzburg und der Marktgemeinde Rauris (je 2.000 Euro) vergeben.

Am Beginn zahlreicher literarischer Karrieren

"Der Rauriser Literaturpreis ist in der deutschsprachigen Literatur eine hohe Auszeichnung und steht mit am Beginn zahlreicher großer literarischer Karrieren. Eine große literarische Karriere wünschen wir auch den beiden Autorinnen", betonte Kulturreferent Schellhorn, der beiden Autorinnen zu den Preisen gratulierte und sich schon auf die Überreichung der Preise und die persönliche Begegnung mit den Autorinnen bei den Rauriser Literaturtagen freut. Formuliertes Lob wie "Kunststücke" oder "im besten Wortsinn anrührend" von hochkarätigen Jurorinnen und Juroren zu bekommen, seien "wunderbare Zuschreibungen", so Schellhorn.

Darüber hinaus teilte Schellhorn bei dem Informationsgespräch mit, dass die Zuwendungen des Landes für die Rauriser Literaturtage von 19.000 Euro im Jahr 2014 auf 22.000 Euro 2015 erhöht werden: "Damit können gestiegene Kosten für dieses einmalige Literaturfestival abgedeckt werden." t25-51