e5-Gemeinden ausgezeichnet und Energy Globes vergeben

Schwaiger: Innovative Ideen und nachhaltige Projekte vor den Vorhang holen

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.02.2015
 

(LK)  Viele Ideen und Initiativen in den Gemeinden und bei innovativen Projekten bringen das Thema erneuerbare Energie und Energieeffizienz zu den Bürgern. Die Initiatoren und Ideengeber wurden heute, Donnerstag, 5. Februar, bei der Energie-Gala 2015 im ORF-Landesstudio vor den Vorhang geholt und von Bundesminister Dipl.-Ing. Andrä Rupprechter und Landesrat Dipl.-Ing. Dr. Josef Schwaiger ausgezeichnet.

Salzburgs Energiereferent Schwaiger konnte heuer die Energy Globes in den Kategorien "Erde" an Hermann Hinterhölzl mit dem Projekt "Ökosoziales Gesamtprojekt Hochgründeck", "Feuer" an die Salzburg Wohnbau GmbH, mit dem Projekt "Smart Grid Hit – Rosa Zukunft", "Luft" an den Tourismusverband Neukirchen am Großvenediger mit dem Projekt "Sanft mobil unterwegs mit der Wildkogel Card" und in der Kategorie "Jugend" an die HTL Hallein, mit dem Projekt "Rücklaufoptimierte Heizungsregelung" überreichen.

Gemeinsam mit Bundesminister Rupprechter zeichnete Landesrat Schwaiger die Gemeinden Köstendorf, Seekirchen, Henndorf und Schleedorf mit jeweils "eee" und Berndorf erstmals mit "ee" aus. Bestätigt wurde die Verleihung von 3 "e" an die Gemeinden Wals-Siezenheim und Thomatal im Lungau. Somit wurden die Gemeinden mit insgesamt 20 "e" für ihre Arbeit belohnt. Neu an den Start im Kreis der e5-Gemeinden gehen Bergheim und Pfarrwerfen.

"Zu einem lebenswerten Österreich gehört auch eine saubere und sichere Versorgung mit Energie – am besten aus der Region für die Region. Eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energieträgern garantiert uns eine hohe Versorgungssicherheit, reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und stärkt die Beschäftigung in Österreich. Die Gemeinden haben hier eine wichtige Vorbildfunktion", betonte Bundesminister Andrä Rupprechter.

"Nur wenn Energiesparen und Energieeffizienz im Alltag ein Thema wird und bei den Menschen ankommt, kann es uns gelingen, ehrgeizige Energieziele zu erreichen. Der heutige Abend zeigt eindrucksvoll mit wieviel Engagement und Ausdauer viele Salzburgerinnen und Salzburger schon ans Werk gehen. Diese Basisarbeit und Innovationskraft in den Gemeinden ist ein wichtiger Pfeiler für die Erreichung der Energieziele", sagte Energiereferent Landesrat Josef Schwaiger.

Das Land Salzburg hält derzeit bei rund 45 Prozent erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch. Bis 2020 hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt, insgesamt 50 Prozent der benötigten Energie in Salzburg erneuerbar zu gewinnen. Somit gehört Salzburg im nationalen und internationalen Vergleich zu den Vorreiterregionen.

Mit dem heutigen Tag zählt das Land Salzburg 33 energie-aktive Gemeinden, die bisher mit 77 "e" ausgezeichnet wurden. Der Energy-Globe Landessieger wird Salzburg bei der Österreich-Wertung und der nationalen Energie-Gala vertreten.

Kategorie Erde: Ökosoziales Gesamtprojekt Hochgründeck

Der Energy Globe Award Salzburg in der Kategorie Erde ging an Hermann Hinterhölzl mit dem Projekt "Ökosoziales Gesamtprojekt Hochgründeck".

Die Erde und die Umwelt in der wir leben, bildet ein fragiles Ökosystem, das es zu schützen gilt. Projekte, die durch einen verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen zur Schonung unserer Umwelt beitragen, verdienen unsere Anerkennung. Mit dem Heinrich-Kiener-Haus, das zu einer ökologischen Schutzhütte umgerüstet wurde, wird Umweltschutz auch auf den Bergen großgeschrieben. Durch den Einsatz zahlreicher Maßnahmen wie Wärmerückgewinnung, einer Grauwasseranlage, einem Holzkochofen und Nutzung von Fotovoltaik werden mehr als 10.000 Gäste pro Jahr werden umweltschonend versorgt.

Kategorie Feuer: Smart Grid Hit – Rosa Zukunft

Der Energy Globe Award Salzburg in der Kategorie Feuer ging an die Salzburg Wohnbau GmbH, mit dem Projekt "Smart Grid Hit – Rosa Zukunft".

Der weltweite Energieverbrauch steigt ständig an, und dieser Energieverbrauch führt zu beträchtlichen Emissionen. Mit rund 30 Prozent Gesamtverbrauch an der benötigten Energie bietet der Wohnbereich hier viel Potenzial für Einsparungen. Die Erzeugung und den Verbrauch direkt vor Ort zu optimieren, entlastet die Stromnetze und führt insgesamt zu einem deutlich reduzierten Energieverbrauch. In einer kürzlich errichteten Wohnanlage wird dieses Ziel durch eine intelligente Smart Grid Steuerung erreicht. Jährliche Einsparungen im Stromverbrauch von rund 13.000 Kilowattstunden bezeugen den Erfolg. Ein begleitendes Sozial- und Mobilitätskonzept sorgt zusätzlich für mehr Bewusstsein und Akzeptanz bei den Bewohnern.

Kategorie Luft: Sanft mobil unterwegs mit der Wildkogel Card

Der Energy Globe Award Salzburg in der Kategorie Luft ging an den Tourismusverband Neu-kirchen am Großvenediger, mit dem Projekt "Sanft mobil unterwegs mit der Wildkogel Card".

Die Luft, die wir täglich atmen, wird durch Verkehr und den damit verbundenen CO2- und Feinstaub-Ausstoß laufend belastet. Gleichzeitig fehlen uns für unser Bedürfnis an Mobilität oft die umweltfreundlichen Alternativen. Eine Lösung für diese Herausforderung wurde in der Wildkogel-Arena, den Orten Neukirchen und Bramberg, umgesetzt. Die Bereitstellung von öffentlichen Verkehrsmitteln, von Wanderbussen und e-Bikes, ermöglicht rund 14.500 Gästen jährlich auf umweltfreundliche Art und Weise die gewünschte Mobilität - und das Auto kann ebenfalls Urlaub machen.

Kategorie Jugend: Rücklaufoptimierte Heizungsregelung

Der Energy Globe Award Salzburg in der Kategorie Jugend ging an die HTL Hallein, mit dem Projekt "Rücklaufoptimierte Heizungsregelung".

Die Erwärmung von Wasser zu Heizzwecken ist ein äußerst energieintensiver Prozess. Nur zu oft wird die im Wasser gespeicherte Wärme in den Heizkörpern jedoch nicht optimal ausgenutzt. Eine optimierte Heizungssteuerung kann hier zu einer deutlichen Reduktion der benötigten Heizenergie beitragen und so die Kosten senken und gleichzeitig die Umwelt entlasten. Das Gewinnerteam hat hier eine entsprechende Heizungssteuerung erfolgreich umgesetzt, welche die Rücklauftemperatur des Wassers senkt, wodurch weniger Wasser umgewälzt werden muss und die Rohrleitungsverluste reduziert werden. Ein optimierter Stromverbrauch der eingesetzten Sensoren und der Steuerungsautomatik runden das Gesamtkonzept ab.

Informationen zu den ausgezeichneten e5-Gemeinden

In Berndorf steht mit einer Leistung von 1,2 Megawatt die größte Fotovoltaikanlage des Landes Salzburg. Dazu kommen immer mehr private Fotovoltaik-Kleinanlagen. Die Solarthermie zur Warmwassererzeugung ist bei vielen Wohngebäuden bereits seit längerer Zeit üblich. Eine energieeffiziente Siedlungsentwicklung ist der Gemeinde ein besonderes Anliegen, für kommende Baulandmodelle soll daher ein innovatives Energiekonzept erstellt werden.

Köstendorf zeichnet sich österreichweit als "Smart Grids Modellgemeinde" aus: Auf Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden wurden insgesamt 43 Fotovoltaikanlagen installiert. 36 E-Fahrzeuge stehen für private Nutzer und einen sozialen Transportdienst zur Verfügung. Eine Schülergruppe hat über eine Befragung den Standpunkt der Bevölkerung in Energiefragen erhoben und bei der öffentlichen Gemeindeversammlung im November 2014 präsentiert.

In Henndorf sind alle Gemeindegebäude mit Ökostrom versorgt. Auf Kindergarten und Gemeindeamt wurden Fotovoltaikanlagen installiert, der Strom wird dabei vorwiegend im Gebäude genutzt. Seit 2014 steht für Bevölkerung, Betriebe und Gemeindeverwaltung ein Carsharing-Fahrzeug mit Biogasantrieb zur Verfügung. Das Mobilitätsteam der Gemeinde leistet großartige Öffentlichkeitsarbeit für die energiesparende Verkehrsorganisation im Ort.

In Seekirchen wurde in einem Bürgerbeteiligungsprozess die Errichtung und Gestaltung einer Begegnungszone im Stadtzentrum geplant. Innerorts wurden alle öffentlichen Gemeindegebäude an die Biomasse-Nahwärme angeschlossen und eine umfassende Sanierungsplanung erstellt. Mit der Ausarbeitung des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes geht die Stadtgemeinde einen ersten Schritt in Richtung nachhaltiger Siedlungsentwicklung.

Schleedorf wurde zum zweiten Mal geprüft und hat sich seit der ersten Untersuchung (Audit) intensiv mit der Erzeugung von Ökoenergie auseinandergesetzt. Eine Bürgerbeteiligungs-Fotovoltaikanlage wurde errichtet und eine Windmessung für Kleinwindkraft durchgeführt. Aber auch die Effizienz spielt eine große Rolle. Schleedorf plant die Errichtung einer neuen sensorgesteuerten hocheffizienten Straßenbeleuchtung.

Wals-Siezenheim ist seit 15 Jahren beim e5-Programm, 2014 stellte sich die Gemeinde bereits zum fünften Mal dem e5-Audit. Der energieeffiziente Neubau der Volksschule in Wals ist besonders beispielgebend, auch der angrenzende Turnsaal wurde generalsaniert. Der Radverkehr hat einen hohen Stellenwert für die örtliche Mobilität: Radwege mit LED-Beleuchtung, vorbildhafte Abstellplätze und die jährliche Radtauschbörse schaffen gute Rahmenbedingungen.

Thomatal im Lungau führt seit 2013 eine mustergültige Energiebuchhaltung für alle Gemeindegebäude. Der Kindergarten wurde saniert und an die Biomasse-Nahwärme angeschlossen, der Heizenergiebedarf konnte damit um die Hälfte reduziert werden. Eine Fotovoltaik-Anlage beim Schulgebäude demonstriert Kindern und Erwachsenen den Weg in eine erneuerbare Energiezukunft. t27-110c