make it seit 15 Jahren wichtige Anlaufstelle für Mädchen

Berthold: Büro für Mädchenförderung make it ist wirkungsvolle Einrichtung, um Benachteiligungen abzubauen und Chancengleichheit zu fördern

Salzburger Landeskorrespondenz, 09.03.2015
 

(LK)  Vor 15 Jahren hat die Salzburger Mädchenarbeit einen entscheidenden neuen Impuls erhalten: Landesrätin Mag. Martina Berthold, damals Mitarbeiterin im Frauenbüro des Landes, gründete gemeinsam mit Dr. Sieglinde Trunkenpolz von akzente Salzburg "make it – Büro für Mädchenförderung".

Zu den Aufgaben von make it gehören die Koordination der Salzburger Mädchenarbeit, die Sicherstellung einer kontinuierlichen feministischen Mädchenarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying, das Initiieren und Begleiten von Pilotprojekten, die Planung und Organisation von Veranstaltungen, Fortbildungen und Aktionen sowie die Zusammenarbeit mit Entscheidungsträgerinnen und –trägern sowie mit Fachstellen und die Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Jugendarbeit.

"Wir haben damals erkannt, dass sich viele Angebote der Jugendarbeit oft an Burschen orientieren und somit die Bedürfnisse der Mädchen oft auf der Strecke bleiben. Daher ist für uns klar: Es braucht eine feministische Mädchenarbeit, genauso wie auch eine geschlechtersensible Burschenarbeit notwendig ist", sagte heute, Montag, 9. März, Landesrätin Berthold, die der Leiterin Teresa Lugstein und ihrem Team zum 15. Geburtstag von make it gratulierte.

Mädchengeneration war nie so heterogen wie heute

"Das Leben der Mädchen verändert und wandelt sich ständig. Nie war eine Mädchengeneration so heterogen und damit so schwer in ihren Bedürfnissen, Problemen und Lebenslagen einzuschätzen. Mädchen haben heute mehr Möglichkeiten, zum Beispiel in der Berufswahl, sie sind selbstbewusst und selbstbestimmt und gehen ihre Wege. Dennoch erhalten junge Frauen dabei kaum Förderung und Unterstützung, und scheinbar ist alles möglich, wenn Mädchen und junge Frauen sich nur genügend anstrengen. Eigenverantwortlichkeit wird hervorgehoben, der Körper als Kapital gesehen, Schönheits-OPs und selbstbestimmte Sexualitäten - alles sei möglich. Zugleich werden strukturelle Begrenzungen vertuscht. Mädchen und junge Frauen sind alleingelassen mit den Forderungen und oft widersprüchlichen Ansprüchen", so Lugstein.

"Um an der Mädchenarbeit dran zu bleiben, ist es daher wichtig, immer genau hinzuschauen, wie sich Bedürfnisse von Mädchen von denen der Buben unterscheiden und sich verändernde gesellschaftliche Bedingungen auf Mädchenleben und -erleben auswirken. Denn darauf hin sind Konzepte und Methoden der Mädchenarbeit anzupassen. Und gleichzeitig sind wir gefordert, alle jungen Frauen zu erreichen, auch weibliche Lehrlinge, bildungsferne Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund", so die Leiterin von make it weiter.

Geschlechtersensible Mädchen- und Burschenarbeit ist bis auf wenige Ausnahmen in den Jugendzentren oder auch Jugendverbänden noch wenig Thema. "Besonders hier spielt make it eine wichtige Rolle", so Landesrätin Berthold. "Einen weiteren Schritt habe ich mit der Neugestaltung der Jugendförderrichtlinien getan. Künftig müssen die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Burschen stärker berücksichtigen, Benachteiligungen abbauen und die Chancengleichheit fördern. Konkret muss ersichtlich sein, wie die eingesetzten Gelder den Bedürfnissen von Burschen und Mädchen gerecht werden, zum Beispiel durch geschlechtergerechte Angebote, eigene Räume oder spezielle Öffnungszeiten für Mädchen und Burschen", so Berthold. t52-10a