"Fotohof archiv" eröffnet neue Möglichkeiten für Fotokunst

Dokumentation von Fotos und ihrer künstlerischen Genese / Salzburg erweitert Fotoschwerpunkt

Salzburger Landeskorrespondenz, 30.04.2015
 

(LK)  "Die Beschäftigung mit Fotografie als Kunst ist in Salzburg früh angekommen. Die Gründung des Fotohofs im Jahr 1981 war ein Meilenstein, Jahre bevor es eine vergleichbare Einrichtung in Wien gab. Mit der Etablierung der Österreichischen Fotogalerie in der damaligen Modernen Galerie und Graphischen Sammlung Rupertinum 1983 wurde Salzburg zum etablierten Standort zeitgenössischer Fotografie. Die heutige Eröffnung des 'Fotohof archiv' setzt neuerlich einen wichtigen Akzent." Das betonte heute, Donnerstag, 30. April, Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn bei der Eröffnung des "Fotohof archiv" in der Sparkassenstraße in Salzburg Lehen.

Auf rund 300 Quadratmetern können dort nicht nur Abzüge und Negative von österreichischen und internationalen Fotokünstlern wie Heinz Cibulka, Gerti Deutsch, Paul Albert Leitner, Fritz Macho, Inge Morath, Michaela Moscouw, Doug Stuart, Otmar Thormann oder Karl Heinrich Waggerl fachgerecht aufbewahrt werden. Die neuen Räume bieten optimale Bedingungen für eine umfassende Archivierung der künstlerischen Entstehungsgeschichte der Fotos und weiterer Zusatzinformationen zum Leben und Werk der Künstlerinnen und Künstler.

Für die Fotokunst biete Salzburg damit insgesamt ein sehr erfreuliches Bild, stellte Landesrat Schellhorn fest. Salzburg habe eine herausragende Fotosammlung im Museum der Moderne, es habe den Fotohof mit seiner Galerie, seinen Räumen für Fotokurse, seiner beachtlichen öffentlich zugänglichen Fachbibliothek und nun auch ein neues Archiv mit erweiterten Möglichkeiten für die Auseinandersetzung mit künstlerischer Fotografie.

Auch die Entstehungsgeschichte des Fotohofs und des "Fotohof archiv" zeige, wie sehr die Kulturpolitik auf das Engagement einzelner besonders initiativer Menschen angewiesen ist. "Nichts kann von oben erfunden oder verordnet werden." Fotohof-Mitbegründer Kurt Kaindl habe in seinem Text zur aktuellen Ausstellung von Werken von Doug Stewart den erfrischend praktischen Anstoß dieses US-amerikanischen Fotokünstlers mit folgenden Worten gewürdigt: "Wir hatten von Doug Stewart gelernt: Wenn du keine Dunkelkammer hast, dann baust du dir eine. Wenn es keine Galerie gibt, die Fotografie ausstellen möchte, so gründest du eine."

Kulturreferent Schellhorn gratulierte zu diesem Gründungsgeist. "Solange ein solcher Geist vorhanden ist, lebt Kultur." t94-30a