Verstärkter Einsatz von Holz als Baustoff wird geprüft

Beschluss des Ausschusses für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen des Salzburger Landtags

Salzburger Landeskorrespondenz, 06.05.2015
 

(LK)  Mit drei Anträgen zum Thema Baustoff Holz beschäftigte sich heute, Mittwoch, 6. Mai, der Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen des Salzburger Landtags unter Vorsitz von LAbg. Michael Obermoser (ÖVP). Einstimmig angenommen wurde dazu ein Fünf-Parteien-Antrag, der folgenden Inhalt hatte:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die im Rahmen des Projektes "Holzaufbau 2020+" entstandenen Ergebnisse auf ihre Umsetzbarkeit im Land Salzburg zu prüfen, bestmöglich auf eine rasche Anwendung der Forschungsergebnisse in der Praxis hinzuwirken und dem Salzburger Landtag darüber zu berichten.

Weiters wurde ein Bericht von Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler einstimmig zur Kenntnis genommen. Rössler berichtete, dass es noch im Mai einen Entwurf der Landesregierung zum neuen Bautechnikgesetz geben werde.

Landesrat Dipl.-Ing. Dr. Josef Schwaiger kritisierte, dass derzeit einige ökologische und bautechnische Werte zuungunsten des in Salzburg heimischen Rohstoffes Holz gemessen werden. Man müsse Messwerte so gestalten, dass sie auch stimmen. Alles andere sei sinnlos.

LAbg. Mag. Hans Scharfetter (ÖVP) erklärte, für die Umsetzung der Gebäuderichtlinie des Bundes durch die Länder wurde eine eigene Richtlinie durch das Österreichische Institut für Bautechnik (OIB) ausgearbeitet. Diese Richtlinie lege die Grundlagen für die Erstellung des Energieausweises durch die Länder fest. Leider sei das tatsächliche Leistungsvermögen von Holz in den Grundlagen des Energieausweises falsch dargestellt. Veraltete Messmethoden verschleiern die tatsächlichen positiven Werte von Holzbausystemen. Die in der OIB-Richtlinie zugrunde gelegten Parameter für den Energieausweis seien zum Teil nicht mehr gültig, die Schwankungsbreiten hoch. Zudem werden derzeit die tatsächlichen Auswirkungen auf Energieeinsatz und Ausstoß von Treibhausgasen über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes von der Rohstoffgewinnung über Baumaterialherstellung und Transportwege bis Entsorgung hinweg im Energieausweis nicht berücksichtigt. Es gebe einen Anpassungsbedarf des Energieausweises an den Stand der Forschung und Holzbautechnik vor allem in zwei Bereichen: bei der Wärmeleitzahl von Massivholzbauteilen und bei der ökologischen Qualität von Gebäuden, dem Öko-Index.

Für LAbg. Ing. Mag. Roland Meisl (SPÖ) ist es wichtig, eine Anpassung des Baurechts auf Grundlage der aktuellen OIB-Richtlinien auszuarbeiten, wobei die Förderung des Baustoffes Holz entsprechend berücksichtigt werden sollte. Derzeit gebe es eine gesetzliche Beschränkung, dass nur Holzbauten mit höchstens vier Geschoßen zulässig seien. Forderungen der Bauwirtschaft, diese Geschoßbegrenzung aus der Bauordnung herauszunehmen, seien nicht nur angesichts der aktuellen Konjunkturlage berechtigt. Eine Harmonisierung der Bauordnungen über die Ländergrenzen hinweg sei nötig.

LAbg. Rupert Fuchs (Grüne) betonte, die Energieeffizienz und die Wärmeleitzahl hängen sehr stark von der Qualität des Holzes ab. Diese Qualität werde wiederum von sehr vielen Faktoren beeinflusst. t98-52