Bramberger Obstprojekt gewinnt Volkskulturpreis 2015

Schellhorn: Ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von Tradition und Innovation

Salzburger Landeskorrespondenz, 28.05.2015
 

(LK)  Die Preisträgerinnen und Preisträger für den Salzburger Volkskulturpreis 2015 stehen fest. Eine unabhängige Jury wählte das Bramberger Obstprojekt des Vereins Tauriska und des Bramberger Obst- und Gartenbauvereins zum Gewinner des mit 6.000 Euro dotierten Hauptpreises.

Die beiden Förderpreise zu je 3.000 Euro gehen an das Salzburger Volksliedwerk und an die Künstlerin Mariloise Jordan aus Fusch an der Glocknerstraße.

Die Jury bestand aus dem Germanisten Univ.-Prof. Dr. Karl Müller von der Universität Salzburg als Vorsitzenden, der Journalistin und Preisträgerin 2013 Dr. Christine Schweinöster, dem Volkskundler Univ.-Prof. Dr. Manfred Seifert vom Volkskundeinstitut Marburg an der Lahn, der Musikvermittlerin Mag. Monika Sigl-Radauer und dem Salzburger Landeskapellmeister Mag. Christian Hörbiger. Die Jury konnte aus 23 Einreichungen auswählen. Die Entscheidung fiel einstimmig nach sechsstündiger Diskussion. Bewerben konnten sich seit Februar 2015 Vereine, Gruppen und Einzelpersonen. Der Preis wird für maßgebliche und innovative Impulse des volkskulturellen Lebens im Land Salzburg vergeben.

Hauptpreis an Bramberger Obstprojekt "Von der Tradition zur Innovation"

Um den Reichtum und die Vielfalt alter Apfelsorten zu erhalten, die Bedeutung des Apfels für die regionale Wirtschaft und Kulturlandschaft im Bewusstsein zu halten und einen Impuls für neue Produkte zu geben, gründeten der Pinzgauer Kulturverein Tauriska und der Obst- und Gartenbauverein Bramberg das "Bramberger Obstprojekt". 2006 wurde eine moderne Obstpresse in Betrieb genommen. Hauptprodukte sind köstliche Obstsäfte. Zudem wurden 10.000 Bäume in der Region gepflanzt, es gab eine umfassende Ausstellung zum Thema Apfel, neue Verwendungen des Apfels für Lebensmittelprodukte wie Brot, Schmalz oder Schokolade wurden in der Region entwickelt. Zuletzt wurde ein vielversprechendes Apfeltrester-Pulver kreiert. Wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema wurden initiiert und Schulen erfolgreich in die Projekte mit einbezogen. Das Bramberger Obstprojekt vernetzt vorbildhaft Alltagskultur mit Kultur, Natur, Bildung und Wissenschaft.

Förderpreise an Salzburger Volksliedwerk und Mariloise Jordan

Ein Förderpreis geht an das Salzburger Volksliedwerk, das in Zusammenarbeit mit dem Salzburg Museum die "Pinzgauer Volkslieder" des Franz Lackner (1814 bis 1890) als kommentierte und bearbeitete Neuausgabe im vierstimmigen Satz mit Faksimile der Noten und Worterklärungen herausgegeben hat.

Mit dem Förderpreis für Mariloise Jordan aus Fusch an der Glocknerstraße würdigt die Jury ein künstlerisches Lebenswerk. Die "vielen Initiativen zur Mitgestaltung der Dorfentwicklung, insbesondere ihr Bemühen um die Trachtenerneuerung, die Fuscher Stubenmusi, die historische Baukultur des Tales, die regionale Sprache und ihr volkskünstlerisches und restauratorisches Gestalten" seien preiswürdig, so die Jury.

Verleihung am 11. Juni im SN-Saal mit Ensemble Juhikasa

Der Salzburger Volkskulturpreis wird alle zwei Jahre vergeben. Er ist ein Preis des Landes Salzburg mit großzügiger Unterstützung der Salzburger Nachrichten und der Kurt und Felicitas Vössing Stiftung. Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn wird die Preise bei einem Festakt am Donnerstag, 11. Juni, um 19.30 Uhr im Saal der Salzburger Nachrichten überreichen. Für die musikalische Gestaltung des Festaktes wird das Ensemble Juhikasa, ein Preisträger des Jugendmusikwettbewerbs "Prima la Musica" 2015, sorgen.

Schellhorn betonte, in der Entscheidung spiegle sich die Bandbreite der Volkskultur wider. "Volkskultur reicht vom Liedgut über Baukultur bis zum Obstgarten und dem Bewusstsein für die alltagskulturelle Bedeutung von regionalen Produkten und Produktionsweisen. Die Entscheidung weist darauf hin, dass aus Traditionen Innovationen entstehen können – dies nicht nur in Worten, sondern ganz praktisch in Taten und Produkten", so Schellhorn, der den Preisträgerinnen und Preisträgern gratulierte und sich bei den Jurorinnen und Juroren bedankte. t117-53