Blasmusiker im Gleichklang für die Militärmusik

Protest der Blasmusiker aus ganz Österreich gegen Verkleinerung der Militärmusiken / Kluges Handeln vom Verteidigungsminister gefordert

Salzburger Landeskorrespondenz, 13.07.2015
 

Prachtwetter in der Festspielstadt Salzburg bildete am Samstag, 11. Juli, die Kulisse für den "Sympathiemarsch" und das "Sympathiekonzert" der Blasmusikerinnen und Blasmusiker zur Unterstützung der Militärmusiken Österreichs. Sie demonstrierten im Einklang gegen die Einsparungsmaßnahmen beim Österreichischen Bundesheer, die herbe Einschnitte in die Arbeit der Militärmusik mit sich bringen sollen. Wenn die Orchesterstärke halbiert wird, ist die Spielfähigkeit nicht mehr gegeben. Dieses Aushungern der Militärmusiken stößt auf großen Widerstand in den Reihen der Blasmusiker, der Bevölkerung und der regionalen Politik. In Vertretung von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer machte Landesrat Dipl.-Ing. Dr. Josef Schwaiger deutlich, dass das Land Salzburg nichts von diesen angekündigten Einsparungsmaßnahmen bei der Militärmusik hält und wandte sich mit einer eindringlichen Botschaft an Verteidigungsminister Mag. Gerald Klug.

Spielfähigkeit und Mannschaftsstärke der Militärmusiken erhalten

"Wir fordern den zuständigen Bundesminister auf, sich der Diskussion zu stellen. Bei so einem sympathischen und unüberhörbaren Protest aus der Zivilbevölkerung ist es die Pflicht eines gewählten Volksvertreters, sich mit den Sorgen und Anliegen der Menschen ernsthaft zu beschäftigen. Es ist unumgänglich, die Mannschaftsstärke auf dem heutigen Niveau zu belassen. Alle Experten sagen, dass ein halbiertes Orchester mit rund 20 Mann keinen Sinn mehr macht. Auch in der Ausbildungszeit ist es unattraktiv, von 14 Monaten auf sechs Monate herunterzugehen. Da kann sich kein Orchester mehr formieren. Wenn eine Fußballmannschaft alle drei Monate die Spieler wechseln müsste, würde sie auch keine Tore mehr schießen. Als Politiker ist man gewählt, um Lösungen zu finden und nicht, um Probleme zu wälzen“, so Landesrat Schwaiger.

Militärmusik gehört zum Bundesheer wie Stephansdom zu Österreich

"Wer heute durch Salzburg geht, erlebt die Strahlkraft und Freude, die durch die Blasmusik in unser Land kommt. Die Militärmusik gehört zum Bundesheer, wie der Jedermann zu den Salzburger Festspielen oder die Berge und der Stephansdom zu Österreich. Wer an diesen Grundfesten einer Gesellschaft rüttelt, bringt tragende Säulen ins Wanken und beginnt sich den Ast abzusägen, auf dem er sitzt. Die Militärmusiker strahlen mit ihrem Können weiter über das Bundesheer hinaus und die Musik seit der Geburt der Republik Österreich fixer Bestandteil des militärischen und gesellschaftlichen Lebens", sagte Schwaiger.

Einsparungen durch Abschaffen der Militärmusik minimal

"Es gibt keinen Grund für einen Kahlschlag der Militärmusik, denn die Einsparungen fürs Bundesheer sind marginal. Wir verlangen nicht, dass alles so bleiben muss, wie es ist. Die Gesellschaft lebt vom Fortschritt. Hier kann ich jedoch keine Weiterentwicklung erkennen. Dieses politische Handeln gibt den Bürgerinnen und Bürgern nicht Halt und Sicherheit. Es ist schlichtweg ein perspektivenloses politisches Agieren ohne erkennbares Konzept und Ziel. Wir müssen bereit sein, neue Wege zu gehen. Grundsätzliche Spielregeln zu missachten, führt in jeder Kapelle zu Dissonanz und Streiterei. Wir unterstützen die Bemühungen um die Erhaltung der Militärmusikkapellen. Es ist wohl undenkbar, dass in der Hochkulturstadt Salzburg und in der Republik Österreich eine so wesentliche Quelle für die Volkskultur unserer Heimat auf Sicht zum Versiegen gebracht werden soll", so Landesrat Schwaiger.

Derzeit ist geplant, dass die Militärmusiken von 15 auf sechs Kadersoldaten und von 35 Grundwehrdienern auf 13 reduziert werden. Die Einsatzzeit der Grundwehrdiener soll auch von 14 auf sechs Monate reduziert werden. Experten gehen davon aus, dass ein Orchesterbetrieb nur mehr sehr eingeschränkt möglich ist und durch die starke Reduktion der Ausbildungszeit der Dienst bei der Militärmusik an Attraktivität verliert. t158-14

Weitere Informationen: Mag. Franz Wieser, Büro Landesrat Dipl.-Ing. Dr. Josef Schwaiger, Tel.: 0662/8042-2700, E-Mail: franz.wieser@salzburg.gv.at.